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Zentrales Museumsdepot in Prießnitz geplant

Zentrales Museumsdepot in Prießnitz geplant

Erhebliche Veränderungen stehen im Frohburger Ortsteil Prießnitz an. Der Stadtrat hat auf seiner Sitzung Donnerstagabend beschlossen, Fördermittel für den Abbruch des Gebäudekomplexes "Am Waldbad" sowie des ehemaligen Gemeindeamtes zu beantragen.

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Das leer stehende Gebäude des ehemaligen Gemeindeamtes (rechts im Bild) soll verschwinden, wenn es mit dem Fördergeld klappt.

Quelle: Inge Engelhardt

Frohburg. In einem Seitenflügel des Herrenhauses sowie unter dem Dach des Schlosses soll ein zentrales Museumsdepot für die gesamte Region entstehen. Dafür erhalte das Frohburger Rathaus breite Unterstützung von umliegenden Kommunen und dem Landkreis, so Bürgermeister Wolfgang Hiensch.

 

 

Museen der Region platzen teilweise aus den Nähten, bekommen bei neuen Schenkungen Platzprobleme. Auch das Landratsamt verwaltet zahlreiche Zeugnisse der Geschichte aus den ehemaligen Landkreisen Borna und Geithain. Solchen Stücken soll künftig ein zentrales Museumsdepot in Prießnitz sicheren und großzügigen Raum bieten. Eingang in ein entsprechendes Förderprogramm hat dieses Vorhaben bereits gefunden. Förderkriterium ist jedoch nicht nur eine tragfähige Nutzungsidee für die Gebäude, sondern auch, dass der angezeigte Bedarf überregional abgestimmt ist. Frohburg würde das Projekt zwar alleine stemmen, doch die Nachbarkommunen und der Landkreis müssen das Konzept mittragen.

 

 

Dazu habe in der Vorwoche eine Beratung stattgefunden, informierte Wolfgang Hiensch (BuW) seine Stadträte. Die anwesenden Bürgermeister beziehungsweise ihre Vertreter sowie Manfred Schön, Leiter des Kultusamtes der Kreisverwaltung, hätten dort ihre Unterstützung zugesichert. Nun werde dazu eine Kooperationsvereinbarung entworfen, kündigte das Stadtoberhaupt an. Damit jeder Stadtrat jeder Kommune im Umland einbezogen wird, sollen alle Parlamente über diese Vereinbarung befinden. In Frohburg selbst wird das Projekt Gegenstand der nächsten Ratssitzung sein.

 

 

Geplant sei, einen Seitenflügel des Herrenhauses bis Ende 2015 baulich so weit vorzurichten, dass er als Museumsdepot dienen kann, kündigte der Bürgermeister auf LVZ-Nachfrage an. Ab 2016 könnten entsprechende Arbeiten im Schloss beginnen. Lagermöglichkeiten von Museumsgütern sollen hier vor allem unter dem Dach entstehen. Der Einbau eines Fahrstuhls ist vorgesehen.

 

 

Noch deutlich mehr als derzeit könnte das Schloss auf das Ortsbild in Prießnitz ausstrahlen, wenn die Stadt ein Vorhaben umsetzt, dessen Förderantrag der Stadtrat am Donnerstag beschlossen hat: den Abbruch des ehemaligen Gemeindeamtes, das derzeit wie ein Seitenflügel an dem historischen Gebäude steht. Gleiches sieht der Beschluss auch für den Gebäudekomplex "Am Waldbad" vor. Beide Häuser stehen schon lange leer und bringen deshalb keine Einnahmen - sie verursachen jedoch Betriebskosten und würden ganz erhebliche Investitionen erfordern. Schon lange sucht das Rathaus Auswege aus diesem Dilemma, nun soll es der Abriss und eine Renaturierung sein.

Dabei ist dem Stadtoberhaupt bewusst, dass viele Prießnitzer in Aufbau und Unterhaltung der Gebäude "Am Waldbad" viel Kraft und Engagement gesteckt haben, mit diesem Areal viele Erinnerungen an Badetage und Feste verbinden. Er hofft, dass die Prießnitzer und insbesondere der Heimatverein das Engagement der Stadt für Schloss und Rittergut würdigen und verstehen, dass nicht alles geht. Allein dieses Jahr investiert die Kommune laut Hiensch über 900 000 Euro in Herrenhaus und Schloss, etwa zur Hälfte Eigenmittel.

 

 

Der Ortschaftsrat empfehle, dem Vorhaben zuzustimmen, erklärte Roswitha Woiton (CDU), sie habe sich dazu auch mit Mitgliedern des Heimatvereins verständigt. Er habe das Thema ebenfalls im Ort verbreitet, sagte Egbert Korndörfer (Freie Wählergemeinschaft) und habe niemanden gefunden, der strikt dagegen sei. "Ich bin erstaunt, dass dem offenbar niemand eine Träne nachweint", erklärte der Prießnitzer, er selbst sei zuerst nicht dafür gewesen.

Mit einer Enthaltung nahm der Stadtrat den Beschluss an. In Aussicht steht ein Fördersatz von 90 Prozent, der Antrag muss bis 30. April gestellt werden. Das wäre "wie ein Fünfer im Lotto", so Hiensch, der davon ausgeht, dass eines der Vorhaben genehmigt wird - und hofft, dass es für beide klappt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.04.2013

INGE ENGELHARDT

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