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Wochenendydill und Touristen-Station

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"Montags denken wir immer schon an Freitag. Dann geht es wieder hierher auf den Campingplatz", erzählen Maike und Bernd Hempel. Das Ehepaar aus Ronneburg ist eines von vielen Dauercampern, die ihre Wochenenden auf dem Campingplatz "Landidyll" am Beuchaer Oberweg verbringen.

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Inhaberin Erika Wiedemann (links) steht mit ihren 74 Jahren immer noch jeden Tag auf ihrem Campingplatz "Landidyll". Enkelin Peggy Wiegmann (re.) hat die Geschäftsführung übernommen.

Quelle: Peter Krischunas

Bad Lausick. 50 der insgesamt 65 Stellplätze sind derzeit von Dauercampern belegt, wie Inhaberin Erika Wiedemann erklärt. Mittlerweile hat ihre Enkelin Peggy Wiegmann die Geschäftsführung übernommen.

 

 

Man fährt aus Bad Lausick raus in Richtung Lauterbach, nimmt am Kreisverkehr die dritte Abfahrt und dann sind es nur noch rund fünfhundert Meter grade aus. "Und schon ist man inmitten von Feldern und einer Obstbaumplantage, weit weg vom Alltagsstress", sagen die Hempels. Sie arbeiten in anstrengenden Berufen. Er ist technischer Konfektionär und Richtmeister (Sattler), sie Verkäuferin. "Da tut die Ruhe hier am Wochenende richtig gut. Und die Anfahrt dauert gerade mal eine dreiviertel Stunde", so die Ronneburger.

 

 

1991 eröffnete Erika Wiedemann gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim den Campingplatz, der auf ihrem eigenen Grund und Boden steht. Früher hatten sie hier ein Fuhrunternehmen und eben die Obstplantage. Joachim Wiedemann, der 2008 verstarb, war Taubenzüchter und lud einmal Gleichgesinnte und Bekannte aus Österreich und Westdeutschland hierher ein. Die reisten mit Wohnwagen an und waren wegen der schönen Landschaft und Ruhe schlichtweg begeistert. "So kamen wir auf die Idee, hier einen Campingplatz zu eröffnen", erzählte die 74-Jährige. Man habe vom Sanitärtrakt bis hin zu Wasser-Rohleitungssystem und den Anpflanzungen alles selber gemacht. Heute kümmert sich Enkeltochter Peggy darum und wird dabei von ihrem Ehemann Martin nach Feierabend unterstützt.

Neben den 65 Stellplätzen für die Wohnwagen der Dauercamper stehen 20 Plätze für Kurzzeitcamper mit Wohnmobilen sowie weitere Plätze für Zelte zur Verfügung. Außerdem können zwei Bungalows und ein großer Wohnwagen gemietet werden. Laut Erika Wiedemann können die Camper das Obst wie Äpfel, Kirschen und Johannesbeere zum Einkochen oder direkt zum Essen ernten, ohne etwas dafür zahlen zu müssen.

 

 

Für Hildegard Nadler und ihren Lebenspartner Alfred Menzel ist das ein ganz großes Plus. "Gerade habe ich 23 Gläser Kirschen eingekocht", erzählte die Rentnerin stolz. Eigentlich leben die beiden in Geithain im betreuten Wohnen. Doch sie ist Asthmatikerin, und die Luft in der Stadt sei wegen der fehlenden Bäume recht trocken. "Die Landluft hier auf dem Platz tut mir sehr gut", so die 78-Jährige. Die Lebenspartner haben sich vor fünf Jahren ihr kleines Domizil eingerichtet. Dafür haben sie einen komfortablen Wohnwagen unter ein großes Vordach gestellt. Die Küche wurde ausgelagert. "Damit haben wir auch in unserem kleinen Wohnzimmer immer gute Luft", erklärte der 77-jährige Alfred Menzel und zeigte auf einen kleinen Holzverschlag mit Küchenzeile, direkt angrenzend an der Wohnwagentür.

Peggy Wiegmann ist auf dem Platz sozusagen aufgewachsen. "Ein Leben an einem anderen Fleck der Erde kann ich mir nicht vorstellen", so die 25-Jährige, die nur wenige Meter entfernt mit ihrem Ehemann Martin Wiegmann wohnt. Sie liebt es, jeden Tag mit ihrem Billy, einem Beagle, hier ihre Runden zu drehen, um nach dem Rechten zu schauen und mit den Campern zu schwatzen.

 

 

Durch die zentrale Lage zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz nächtigen hier auch immer mehr Kurzzeitcamper, die Peggy gerne als "Touristen" bezeichnet. "Sie übernachten auf dem Platz und fahren am nächsten Tag weiter, um die Sehenswürdigkeiten zu besuchen", erzählte sie. Das Neuseenland südlich von Leipzig sei ebenfalls für manche ein Reiseziel. "Jedoch vermissen viele Campingfreunde ein ordentlich ausgebautes Radwegenetz", hört Peggy Wiegmann immer wieder. Sie habe noch alte Landkarten, auf denen viele ehemalige Feldwege eingezeichnet sind. "Die meisten davon sind aber mittlerweile verschwunden, leider", bedauert sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.08.2014
Peter Krischunas

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