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Wohnen zwischen Markt und Wyhra: Frohburg stellt Weichen für neuen Stadtteil

Stadtrat Wohnen zwischen Markt und Wyhra: Frohburg stellt Weichen für neuen Stadtteil

Ein Frohburger Filetstück soll endlich entwickelt werden: die Brache der in den Neunzigerjahren abgewickelten Wäscheunion. Nur zwei, drei Gehminuten sind es von dort bis zum Markt. Die Wyhra und Grün rahmen das Areal ein. Entwickeln und bebauen soll es die Unternehmensgruppe Drösel, die in der Stadt bereits vielerorts investierte.

Rückblick auf den Baustart für Parkplätze auf dem Gelände der ehemaligen Wäscheunion in Frohburg, hinten links die neue Krippe. Nun soll in diesem Bereich ein neues Wohngebiet entstehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Ein neues Stadtviertel unmittelbar im Frohburger Stadtzentrum soll ab Mitte nächsten Jahres entstehen: Auf dem Areal östlich des Marktes, auf dem sich einst die Textildruckerei befand, will ein privater Investor Wohnungen errichten. Der Stadtrat stimmte bei einer Gegenstimme zu, der Drösel Wohn- und Gewerbebau GmbH eine Kaufoption einzuräumen. Damit kann die mit den konkreten Planungen beginnen.

Die Kommune hatte sich in den vergangenen Jahren vergeblich bemüht, einen privaten Interessenten zur Entwicklung dieses in einem Bogen der Wyhra liegenden Geländes zu finden. Drösel ist in Frohburg alles andere als ein Unbekannter: Er errichtete zwei Altenheime, vier Dutzend Eigenheime, weitere Gebäude zum auch betreuten Wohnen.

„Wir erhoffen uns ein attraktives Wohngebiet, das die Innenstadt belebt“, sagte Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW). Möglich – und von der Stadt durchaus gewünscht – sei auf der 6100 Quadratmeter großen Fläche neben dem Bau von Wohnungen auch der von Geschäftsräumen in der Erdgeschoss-Zone für Dienstleistungen und kleinteiligen Handel.

Vor einem Jahrzehnt hatte die Stadt mit dem Abbruch der Substanz des Traditionsbetriebes Textildruckerei/Wäscheunion begonnen, später die Kinderkrippe „Storchennest“ errichtet und eine Teilfläche zum Parkplatz gemacht. Eine kommunale Entwicklung und Nutzung komme nicht in Frage, so Hiensch. Die seit 2011 betriebene Suche nach einem Investor für ein neues Stück Stadt sei allerdings ins Leere gelaufen.

Dass die Stadt dem Drösel’schen Unternehmen lediglich eine Kaufoption per 1. August 2018 einräumt, hängt mit der Bindefrist von Fördermitteln zusammen. Die nutzte die Stadt, um die Industriebrache zu beräumen – und müsste sie zurückzahlen, würde sie vor diesem Termin verkaufen. Das soll vermieden, dem Interessenten andererseits schon jetzt die Chance gegeben werden, die Fläche zu überplanen.

Hiensch äußerte die Vision, dass schon im kommenden Jahr mit der Bautätigkeit begonnen werde und 2020 die ersten Wohnungen bezugsfertig seien. Das Vorhaben würde nicht nur das Bild der Innenstadt bereichern und dem Bedarf an Wohnraum entsprechen. Die Stadt käme in den Genuss von 300 000 Euro Verkaufserlös; eine wichtige Säule des in der Planung befindlichen Doppelhaushaltes 2017/18.

„Aus Sicht der Verwaltung gibt es keinerlei Bedenken an der Seriosität des Investors“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Probleme mit einer vor Jahren nicht standfesten Stützmauer im Wohngebiet Bergstraße. Dort drohten mehrere Eigenheime, die Drösel errichtet hatte, abzurutschen, was zu langwierigen Gerichtsverfahren führte. Die seien längst beendet, die Schäden behoben, so Hiensch. Es gebe deshalb keinen Grund für Zweifel „an einem der größten Arbeitgeber von Frohburg“.

Da der Beschluss bereits in den Gremien ausführlich besprochen war, äußerte sich in der Ratssitzung keiner der Parlamentarier dazu. Lediglich einer versagte dem Beschluss seine Zustimmung.

Von Ekkehard Schulreich

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