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Geithain Zerschlagene Bad Lausicker Rotwild-Plastik ist wieder zusammengefügt
Region Geithain Zerschlagene Bad Lausicker Rotwild-Plastik ist wieder zusammengefügt
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16:19 16.03.2011
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Bad Lausick

Wenn im Frühjahr der Garten des Kur- und Stadtmuseums öffnet, ist die Plastik ein Blickfang.

Ein Sack voller Keramikscherben - das blieb vor ein paar Jahren von der Rotwild-Gruppe, die über Jahrzehnte in der Grünanlage gegenüber des Bad Lausicker Bahnhofes stand. Mehrfach hatten Unbekannte das Kunstwerk von Gustav Tschech-Löffler, der in der Kurstadt lebte und arbeitete, attackiert und schließlich derart beschädigt, dass die Stadt die Plastik abbaute. Selbst Bruno Kubas, ein Bildhauer-Freund Tschech-Löfflers, in dessen Werkstatt nahe Torgau die Stadt die Scherben schließlich brachte, konnte nicht helfen. „Sie zusammenzusetzen, wird nicht mehr gelingen. Schade drum", sagte er vor zwei Jahren der LVZ. Für Bürgermeister Josef Eisenmann war das wie ein endgültiger Abschied von dem beliebten Kunstwerk, das Tschech-Löffler der Stadt 1948 geschenkt hatte.

Diese ungünstige Prognose schreckte Erwin Löffelmann nicht ab, es dennoch zu versuchen. „Ich hatte von einem speziellen Steinkleber gelesen und dachte: Mach es einfach", sagt er. Steinmetz Michael Winzer versorgte ihn mit den nötigen Komponenten; dann legte Löffelmann los. Mit Kleben allein war es nicht getan, denn die Zerstörer hatten Kitz und Mutter nicht nur die Köpfe abgeschlagen. Teile der Köpfe und Hälse waren förmlich zertrümmert, sodass Löffelmann Eisenstifte einsetzte und fehlende Stellen nachformen musste. Deutlich wird das vor allem an der „Narbe" am Hals des Muttertiers, das sich seinem Kitz zuwendet. Unabhängig davon, das nicht für möglich gehaltene gelang: Die Tiergruppe ist wiederentstanden. Allerdings kehrt sie nicht an ihren angestammten Platz zurück. Der Hof des Kur- und Stadtmuseums bietet der Plastik eine neue Zuflucht. Deshalb hat der Bauhof sogar dem originalen Denkmal-Sockel, der lange Zeit verwaist in der Rabatte stand, zum Museum gebracht. Zwischen der geborstenen Abdeckplatte der Herrmannsquelle von 1921 und einer Tafel vom Bad Lausicker Stellwerk ist die Rotwildgruppe künftig zu sehen. Jetzt, über den Winter, ist sie aber erst einmal unter Folien geschützt.

„Wenn wir Ende Mai aus Anlass unseres Jubiläums 190 Jahre Kur zur zweiten Museumsserenade einladen, werden sich viele über das gerettete Kunstwerk freuen", ist Monika Löffelmann, die Vorsitzende des Bad Lausicker Geschichtsvereins, überzeugt. Und bis dahin wird auch der Streit mit ihrem Mann beigelegt sein in dem nicht ganz unwichtigen Punkt: Werden die ausgebesserten Stellen der Plastik eingefärbt, oder sollen die „Wunden" sichtbar bleiben? Erwin Löffelmann würde lieber zum Pinsel greifen. Fakt ist unabhängig davon für ihn: „Als Nächstes nehme ich mir den Fischbrunnen vor." Besser gesagt: Was von originalen Teilen noch vorhanden ist. Auch dieser Brunnen ist ein Werk Tschech-Löfflers; als in den neunziger Jahren der Untermarkt neu gestaltet wurde, wurde das Wasserspiel durch eine detailgetreue Kopie ersetzt.

Ekkehard Schulreich

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