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"Wir stehen gut zusammen"

"Wir stehen gut zusammen"

Geithain.Vor einem Jahr brach der Großbrand im Geithainer Unternehmen Holzwerke Ladenburger aus. Er bewegte die ganze Region. Erst Monate später stand fest: Ein technischer Defekt hatte das Feuer verursacht.

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Feuerwehrleute kämpfen am 13. August 2013 gegen den Großbrand in den Geithainer Holzwerken Ladenburger.

Quelle: Volker Schwarze

Gegen 20.45 Uhr hatten Mitarbeiter an jenem 13. August 2013 das Feuer während ihrer Schicht entdeckt, alarmierten Feuerwehr und Polizei. Die Geithainer Wehr traf 20.52 Uhr als Erste ein. Kurz nach 21 Uhr wurden dann die Feuerwehrleute von Narsdorf, Ossa, Rathendorf alarmiert, listet Carola Schneider, die Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes, auf. Die Wehren von Bad Lausick, Kohren-Sahlis, Borna, Tautenhain und Frohburg folgten kurze Zeit später. Schließlich waren auch Colditz, Flößberg, Hohnbach, Eschefeld, Frankenhain, Ballendorf und Ebersbach vor Ort.

 

 

131 Brandschützer waren im Einsatz. Landwirtschaftsbetriebe fuhren Löschwasser heran, Unterstützer kümmerten sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. Doch es gab in jener Nacht auch Schaulustige, die das Löschen behinderten. Erst gegen 4 Uhr früh war das Feuer unter Kontrolle, das noch Tage weiter schwelte. Die letzten Feuerwehrleute waren wegen der Brandwachen bis zum 16. August um 14.59 Uhr vor Ort.

 

 

Einen Schaden von weit über 20 Millionen Euro hat dieser Großbrand angerichtet. Zwei Produktionshallen sind komplett abgebrannt. Neben Gebäuden und Maschinen ist auch Warenbestand Opfer der Flammen geworden.

Zu rund 30 Prozent sei der Schaden unterdessen behoben, erklärt auf LVZ-Nachfrage Markus Hauber, einer der drei Geschäftsführer der Ladenburger-Gruppe. Die beiden abgebrannten Hallen seien noch nicht wieder aufgebaut, die Gespräche mit der Versicherung würden noch laufen. Der heutige 13. August sei ein Tag wie jeder andere, sagt er. Viel zu tun werde es geben, wie an jedem anderen Tag. "Die Zeit ist verflogen, wir sind stolz auf das, was wir geschaffen und geleistet haben", so der Geschäftsführer. Ein anderer Betrieb würde einen Schaden in dieser Größe eventuell gar nicht überleben.

 

 

Die rund 240 Mitarbeiter in Geithain fertigen vor allem Fassadenverkleidungen und Terrassenoberflächen, aber auch verschiedenstes Holz für den konstruktiven Bereich. Der Brand habe die Mannschaft enger zusammenrücken lassen. Hauber: "Wir stehen gut zusammen und kämpfen miteinander." Die gesamte Branche habe es dieses Jahr schwer. "Wir behaupten uns gut gegenüber den Wettbewerbern." Weder diese noch die Kunden würden etwas von dem Ereignis vor einem Jahr spüren, betont der Geschäftsführer.

 

 

Lange hatten die umfangreichen Ermittlungen der Polizei zur Brandursache gedauert, zum Jahreswechsel stand sie immer noch nicht fest. Beteiligt waren Brandursachenermittler der zur Polizeidirektion Leipzig gehörenden Kriminalpolizeiinspektion sowie des Landeskriminalamtes Sachsen. Unterstützt wurden sie vom Institut für Schadensverhütung und Schadensforschung, informiert auf LVZ-Nachfrage Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig. Im Rahmen der Untersuchungen seien die Ermittler hinsichtlich der Ausbruchsstelle und der Ursache des Feuers zu dem Schluss gekommen, dass der Brand durch austretendes Hydraulik-Öl verursacht wurde. Das sei an einem porösen oder geplatzten Hydraulikschlauch an der Hobelmaschine ausgetreten und habe sich in der Folge an heißen Maschinenteilen oder Abrissfunken der E-Motoren der Maschine entzündet. "Die Untersuchungen erbrachten keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Handeln oder Unterlassen, so dass als Brandursache ein technischer Defekt - ohne menschliches Verschulden - vorliegt", fasst Loepki zusammen.

 

 

Die Suche nach der Brandursache war auch für die Stadt ein wichtiges Thema. Über 56 000 Euro haben Kommunen der Region für den Einsatz ihrer Feuerwehren damals in Geithain geltend gemacht. Das Unternehmen hätte das nur zu tragen gehabt, wenn es sich um einen Brand mit vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Ursache gehandelt hätte. Bei einem "normalen Brand" habe die Kommune die Kosten zu tragen, das sei hier der Fall gewesen, erklärt Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos).

 

 

"Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt, und ich bin froh, dass in Folge des Brandes keine Arbeitsplätze verloren gegangen sind", betont die Stadtchefin. Der Standort des Unternehmens sei gesichert. Um so wichtiger wäre nun, dass alle notwendigen Einrichtungen für die Brandverhütung vorhanden sind, um so etwas für die Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern. Bauer: "Ich wünsche mir, dass sich so eine Katastrophe nie wiederholt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2014
Engelhardt

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