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Grimma 11 529 475 Euro und 48 Cent
Region Grimma 11 529 475 Euro und 48 Cent
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05:23 17.07.2012
Laufzeit verlängert: Die Leitstelle in Grimma wird nach dem aktuellen Planungsstand mindestens auch in den nächsten beiden Jahren noch benötigt. Quelle: Archiv
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Landkreis Leipzig

Rund 750 000 Euro sollen für Straßen- und Hochbau eingesetzt werden. Dass diese Mittel zur Verfügung stehen, liegt allerdings lediglich daran, dass ein anderes Projekt mitten im Sommer noch immer auf Eis liegt: die Leitstelle – manche sprechen inzwischen von Leidstelle – für den Rettungsdienst in der Region Westsachsen. Die Frage, von welchem Ort aus zukünftig die Rettungseinsätze koordiniert werden sollen, beschäftigt die Region seit Jahren. „Kein Ende beim Gerangel um die Leitstelle", hieß eine LVZ-Schlagzeile schon am 15. Juni 2007. „Neben dem Standort Grimma prüfen wir auch Delitzsch", erklärte seinerzeit Lothar Hofner, Pressesprecher im sächsischen Innenministerium, auf Anfrage. Schnee von vorgestern: Das Innenministerium hat längst entschieden, die Zahl der Leitstellen im Lande von 21 auf fünf zu reduzieren. In der Region Westsachsen soll – oder sollte es eigentlich schon - eine Zentrale in Leipzig geben. Delitzsch und Grimma sollen – und müssen – den Betrieb aufrecht erhalten, bis im Oberzentrum die Voraussetzungen geschaffen sind. Genau dabei aber gibt es offenbar den nächsten Verzug. Im Dezember 2011 erklärte der verantwortliche Leiter der Branddirektion Leipzig, er rechne im April 2012 mit der Baugenehmigung und unmittelbar danach mit dem Baustart. Diese Einschätzung erwies sich offenbar als zu optimistisch. Aktuell hofft man auf eine Erteilung der Baugenehmigung in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres, damit dann Fördermittel beantragt werden können. Der Baubeginn ist vertagt auf März des nächsten Jahres. 2014 soll zumindest ein Testbetrieb anlaufen. Die Fehleinschätzungen bei der Terminkette sind jedoch bei weitem nicht die einzigen. Ursprünglich war die Landesregierung einmal davon ausgegangenen, dass die Leipziger Leitstelle zur Fußballweltmeisterschaft – im Jahr 2006 – so aufgerüstet wurde, dass sie alle Aufgaben auch für die Region Westsachsen mit den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen (die es damals noch gar nicht gab, sie hießen bis 2008 noch Muldental, Leipziger Land, Torgau-Oschatz und Delitzsch) erfüllen kann. Der damalige Minister Albrecht Buttolo (CDU) habe gesagt, Investitionskosten für den Landkreis würden nicht entstehen, kann sich Gerhard Gey (CDU), der jetzige Landrat des Landkreises Leipzig, erinnern. Diese Ministeraussage hatte allerdings nicht lange Bestand. Von einem Neubau für 4,5 Millionen Euro war bald die Rede, der Betrag kletterte auf 6,5 Millionen Euro und im Februar 2011 auf 9,5 Millionen Euro. Das Ende der Fahnenstange war damit allerdings noch nicht erreicht. Aktuell lautet die Zahl für die veranschlagten Gesamtkosten 11 529 475 Euro und 48 Cent. Pech für den Landkreis Leipzig: Mit den Gesamtkosten klettert auch sein Anteil in die Höhe. Glück für Hopfgarten (Stadt Frohburg), Werben (Stadt Pegau) und Göhrenz (Stadt Markranstädt) sowie Volkshoch- und Musikschule: Dank der erneuten Verzögerung des Leitstellenbaus steht in diesem Jahr Geld für den Ausbau der Ortsdurchfahrten zur Verfügung und auch die Mehrkosten für die Sanierung des vorherigen Beruflichen Schulzentrums in Markkleeberg können geschultert werden. Heinrich LillieiÖffentliche Kreistagssitzung: Mittwoch, 17 Uhr, Stadtkulturhaus Borna

Heinrich Lillie

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