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Zuzug nach Geithain: Bürgermeister will neue Baugebiete entwickeln

Eigenheimbau Zuzug nach Geithain: Bürgermeister will neue Baugebiete entwickeln

Wohnen in Geithain? Das liegt offenbar im Trend. Verkehrsgünstig gelegen, mit attraktiver Innenstadt, Schulen, Kindereinrichtungen ist die Stadt vor allem für Eigenheim-Bauer interessant. Doch Bauland ist hier ebenso knapp wie in Narsdorf, das ab Mitte des Jahres Teil Geithains wird. Die Kommune stellt sich dieser Herausforderung.

Blick auf Geithain. Verstärkt gibt es Zuzug in die Stadt. Bauplätze für Eigenheime sind knapp.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain/Narsdorf. Nachdem die Einwohnerzahl der Stadt Geithain in den ersten zwei Jahrzehnten nach der Wende deutlich sank, stabilisierte sie sich inzwischen nicht nur: Sie wächst sogar. Zwar altere die Bevölkerung weiter, doch gebe es seit 2011 verstärkt einen Zuzug nach Geithain, bestätigte das Frank Speer vom Planungsbüro Pla.net, als er kürzlich im Stadtrat das Integrierte Stadtentwicklungskonzept vorstellte. Eine positive Tendenz, die Narsdorf in ähnlicher Weise betrifft. Die Konsequenz: Platz für Eigenheime wird immer knapper. Da will man gegensteuern.

„Wir arbeiten intensiv daran, dass wir weitere Baugebiete zur Verfügung stellen können“, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Die Zahl der Bauwilligen, in vielen Fällen Familien mit Kindern, steige. Auswärtige trügen sich mit Zuzugsgedanken. Dem wolle man entsprechen und Geithain als attraktiven Wohnort mit besten Verkehrsanbindungen, Kindergärten, Schulen, lebendiger Innenstadt, grünem Umfeld stärken.

Das durch einen privaten Investor entwickelte Baugebiet Südhang könnte erweitert werden, so Rudolph. Zudem wolle die Kommune das vor vielen Jahren ins Auge gefasste Baugebiet Kirschallee nahe des Freibades neu ins Auge fassen, habe auch eine potenzielle Fläche in Wickershain auf dem Schirm. Es handele sich in diesen Fällen zum Teil um privaten, zum Teil um kommunalen Grund, so der Bürgermeister: „Wir werden versuchen, die Entwicklung in die eigenen Hände zu nehmen.“

Im Schnitt vier Baugenehmigungen für Eigenheime jährlich habe es im vergangenen Jahrzehnt im Narsdorfer Gemeindegebiet gegeben, sagt der Narsdorfer Bürgermeister Andreas Große (parteilos). Die Nachfrage nach Bauplätzen sei erheblich, das Baugenehmigungsverfahren mitunter aber hürdenreich: „Das Problem haben viele Straßendörfer. Wenn die Kinder auf dem Grundstück der Eltern bauen wollen, geraten sie in den Außenbereich.“ Große wünschte sich von den Genehmigungsbehörden „klarere Richtlinien. In solchen Fällen kann doch nicht jedes Mal ein Bebauungsplan erstellt werden. Das ist nicht praktikabel, und das kann keiner bezahlen.“

In den Neunzigerjahren hatte Narsdorf das Baugebiet Sandweg überplant, wo bis zu 50 Eigenheime hatten entstehen sollen. Diese Pläne wurden nur in Ansätzen realisiert. Ein Teil des Landes ist privat. „Für den kommunalen Teil wollen wir jemanden finden, der die Entwicklung übernimmt. Wir allein können die Erschließung kaum stemmen“, so Große. Dass die Lage attraktiv sei, weil Kindergarten, Bushaltestelle, Bahnhof, Grundschule gleich um die Ecke sind, davon ist er überzeugt. Und er gehe davon aus, dass nach der Eingliederung Narsdorfs in die Stadt Geithain zum 1. Juli diese Pläne gemeinsam konzentriert weiter verfolgt würden.

Von Ekkehard Schulreich

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