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10. Seniorenolympiade: Eierlauf und Sockenweitwurf in Grimma

Diakonie-Altenpflegeheim 10. Seniorenolympiade: Eierlauf und Sockenweitwurf in Grimma

Es ist die zehnte Seniorenolympiade, die das Altenpflegeheim „Hedwig Bergsträßer“ in Grimma für seine Bewohner ausrichtet. Nah am Original, versteht sich. Insgesamt zählt das Heim der Diakonie Leipziger Land 60 Bewohner, zwischen 46 und 103 Jahren alt. Sie sind mit Spaß bei der Sache.

Hausmeister Uwe Rotter als Fackelträger entzündet das olympische Feuer.

Quelle: Foto: Thomas Kube

Grimma. Vor sich im Korb ihres Rollators hat Regina Noffke drei rote Bälle liegen. Sie sollen im niedrig gehängten Basketballkorb landen – und tun es auch. Anschließend geht’s zum Eierlauf. „Der macht besonders Spaß“, sagt die 78-Jährige. Praktikantin Sabrina Zeebe (25) begleitet die alte Dame und gibt, wo es Not tut, Hilfestellung.

Es ist die zehnte Seniorenolympiade, die das Altenpflegeheim „Hedwig Bergsträßer“ in Grimma für seine Bewohner ausrichtet. Nah am Original, versteht sich. Punkt 10 Uhr wurde zur Hymne unter den fünf Ringen im Foyer durch Hausmeister Uwe Rotter als Fackelträger das olympische Feuer entzündet. Dass der April draußen Schneeflocken durch den Wallgraben wirbelte, störte die betagten Sportler und Sportlerinnen nicht. Insgesamt zählt das Heim der Diakonie Leipziger Land 60 Bewohner, zwischen 46 und 103 Jahren alt. „Sport draußen und bei schönem Wetter kann jeder“, scherzte Heimleiterin Antje Huth und eröffnete die Wettkämpfe mit „Sport frei!“.

Mit etwas Improvisationsgeschick waren die Stationen im Erdgeschoss aufgebaut worden. Der Eierlauf führt zu Musik um die Säulen im Foyer herum, der Tisch mit den mit einem Softball zu treffenden Dosen füllt eine Türöffnung, ein Stück weiter im Flur ist Sockenweitwurf angesagt. Dazwischen bittet Anita Bach aufs Sofa zum Sportquiz, fragt zum Beispiel nach Sportarten, für die man ein Rad braucht. Und wenn das Gedächtnis ihrer Kandidaten nicht ganz in Form ist, hilft sie ihm auch schon mal augenzwinkernd auf die Sprünge. Die 74-Jährige hat früher hier im Heim gearbeitet und hilft jetzt ab und zu ehrenamtlich aus, ob nun bei Frühlingsfest oder Weihnachtsfeier. „Ich komme gern vom PH 9 runter und mache was mit den Leuten. Ich habe auch selber Spaß dabei.“

Sportliche Betätigung wird großgeschrieben

Sportliche Betätigung werde auch im Alltag der Heimbewohner groß geschrieben, sagt Antje Huth. Mindestens zwei- bis dreimal in der Woche stehen Basketball, Fußball und gymnastische Übungen auf dem Programm. „Das fördert und erhält die Beweglichkeit.“ Und auch wenn beim Fußball das Leder nicht über den halben Platz geflankt, sondern eher zum Mitspieler geschoben wird, so hätten doch alle Freude daran.

„Irgendwann einmal haben wir gesagt, wir könnten die olympischen Disziplinen doch auf ein seniorengerechtes Angebot herunterbrechen“, sagt Huth zum Entstehen der Seniorenolympiade, die von der Premiere an „ein unheimlich großer Erfolg“ gewesen sei. „Unsere Heimbewohner freuen sich jedes Jahr darauf“, sagt sie. Auch Hans Thiemig. Der 92-Jährige hat früher mal in Grimma aktiv Fußball gespielt. Und obwohl er jetzt im Rollstuhl sitzt, absolviert er den Parcours ohne fremde Hilfe. Ob die Stationen eine Herausforderung darstellten? „Nein, alles normal“, hält er den Ball flach.

„Auch in unseren anderen Heimen gibt es sportliche Veranstaltungen, aber die Seniorenolympiade hier ist schon etwas ganz Besonderes“, lobt Geschäftsführer Harald Bieling. „Wir wollen sogar noch einheitliche Trikots für unsere Sportlerinnen und Sportler anschaffen“, möchte die Heimleiterin das besondere Ereignis auch optisch unterstreichen. „Vielleicht findet sich ja ein Sponsor.“

Nebenan an der Fitnessbar sorgt Franka Malke fürs Auftanken der Kraftreserven – in der Küche waren leckere Buttermilch-Shakes mit Banane, Erdbeere und Waldmeister gezaubert worden. „Alles, was süß ist, ist bei unseren Senioren beliebt“, verrät sie schmunzelnd. Und natürlich gibt es auch Medaillen am Schluss für alle. Denn wie hatte die Heimleiterin bei der Eröffnung gesagt? „Bei uns gibt es keine Verlierer, wir sind alle Gewinner.“

Von Ines Alekowa

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