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Geithain Wohnen unter großen Bäumen: Bad Lausick schlägt alten Kindergarten los
Region Geithain Wohnen unter großen Bäumen: Bad Lausick schlägt alten Kindergarten los
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16:00 26.08.2016
Ein Privatinvestor will Wohnraum am alten Kastanieneck in Bad Lausick schaffen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick

Vor exakt einem Jahrzehnt unternahm der Bad Lausicker Stadtrat erstmals Anlauf, das Areal des einstigen Kindergartens „Kastanieneck“ an den Mann zu bringen. Er scheiterte. Pläne für einen Einkaufsmarkt stießen bei Anwohnern auf Widerstand und waren bei den Parlamentariern umstritten. Seither regierte der Verfall. Das soll sich nun ändern: Ein Bad Lausicker Unternehmer kauft die Immobilie jetzt, will Wohnungen schaffen. Möglichst noch im Herbst sollen die maroden Gebäude abgerissen werden.

„Ich freue mich, dass ein Schandfleck beseitigt wird“, sagte Manfred Hönig (SPD). Immerhin befindet sich die von vielen großen Bäumen bestandene Fläche in bester Lage an der Leipziger Straße. Der lange nicht übermalte Schriftzug an der Kindergartenruine „Guten Morgen, ihr Arbeitsfuzzis!“ war weithin bekannt, bot Diskussionsstoff. Hönig wies auf weitere markante wie verkommene Grundstücke in der Innenstadt hin – bei denen aber fehle der Stadt die Handhabe, etwas zum Besseren zu wenden.

Der zweite aktuelle Interessent für das Grundstück, der Discounter Norma, sei damit wohl aus dem Rennen, wollte Horst Juhlemann (AfD) wissen. Das bestätigte Bürgermeister Michael Hultsch (parteilos). „Ich bin froh, dass Wohnungen hinkommen“, meinte Tim Barczynski (Linke). Das sei das, was passe und was man an dieser Stelle wolle – am Tor zur Stadt aus Richtung Norden. Das bekräftigte Hultsch: „Jetzt gibt es die Chance, das Stadtbild positiv zu verändern.“ Trotzdem erinnerte Udo Goerke (CDU) daran, dass besagter Schandfleck längst hätte beseitigt sein können. Hätte der Stadtrat nicht seinerseits auf Druck aus der Nachbarschaft einen Rückzieher gemacht, so dass die Supermarkt-Pläne platzten. Eine Entscheidung, die im Parlament seinerzeit nur eine knappe Mehrheit fand.

„Hier soll sich so schnell wie möglich etwas tun“, sagte der Käufer Falk Mäding. Er plane noch im Herbst den Abriss der baufälligen, leerstehenden Häuser, die über Jahrzehnte den Kindergarten und Wohnungen beherbergten. Danach gehe er zügig an eine Neubebauung: mit Wohnungen entlang der Straße und mit zwei, drei Einfamilienhäusern in der Tiefe des weitläufigen grünen Geländes: „Der Baumbestand soll weitgehend erhalten bleiben.“

Grundlage des Verkaufs durch die Stadt ist ein Wertgutachten, 2006 in Auftrag gegeben und vier Jahre später überarbeitet. In dieser Zeit halbierte sich der Schätzwert des knapp 4000 Quadratmeter großen Areals, und seither, so die Stadt habe sich der Zustand der ungenutzten Gebäude „weiter verschlechtert“. Für das Gros der zusammengefassten Grundstücke wurde jetzt der Quadratmeter-Preis von 35 Euro aufgerufen, der dem Bodenrichtwert laut Gutachterausschuss entspricht und der Summe von 2010 entspricht. Der Stadtrat stimmte dem Verkauf einhellig zu.

Von Ekkehard Schulreich

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