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Wirbel um Erhalt der Gartenanlage

Wirbel um Erhalt der Gartenanlage

Wirbel um eine Presseinformation des Regionalverbands der Kleingärtner gab es vorgestern Abend im Geithainer Stadtrat. Dort hieß es, dass die Kleingartenanlage "Alte Heimat" in Geithain unbedingt erhalten bleiben solle.

Geithain. Das hätten Gespräche mit der Stadtverwaltung ergeben. Im Stadtratsrund sorgte das für einigen Unmut und vor allem die Frage: Warum wurde das oberste Gremium der Stadt nicht in eine Entscheidungsfindung einbezogen?

"Ich finde es schon sehr verwunderlich, dass ich so etwas in der Zeitung lesen muss, ohne das wir davon wissen. Ich hielte es schon im Stadtrat für diskussionswürdig, wie mit dem Gelände umgegangen werden soll mit Blick auf die Hochwassergefahren", so Stadträtin Gabriele Sporbert (CDU). Offensichtlich sei ja vom Kleingartenverband mit der Stadtverwaltung verhandelt worden. Sie denke, dass für dieses Gebiet nach wie vor eine latente Gefahr durch Überschwemmungen bestehe, so die Theusdorferin. Deshalb auch berühre eine Entscheidung, für was künftig diese Flächen in Anspruch genommen werden sollen, viele Partner.

Das sah Ludbert Schmuck (WVWV) nicht anders. "Es muss hier erstmal überhaupt entschieden werden, ob die Anlage gelassen oder aufgelöst wird, ehe über Details beraten wird", reagierte er auf die vorherige Antwort von Bürgermeister Romy Bauer (parteilos), dass die Klärung von Einzelheiten - beispielsweise Vorstellungen zur Herausnahme von Teilbereichen aus der Anlage - noch nicht so weit gediehen seien, um den Stadtrat zu unterrichten.

Mario Frommhold (CDU) stieß ebenfalls auf, dass in Geithain zwar einiges zur Beseitigung der Hochwasserschäden, aber kaum etwas für den vorbeugenden Hochwasserschutz getan werde: "Gartennutzung wäre in diesem Fall für mich eine untergeordnete Nutzung, wenn es darum geht, künftig die Häuser und Wohnungen unterhalb dieses Eulaabschnitts besser vor Hochwassergefahren zu schützen. So sehr ich den Wunsch manches Gartenbesitzers zum Erhalt verstehen kann." Aber es gäbe genug freie Gärten in anderen Anlagen Geithains. Deshalb sei für ihn die Frage, die unbedingt zumindest im Ausschuss besprochen und beantwortet werden müsse: "Was machen wir mit dieser Fläche im Sinne der Stadt Geithain?" Die Bürgermeisterin sicherte zu, dass im nächsten Verwaltungsausschuss die Problematik auf die Tagesordnung komme.

"Ich denke, dass insgesamt ein Konzept für den Hochwasserschutz fehlt. Was ist beispielsweise mit der Pflege der Eula im Wickershainer Bereich oder der Öffnung des Flusses im Stadionbereich?", ist für Udo Berger (UWG) die Situation unbefriedigend. Das sah auch Bauer nicht anders. Auf der Prioritätenliste Gewässer 1. Ordnung spiele die Eula keine Rolle, sei nicht erfasst. Hinsichtlich der Oberläufe für Gewässer 2. Ordnung, die in Verantwortung der Kommune lägen, müsse die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen. Geld, dass sie nicht habe. Bauer ließ allerdings wissen, dass zumindest der Oberfürstenteich als Rückstaureservoir vorbereitet und entschlammt werden solle.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2014
Lang, Thomas

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