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Grimma 100. Trebsener Bluesnacht bietet Doppelpack heimischer Musikgrößen
Region Grimma 100. Trebsener Bluesnacht bietet Doppelpack heimischer Musikgrößen
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08:00 09.11.2016
Noch trocken: Bevor Uwe Bielefeld Bier zapfen kann, muss die Zwischendecke entfernt werden, um den Blick aufs bereits sanierte Spitzdach freizugeben. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Trebsen

Mit der 100. Bluesnacht will der Förderverein Rittergut Trebsen im November einen Akzent setzen. Die Besucher erwartet ein besonders langes Konzert. Allerdings noch nicht, wie erhofft, im ehemaligen Kuhstall des Ensembles an der Mulde, dessen Veranstaltungsraum wegen der laufenden brandschutztechnischen Ertüchtigung weiter gesperrt bleibt.

Als im Oktober zur 99. Bluesnacht der Amerikaner Josh White jr. und Richard Smerin aus England gastierten, fragte sich der geneigte Zuhörer, was ihn denn zur hundertsten Auflage erwarten würde. „Wir legen noch einen drauf und besinnen uns auf eigene Bluesgrößen. Das Ganze im Doppelpack“, kündigt Vereinschef Uwe Bielefeld an. Eine Stunde früher als gewohnt, bereits 20 Uhr, startet das Konzert am 25. November.

Den Anfang macht Christiane Ufholz, die zu den bedeutendsten Vokalistinnen der DDR gehörte und schon in mehreren Formationen gesungen hat, ihre Karriere begann bei den Butlers. Vor ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik 1976 gab sie Konzerte mit Manfred Krug und Günther Fischer. Nach dem Mauerfall arbeitete sie mit Engerling und der Jonathan Blues Band zusammen. In Trebsen trifft sie auf zwei junge Musiker aus Italien, die schon mit John Mayall, Budy Guy, Johnny Winter und Chuck Berry tourten.

Mit einem kräftigen Schuss Soul, Funk und Reggae rundet Blueslegende Jürgen Kerth mit seiner Band so ungefähr ab 22 Uhr die Trebsener Jubiläumsnacht ab. Der Erfurter gehörte in der DDR zu den ganz Großen des Genres, war einem breiten Publikum durch Schallplatten und Auftritte im Fernsehen bekannt, tourte landauf, landab.

„Das Thema Blues ist noch lange nicht ausgereizt“, meint Bielefeld, der die Konzertreihe, die längst zu einem Selbstläufer geworden ist, auf alle Fälle fortführen will. Er war es, der sie 1997 mit einer ersten Veranstaltung ins Leben gerufen hatte, der 1998 die zweite folgte. In der Fachschule für Bauwesen in Gotha hatte er während seines Studiums im Studentenclub mitgearbeitet und dabei die Thüringer Bluesszene kennengelernt. Als er Geschäftsführer des Trebsener Fördervereins und Bauleiter beim Umbau des benachbarten Schlosses war, kamen ihm die kulturellen Erfahrungen zupasse.

„Das Schloss gehörte der Stadt, und wir waren seit 1992 Mieter“, erinnert er. „Nach der ersten provisorischen Instandsetzung der Kapelle konnten wir sie für Veranstaltungen nutzen. Ab 2009 standen dem Förderverein eigene vier Wände im ehemaligen Kuhstall des Ritterguts zur Verfügung.

Vor zwei Jahren allerdings legte das Landratsamt ein Veto ein, weshalb seitdem die Konzerte wieder im Schloss laufen. Die Behörde forderte die brandschutztechnische Ertüchtigung, um Gefahren für Leib und Leben auszuschließen. Seit einem Jahr wird intensiv gearbeitet, und eigentlich wollte Bielefeld bis zur 100. Bluesnacht fertig sein. „Doch das ist nicht mehr zu schaffen“, räumt er ein. Sein Ziel ist nunmehr, dass im Dezember die Schottische Weihnacht und Keltische Nacht im Rittergut laufen können – beide schon ausverkauft.

Bis dahin ist noch einiges zu tun. Das Dach des ehemaligen Kuhstalls wurde bereits gedämmt und mit Trockenbau verkleidet. Jetzt wird die Zwischendecke entfernt, so dass der Veranstaltungsraum durch das dann zu sehende Spitzdach ein ganz neues Gesicht bekommt. Die geforderten Brandschutztüren wurden eingesetzt, der Bau einer Behindertentreppe läuft gerade. Das Gebäude braucht aber noch eine Zugangsrampe, um die Barrierefreiheit herzustellen.

Der Saal im Obergeschoss ist durch die Entfernung einer Wand größer geworden und bietet künftig 100 Personen Platz. Das sollte für die Bluesnächte und alle anderen Konzertreihen des Vereins reichen. „Der Saal kann aber auch gern für Familienfeiern und Firmenveranstaltungen gemietet werden“, sagt Uwe Bielefeld. Neu sei ein angrenzender Raum, in dem sich Büffets stellen lassen.

Die brandschutztechnische Ertüchtigung ist Teil eines größeren Konzeptes, das in Folge der beiden Mulde-Hochwasser, die Immobilien des Vereins schädigten, und der Entwicklung weg von der Handwerkerfortbildung im Denkmalschutz hin zu Kultur und Umweltbildung in Zusammenarbeit mit dem Geopark „Steinreich in Sachsen“ entworfen wurde. In einer ersten Etappe war im Sommer eine Herberge im ehemaligen Inspektorenhaus eröffnet worden, die bis Jahresende ausgebucht ist. Nach der Fertigstellung des ersten Stockes im Kuhstall ist dessen Erdgeschoss dran. Dort soll in den ehemaligen Denkmalpflege-Werkstätten die Ausstellung „Sächsische Edle Steine im Porphyr“ entstehen. In einer weiteren Etappe ist dann die Sanierung des ehemaligen Ochsenstalls vorgesehen.

Von Frank Pfeifer

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