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Geithain Wieder keine Entscheidung zu Wickershainer Abwasser
Region Geithain Wieder keine Entscheidung zu Wickershainer Abwasser
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15:58 11.08.2010
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. Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath hatte den Beschlussvorschlag negativ formuliert: Ablehnung. Doch das war gar nicht der Punkt.

 

Welchen Weg die Wickershainer Grundstückseigentümer – 360 Menschen leben auf 104 Grundstücken – als einzig sinnvollen betrachten, das machten mehrere Betroffene im Geithainer Bürgerhaus deutlich. Die Geithainer Kläranlage, in den neunziger Jahren errichtet, sei extra auch für Wickershain ausgelegt und heute nicht ansatzweise ausgelastet, meinte Helmut Heinrich. Zu einem zentralen Anschluss sehe er keine Alternative. „Wir wären bereit, dafür einen Obolus zu zahlen", sagte André Brendemühl. Bis zu 3000 Euro pro Grundstück sind im Gespräch. Aber es müsse endlich Klarheit her, nachdem der Verband im Mai einen Beschluss schon einmal vertagt hatte. Jürgen Schnabel wurde deutlicher: „Die Wickershainer sind sehr verärgert, Frau Bauer." Die Angesprochene musste, weil befangen, bei diesem Tagesordnungspunkt zwischen ihre Bürgermeister-Kollegen rutschen; der Colditzer Wolfgang Heinz übernahm zwischenzeitlich den Verbandsvorsitz.

„Es gibt keinen Ort im Verbandsgebiet, über den wir so oft zusammengesessen haben", eröffnete Geschäftsführer Lutz Kunath die Aussprache. Um zu begründen, warum er ein Ausscheren Wickershains aus dem Abwasserbeseitigungskonzept ablehne, im Einklang übrigens mit Ministerium und unterer Wasserbehörde. Die Kostenberechnung und eine zusätzliche Nutzwertanalyse hätten ergeben, dass die Vorzugsvariante eine dezentrale sei. Dezentral im Sinne von Gruppen- und Einzelkläranlagen. Geithains Bürgermeisterin hielt entgegen, dass diese Kostendifferenz „marginal" sei. Sie in Zahlen auszudrücken vermochte sie nicht, nannte 15 Prozent, woraufhin Kunath – ausdrücklich ungeschützt – mit der runden Summe von 100 000 Euro operierte.

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger konnte angesichts des Geithainer Vorstoßes, den er im Kern akzeptiert, sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: Drei Jahre habe Mutzschen genau dafür gekämpft. „Da sind wir weggebügelt und ausgelacht worden", meinte er: „Ich begrüße es, dass das Thema endlich in Geithain angekommen ist." Dafür gab es Beifall aus dem Publikum und einen Ordnungsruf des Versammlungsleiters. Nerchaus Bürgermeister Uwe Cieslak nannte es einleuchtend, einen Ortsteil an eine vorhandene Kläranlage anzuschließen, wenn die besser ausgelastet würde. Dem stünden erhebliche Kosten gegenüber, argumentierte Kunath: weniger wegen eines Pumpwerkes und 300 Metern Druckleitung, sondern vor allem wegen des zu verlegenden Trennsystems und mehrfacher Eula-Unterquerungen.

Letztlich scheiterte ein Beschluss nicht an fehlenden Argumenten, sondern an Zahlen. Weil keiner im Raum die Differenz zwischen den Investitionskosten zu beziffern imstande war, „fehlt die wesentliche Grundlage", fasste Wolfgang Heinz zusammen. Die Entscheidung wurde erneut vertagt. Und es war nicht die einzige gestern. „Ich bin entsetzt. Das ist doch kein Arbeitsstil", sagte Berger an die Adresse der Verbandsleitung.

Ekkehard Schulreich

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