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Geithain Windlärm-Kritiker fordern kontinuierliche Messungen
Region Geithain Windlärm-Kritiker fordern kontinuierliche Messungen
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13:42 11.03.2010
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Die Strategie gab die Bürgerinitiative gegenwindlaerm aus. Auf ihrer zweiten Informationsversammlung ging es vor allem um rechtliche Grundlagen, Schattenwurf und Dezibel. Demnächst soll es ein Gespräch beim Umweltamt des Landkreises Leipzig geben. „Wir sind nicht gegen Windenergie. Aber wir wollen Schaden von unseren Bürgern abwenden“, brachte Jochen Seidel das Anliegen der Bürgerinitiative gegenwindlaerm auf den Punkt. Im Januar gegründet als Reaktion auf den Lärm der von den an der Elbisbacher Straße errichteten beiden Windkraftanlagen ausgeht, will das Gremium mindestens erreichen, dass die Beeinträchtigungen so gering wie möglich bleiben. Eingeladen hatte man sich zur gut besuchten zweiten Veranstaltung deshalb nicht nur den Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann, sondern einen Experten vom Verband Windenergie. Inge Scherwinski, die zu den Begründern der Initiative zählt, bedauerte, dass das Landratsamt Antworten auf zentrale Fragen bisher schuldig blieb. Die Forderungen sind klar formuliert: Die Behörde soll sicherstellen, dass der Betrieb der beiden Windräder regelmäßig kontrolliert wird und dass alle in der Genehmigung aufgelisteten Auflagen eingehalten werden. Die Betroffenen wollen wissen, ob tatsächlich die vorgeschriebenen Anstände zu den Wohnhäusern eingehalten wurden und ob durch Abschalt-Zeiten die Lärmbelastungen verringert werden könnten. Vielleicht erhält die Initiative ja demnächst aus erster Hand das Gewünschte. Denn Wolfgang Klinger, der erste Beigeordnete des Landrates, hat Bürgermeister und Bürgerinitiative zu einem Gespräch ins Umweltamt eingeladen. „Dort können wir darüber sprechen, wie die Prüfungen ablaufen sollen“, sagte Bürgermeister Josef Eisenmann. Er schlug vor, die von Anwohner Uwe Schenke täglich angefertigten Protokolle den behördlichen Erhebungen gegenüberzustellen. Ohnehin laufe im April die Sechs-Monats-Frist ab, binnen der der Investor Pro Ventum die Inbetriebnahmemessung durchführen müsse. Claus-Dieter R. Keck, der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Windenergie, bestärkte die Bad Lausicker in ihrem Engagement. „Sie sind bereits hervorragend informiert“, bescheinigte er zum Auftakt, um Details ausführlicher zu beleuchten. Zum Beispiel die zulässigen Schallimmissionen. In normalen Siedlungsgebieten liegt nachts die Obergrenze bei 45Dezibel, in Wohngebieten bei 40, in Kurgebieten bei 35. Zeitweilige Überschreitungen dieser werte seien zulässig, wobei die Gerichte sich über die Dauer von zeitweilig uneins seien. Kecks Vergleich mit der Geräuschkulisse eines vorbeifahrenden Autos stieß auf Widerspruch: Das Problem sei ja vor allem der gleichförmige, über Stunden andauernde Lärm. Uwe Schenke, der sich zu Jahresbeginn ein Messgerät kaufte, stellte Werte fest, die deutlich über den zulässigen lagen: „Manchmal waren es 55 Dezibel, 60 oder gar 80“, sagte er, wohl wissend, dass seine Messungen durch die Behörden kaum anerkannt würden. Wichtig seien sie dennoch, meinte Inge Scherwinski. Sie gäben der Bürgerinitiative eine Richtung vor: „Der subjektive Eindruck der Lärmbelästigungen wird manifestiert.“ Das meint auch Schenke: „Unser Problem ist, dass der Lärm auch in weiter entfernte Gebiete dringt.“ Bei dem Gespräch im Landratsamt wird die Initiative darauf drängen, dass das Problem des Schattenwurfes berücksichtigt wird. In der Genehmigung sei festgelegt, dass das Grundstück Elbisbacher Straße 1 nur an acht Tagen im Jahr und maximal eine halbe Stunde pro Tag durch den Schlagschatten der Rotorblätter berührt werden dürfe. Anderenfalls müssten sich die Windräder automatisch abschalten. Peter Müller von der Bürgerinitiative gab Keck einen grundsätzlichen Gedanken mit auf den Heimweg: „Es gibt in Deutschland 700 Bürgerinitiativen, die sich gegen solche Anlagen wenden. Der Verband Windenergie sollte überlegen, woran das liegt.“ Das Unternehmen Pro Ventum GmbH möchte sich zu den Fragen, die die LVZ vorlegte, nicht äußern. Prokurist Andreas Otto sagte, aus seiner Sicht bringe eine solche Diskussion in der Öffentlichkeit nichts.  

Ekkehard Schulreich

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