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Zukunft des Rittergutes Prießnitz entscheidet sich

Zukunft des Rittergutes Prießnitz entscheidet sich

Frohburg/Prießnitz. Die gute Nachricht lässt sich in einem Satz benennen: Für die weitere Sanierung des Rittergutes Prießnitz stellen Bund und Land via Sächsischer Aufbaubank (SAB) bis 2019 noch einmal 208 000 Euro Fördermittel zur Verfügung.

. Das Negative folgt in der Mehrzahl, und Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) kam vor dem Stadtrat nicht umhin, die kritischen Punkte in einen kleinen Vortrag zu kleiden. Dessen Quintessenz: Entweder gelinge es, eine Vielzahl kleinerer und großer Probleme noch im August entsprechend bisheriger Konzepte zu lösen - "oder das Handeln der Stadt und die Zukunft des gesamten Komplexes muss grundsätzlich in Frage gestellt werden".

Dass die Sanierung des Dachgeschosses auf dem Nordflügel der Anlage teurer wird als prognostiziert, ist nun amtlich: 80 000 Euro zusätzlich muss die Stadt einsetzen, vor allem, um stark angegriffene Balken zu ersetzen. Zwar wäre der Einbau einiger Träger aus Beton preiswerter gekommen, doch forderten die Denkmalpfleger Holz. Die Stadt beantragte bei der SAB, die Mehrkosten zu übernehmen. Doch selbst wenn das geschehen sollte, so Hiensch, führe das möglicherweise dazu, dass die für den gesamten Komplex nutzbare Förderung vorzeitig aufgebraucht sei.

Am 13. August wollen sich Vertreter von SAB und SIB, dem Sächsischen Immobilien- und Baumanagement, in Prießnitz ein Bild von der Lage machen. "Das wird ein ganz entscheidender Termin für die Zukunft des Rittergutes", sagt Wolfgang Hiensch. Denn im Ergebnis werde entschieden, ob und in welchem Umfang Frohburg in den nächsten Jahren für den Fortgang der Arbeiten mit Förderung rechnen könne. Fakt sei: "Ohne Fördermittel können wir in den nächsten zehn Jahren keinesfalls die Zustände der Dächer am Schloss verbessern oder uns im Rittergut weiterhin finanziell engagieren." Die Erneuerung des Dachreiters auf dem Schloss muss zumindest vertagt werden. Ein Förderantrag in diesem Jahr fand keine Berücksichtigung; die Kommune will es 2016 noch einmal probieren.

Noch im August will Frohburg einen Antrag für die Sanierung und den Umbau des im Rittergut untergebrachten Depots der Prießnitzer Feuerwehr stellen. Gebe es eine Baugenehmigung, müsse man den Brandschutzbedarfsplan überarbeiten, der Prießnitz als Standort von Feuerwehr und Katastrophenschutz aufführt, und die Förderfähigkeit des Vorhabens prüfen. Erst wenn all das positiv ausfalle, könne man die Baugenehmigung auch umsetzen. Hiensch: "Allein aus diesen Aufzählungen dürfte deutlich werden, welcher Arbeitsaufwand in der Stadtverwaltung allein mit dem Rittergut Prießnitz derzeit verbunden ist." Und das bei einer weiterhin äußerst angespannten Personalsituation im Rathaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2015
Ekkehard Schulreich

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