Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Zu viele Wehren? Heiße Debatte in Frohburg
Region Geithain Zu viele Wehren? Heiße Debatte in Frohburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 07.09.2015
Heiße Debatte in Frohburg um die Ortsfeuerwehren. Quelle: Rocci Klein
Anzeige

Es geht grundsätzlich um zukunftsfähige Strukturen.

Für Hiensch ist klar: "Frohburg kann nicht auf Dauer zwölf - oder mit Kohren-Sahlis 15 - Feuerwehren unterhalten." Die Kommune stehe vor der Frage, auf die Fläche zu setzen - oder leistungsfähige Wehren zu formieren. Die Stadt müsse ihre Mittel konzentrieren: "Wir streben sonst dem finanziellen Chaos entgegen." Über die Zukunft des Feuerwehrwesens entschieden aber nicht Verwaltung, Stadtwehrleitung oder Kreisbrandmeister, es obliege allein dem Stadtrat.

Schon Ende 2013 hatte die Kommune die Hopfgarten-Elbisbacher Wehr aufgefordert, über einen Anschluss an die Wehren in Frankenhain oder Prießnitz nachzudenken. Den Hopfgartenern fehle die Möglichkeit, ihr Fahrzeug ordnungsgemäß unterzustellen. Ende Juni forderte Hiensch Wehrleiter Carsten Fischer erneut auf, sich zu entscheiden: Anschluss oder Auflösung. Fischers Antwort: Beides sei "inakzeptabel. Alle Kameraden fordern den Fortbestand als eigenständige Wehr." Die aktive Truppe zählt 18 Köpfe.

Vor der Auflösung stand bereits die Freiwillige Feuerwehr Nenkersdorf. Dank intensiver Werbung im Dorf konnte Personal neu oder erneut gewonnen werden. In den Augen Hienschs geht indes das Beharren auf Eigenständigkeit an den Realitäten vorbei: Der Brandschutzbedarfsplan favorisiert eine Fusion der Wehren Nenkersdorf und Schönau. Hauptargument: die Personaldecke. "In Nenkersdorf wird spätestens in fünf Jahren das Thema der Zusammenlegung oder Auflösung erneut auf der Tagesordnung stehen." Das bloß zur Kenntnis zu nehmen, genügte Egbert Korndörfer (Freie Wähler) nicht: "Wollen wir sie nun am Leben halten oder nicht?" Dass es Klarheit und Verbindlichkeit brauche, meinte ebenso Erika Loy (BuW): "Ich fühle mich als Stadträtin allerdings fachlich überfordert." Eberhard Schneidenbach (Linke) forderte "Vorstellungen von Fachleuten, wie wir das Problem lösen wollen". Christopher Martin (CDU), selbst in die Erarbeitung des Brandschutzbedarfsplans eingebunden, sah das anders: Es müsse eine politische Entscheidung geben. Fraktionskollege Michael Frank wünschte sich, dass aus den Wehren selbst Impulse kämen für ein Zusammengehen mit anderen. Hiensch: Wer sich in der Feuerwehr engagiere, tue das auch außerhalb seines Heimatdorfs. Fest stehe, "wir können das Geld nur einmal verteilen". © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.09.2015
Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Tag der Sachsen ist gestern Abend mit einer fulminanten Eröffnungsshow gestartet. Alphaville und das Electric Light Orchestra unter Leitung von Phil Bates lockten tausende Festbesucher auf den Marktplatz der 1050-jährigen Stadt.

04.09.2015

Schießhaus, Schützenhaus, Wyhratal und erneut Schützenhaus: In den 250 Jahren seines Bestehens hat sich der Name dieser bekannten Frohburger Lokalität mehrfach gewandelt.

05.09.2015

Ein neu hergerichteter Gedenkstein samt einer ergänzenden Tafel wurde am Dienstagachmittag auf dem Wickershainer Friedhof übergeben. Aus Anlass des Weltfriedenstages fand dort eine Andacht statt.

04.09.2015
Anzeige