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Wirbel um Nenkersdorfer Stege und Wege

Wirbel um Nenkersdorfer Stege und Wege


Nenkersdorf. Es ist inzwischen fast ein Jahr her, dass für den Frohburger Ortsteil Nenkersdorf das Straßenbestandsverzeichnis überarbeitet wurde.

. Was mit sich brachte, dass einige Feldwege und Gassen, auch drei bis dahin beschränkt öffentliche Wege nicht mehr gewidmet sind – die Borngasse, die Kirchgasse und ein Fußweg am Grundstück Nenkersdorfer Hauptstraße/Töpferberg. Das sorgte in den Monaten danach für einigen Wirbel im Ort, führte zu Einsprüchen der Teilnehmergemeinschaft, zu Unterschriftensammlungen. Vor allem, weil vielen die Folgen nicht klar waren.

„Ich glaube, dass wir damals unterschätzt haben, dass es die Bürger durchaus bewegt, wenn Wege entwidmet werden. Weil sie nicht wissen, was dann wird, sie Angst haben, dass nun dort jeder tun und lassen kann, was ihm beliebt. Wir müssen also künftig noch mehr vorher das Gespräch suchen", ist ein Fazit, das Andreas Mertin, der Ortsvorsteher von Nenkersdorf/Schönau aus diesem Vorfall zieht.

Wobei er zugleich kein Hehl daraus macht, dass er die Herangehensweise der Stadt billigt und als richtig empfindet. Dieser Schritt müsse vollzogen werden und werde auf jeden Fall künftig in allen Frohburger Ortsteilen nach und nach passieren. „Zum einen sehe ich in der aktualisierten Fassung keine dramatischen Auswirkungen. Denn es sind für Nenkersdorf immerhin 17 Gemeindestraßen, neun öffentliche Feld- und Waldwege und vier beschränkt-öffentliche Wege ausgewiesen. Zum anderen kann ja nicht sein, dass die Stadt für alles verantwortlich ist", so Mertin. Dass nach dem Stadtratbeschluss innerhalb des Ortes Ängste unter den Einwohnern geschürt wurden, hält er deshalb für kontraproduktiv. Weiß aber auch, dass inzwischen schon einige der aufgekommenen Fragen im Sinne der Bürger geklärt werden konnten.

Eine davon betrifft den Steg auf der Kirchgasse – das kleine Verbindungsbrücklein für eine kurzen Weg zwischen Kirchgelände und Hauptstraße. Hatten die Untersuchungen der Frohburger Stadtverwaltung zunächst ergeben, dass dieser Übergang so geschädigt sei, dass er abgerissen werden müsse, so sah und sieht der Ortschaftsrat deren Zustand für nicht so prekär an. Ergo ist der nunmehrige Stand: Die Brücke bleibt, erhält ein Schild, dass ihr Betreten verboten ist. Wer sich nicht daran halte, tue das auf eigene Gefahr. „Wir haben mit der Kirchgemeinde inzwischen vereinbart, dass sie einen entsprechenden Antrag stellen wird, den Steg in ihre Verantwortung zu übernehmen. Wenn wir vielleicht dann daran noch etwas tun, kann der Kirchsteg bestimmt noch Jahre gefahrlos genutzt werden", benennt der Ortsvorsteher ein Beispiel.

Entgegen tritt der Nenkersdorfer – zugleich Stadtrat in Frohburg – auch allen Gerüchten und Spekulationen, dass in der ebenfalls für den öffentlichen Verkehr einbezogenen Hohle alle Bäume gefällt würden. „Davon ist unserem Ortschaftsrat nichts bekannt. Sollte die Stadt so etwas vorhaben, würde das auf jeden Fall erst mit uns abgestimmt", ist sich Mertin sicher.

Und der Nenkersdorfer sieht auch Möglichkeiten, einzugreifen, wenn ein Privatbürger nicht möchte, dass andere Einwohner einen Weg benutzen, der über sein Grundstück geht. Einen solchen aktuellen Fall gäbe es im Territorium. „Da gerade im Zuge der Flurneuordnung in den beiden Ortsteilen Nenkersdorf und Schönau Vermessungen stattfinden, können wir durchaus darauf einwirken, dass ein Grundstück nicht in Privatbesitz bleibt, sondern der Allgemeinheit dient", macht der Ortsvorsteher Hoffnung.

Thomas Lang

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