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Wüstenhain demnächst am Abwassernetz: AZV Wyhratal setzt auf zentrale Entsorgung

Abwasserreinigung Wüstenhain demnächst am Abwassernetz: AZV Wyhratal setzt auf zentrale Entsorgung

Nur wenige, die im Kohrener Land eine Immobilie haben, mussten selbst in die vollbiologische Abwasserklärung investieren: Der AZV Wyhratal setzt konsequent auf zentrale Anschlüsse, wo es möglich ist. Er hat dieses ambitionierte Vorhaben fast geschafft.

Am Ortseingang aus Richtung Gnandstein entstand in Wüstenhain ein Pumpwerk. Der kleine Platz davor dient künftig als Ausweichstelle für den Verkehr.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Wüstenhain. Ein großes Vorhaben findet in einem kleinen Dorf demnächst seinen Abschluss: Wenn der Abwasserzweckverband (AZV) Wyhratal alle Anschlüsse in Wüstenhain fertiggestellt hat, dann hat er das Kernziel seines Abwasserbeseitigungskonzeptes umgesetzt: Mehr als 80 Prozent aller Grundstücke im Verbandsgebiet, das die Territorien von Frohburg, Kohren-Sahlis, Narsdorf sowie Teile der Stadt Geithain umfasst, an die zentrale Entsorgung anzuschließen. Lediglich weniger als ein Fünftel der Grundstückseigentümer waren damit gezwungen, selbst in vollbiologische Kleinkläranlagen zu investieren. Damit verfolgt der AZV eine andere Strategie als benachbarte Zweckverbände. In Wüstenhain, dem südlich der Gnandsteiner Burg gelegenen Dörfchen, steht der Bau der Kanäle und Hausanschlüsse vor dem Abschluss – obwohl hier lediglich 30 Menschen zu Hause sind und nur ein Gewerbebetrieb existiert.

„Wir gehen davon aus, dass eine zentrale Entsorgung besser ist als viele Kleinkläranlagen“, sagt Peter Hiensch, der Technische Leiter des AZV. Deshalb habe man auch in kleineren Ortschaften geprüft, ob ein Anschluss mit vertretbarem Aufwand machbar sei. Und man habe sich auch dort zu investieren entschlossen, „wo es sich nicht so gut rechnet“. In Wüstenhain etwa geht es um 315.000 Euro. Das Bad Lausicker Unternehmen RMO verlegte dafür eine mehr als einen halben Kilometer lange Druckwasserleitung in Richtung Gnandstein, innerorts 300 Meter Kanal und 100 Meter Hausanschluss-Leitungen, errichtete am Dorfrand zudem ein Pumpwerk, das das Abwasser bis zum von Dolsenhain nach Gnandstein verlaufenden Sammler befördert. Unmittelbar neben dem Pumpwerk entstand eine gepflasterte Fläche, die beim Begegnungsverkehr vor allem mit großer Landtechnik genutzt werden kann. Das historische Pflaster, mit dem die Wüstenhainer Anfang der Fünfzigerjahre ihre Dorfstraße versahen und das zusammen mit der historischen Bausubstanz ein idyllisches Bild gibt, wurde auf Wunsch der Einwohner nur gequert, nicht aber durch Asphalt ersetzt. Die Arbeiten enden demnächst.

„Die Baufirma leistet eine ordentliche Arbeit“, meint der Kohrener Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Er unterstütze die Strategie des AZV, auch kleinere Siedlungen nach Möglichkeit ans Netz zu bringen. Das habe sich in Wüstenhain angeboten, da der Sammler, der zur Benndorfer Kläranlage führe, nicht allzuweit entfernt verlaufe. In wenigen Tagen soll im Stadtgebiet eine letzte große, mehrfach verschobene Verbands-Investition beginnen: der Bau eines Sammlers, der von Terpitz nach Kohren-Sahlis führt. Er ersetzt die provisorische Kläranlage von Terpitz, die seit 1995 in Betrieb ist. Für Mohaupt ist das eine weitere gute Nachricht.

Der Bau dieses Sammlers starte Ende Oktober, Anfang November, sagt Peter Hiensch. In Abhängigkeit von der Intensität des nächsten Winters rechne er mit einer Fertigstellung im Frühjahr. Rund eine halbe Million Euro soll der Kanal kosten. Ist der schließlich nutzbar, dann kommen in der Kläranlage des Verbandes in Benndorf Abwässer von rund 10 000 Menschen und zudem aus Betrieben an, um gereinigt zu werden. Damit erreicht die Anlage die vorgesehene Auslastung.

Von Ekkehard Schulreich

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