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Zweites Wohnzimmer heißt „Underground“: Geithainer Schulclub ist beliebt

Paul-Guenther-Schule Zweites Wohnzimmer heißt „Underground“: Geithainer Schulclub ist beliebt

Bei den Geithainer Oberschülern ist sie die Mandy: Mandy Schalinske leitet den Schulclub der Paul-Guenther-Schule. Für die Heranwachsenden hat sie immer ein offenes Ohr. Der Treff ist ein Freiraum, der gern genutzt wird. Aber ist auch ein Ort, wo die jungen Leute sich aufgehoben fühlen.

Besucher im Geithainer Schulclub „Underground“.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Ist die siebente Schulstunde zu Ende, dauert es meist nur wenige Augenblicke, bis sich der Schulclub in der Geithainer Paul-Guenther-Schule füllt: Dann lassen Mädchen und Jungen nicht nur ihre Schultaschen fallen; auch die Anspannung weicht. Umschalten auf Freizeit-Modus. Luft holen. Sinken lassen in Sofa-Polster. Der Griff zum Handy. Einen Sandwich in der Küche ordern. Mandy Schalinske ist vorbereitet auf die plötzliche Betriebsamkeit in den Räumen, die einst Hausmeister-Wohnung waren. Die 38-Jährige leitet den Treff seit mehr als einem Jahrzehnt. Für Lehrer und Eltern ist sie eine Institution, für die Heranwachsenden eher das: eine große Schwester, die sich kümmert, die da ist, ein Ohr hat, Impulse gibt.

„Werbung brauchen wir im Grunde nicht. Der Treff ist immer gut besucht“, sagt Schalinske, Kreativitätspädagogin, die seit 2005 der gute Geist des Schulclubs ist. Im Schnitt an die 40 Oberschüler schauen täglich herein; in den Zeiten von Gemeinschaftsschule und höherer Schülerzahl war die Frequenz doppelt so hoch. Egal ob Fünftklässler oder 10. Klasse, das Publikum ist gemischt, und es besteht bei weitem nicht nur aus jenen, die hier die Zeit verbringen bis zur Abfahrt der Schulbusse unmittelbar vor der Tür. Auch von denen, die in Geithain selbst zu Hause sind, schauen einige gerne rein.

„Was hier passiert, das entscheiden die Jugendlichen selbst. Dafür haben sie einen Clubrat, legen ihre Regeln selbst fest – und halten sie deshalb auch ein“, sagt Schalinske und weist mit der Hand in die Runde: Die Wände wurden farblich von den Besuchern gestaltet, und auch das Mobiliar beschafften sie über Spenden. Ursprünglich war der Treff im Schulkeller untergebracht, wo er aber in Folge eines Unwetters geflutet wurde. Was geblieben ist, ist der Name „Underground“.

„Ich finde es schön, dass wir uns hier treffen können“, meint Silas Herrmann. Der 14-Jährige aus Nauenhain schaut zwei-, dreimal die Woche herein, um mit anderen zu reden, zu spielen, den kleinen Hunger zu stillen. Regelmäßiger Besucher ist ebenso Brian Schoodt (13) aus Geithain. Gern unterstützt er Mandy Schalinske, etwa indem er sich um die Kasse kümmert. Lucas Schramm (13) aus Geithain gehört seit Schuljahresbeginn zum siebenköpfigen Clubrat: „Das macht sehr viel Spaß.“ Es sei gut, Verantwortung übernehmen zu können, aktuell etwa bei der Vorbereitung des Sommerferien-Programms, denn auch in drei der sechs Ferienwochen soll der Treff geöffnet sein.

„Die Eltern wissen sehr wohl zu schätzen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind“, sagt Schalinske, die häufiger um Rat gefragt, ins Vertrauen gezogen wird, seien es Ärger mit Mitschülern und Lehrern, Prüfungsangst, die Suche nach einer Lehrstelle. Zupass kommt ihr, die über die Arbeiterwohlfahrt Leipziger Land angestellt ist, dass der selbe Träger an der Paul-Guenther-Schule die Schulsozialarbeit absichert. Mit Sozialarbeiter Martin Penndorf gebe es ein hervorragendes Zusammenspiel: „Wir unterstützen uns gegenseitig. Das ist ein großer Gewinn.“ Ausdrücklich lobt Schalinske die Unterstützung durch das Rathaus; vor der Amtsübernahme durch Frank Rudolph (UWG) sei man eher stiefmütterlich behandelt worden. Das sei jetzt ganz anders.

Dass der Schulclub eine anerkannte Adresse ist, kann Susann Klotz nur bestätigen. Die inzwischen 27-Jährige aus Frankenhain ist Erzieherin, arbeitete vor einem Dutzend Jahren selbst im Treff mit und kümmert sich heute um unbegleitete Flüchtlinge, die an der Paul-Guenther-Schule unterrichtet werden. Für sie schließt sich so ein Kreis: „Es ist gut, wenn es solch einen Treff gibt.“

Von Ekkehard Schulreich

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