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Grimma 2000 Teelichter: Mozartkinder verabschieden sich mit Labyrinth
Region Grimma 2000 Teelichter: Mozartkinder verabschieden sich mit Labyrinth
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00:17 17.07.2018
Die Mozartkinder proben derzeit in der Landesmusikakademie. Hier der tschechische Dirigent Petr Krupa in Aktion. Quelle: Haig Latchinian
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Colditz

Wo „Wassermusik“ draufsteht, muss nicht unbedingt Händel drin sein. Es waren die Mozartkinder, die im Colditzer Waldbad für den guten Ton sorgten. Ein Glück, dass Petrus den Titel nicht allzu wörtlich nahm und die Schleusen dicht hielt. So konnten die Musiker nach Bolero und Tango auf der Wiese picknicken, um später sogar noch zu planschen.

Üben fürs Konzert

Der kleine Johann an seiner viel zu großen Trommel, die blinden Nele und Enie an Schlagzeug und Cello sowie die fast erwachsenen Florian Patschinsky (Klavier) und Rusalka Nowitzky (Geige) – sie gehören zu den 100 Mozartkindern, die sonst einmal in der Woche in Chemnitz proben. Vom Anfänger über den Fortgeschrittenen bis hin zum Musikstudenten – alle sind dabei, alle arbeiten sie auf den Höhepunkt des Jahres hin: Die Mozart-Musizierwoche in Colditz. Zusammen mit dem Kammermusikkurs und den Freunden der tschechischen Jugendkunstschule aus Chomutov üben sie dort nicht nur, sondern treten immer wieder öffentlich auf. Am heutigen Sonnabend sogar gleich zweimal: 14 Uhr geben sie ein Konzert in der Landesmusikakademie, ehe sie ab 19.30 Uhr beim Lichterlabyrinth vorm Schloss mitwirken: Auf Treppen und vor Terrassen werden 2000 Teelichter entzündet, um anschließend im so entstandenen Irrgarten zu lustwandeln. Musikalisch, versteht sich.

Gastspiel war wunderbar

Der Eintritt für Besucher ist frei, sagt Sylke Friedrich von der Landesmusikakademie: „Die Melodien sind viel zu schön, um sie den Colditzern vorzuenthalten. Deshalb ist es unser Ziel, mit den Kursen an öffentliche Plätze zu gehen, ins Waldbad, auf den Schlossparkplatz oder zur Rentner-Gartenparty.“ Gerlinde Schneider vom AWO-Seniorenklub in der Töpfergasse ist noch immer ganz hin und weg vom Gastspiel des Kammermusikkurses: „Es war wunderbar. Die jungen Leute haben sogar Volkslieder zum Mitsingen gespielt, Hoch auf dem gelben Wagen und Heideröslein. Dazu spendierte Hausherr Eberhard Jasinski noch Kaffee und Kuchen. Fest steht, zu unserem nächsten Gartenfest müssen die Musikanten unbedingt wieder kommen.“ Übrigens, besonders stimmgewaltig war der erst vier Monate alte Sonnenschein von Chinesin Ning Xu und Michael Spieker. Die beiden Dozenten leiten den Kammermusikkurs.

Motto: „Alles fließt“

„Alles fließt“ ist das Motto der Woche. Kein Wunder, dass es neben der Wassermusik auch noch die „Moldau“ gibt. Bedrich Smetanas Moldau an der Mulde! Dirigent Petr Krupa feilt mit den Mozartkindern und ihren tschechischen Begleitern an der Umsetzung. Achtung! Pozor! Seine Anweisungen, mal auf Tschechisch, mal auf Deutsch, werden streng befolgt.

Musik als gemeinsame Sprache

„Die Kinder und Jugendlichen sprechen ohnehin eine gemeinsame Sprache – die Musik“, weiß Mathis Stendike von der Sächsischen Mozartgesellschaft. Piano, Forte, Crescendo – sämtliche Bezeichnungen seien auf Italienisch. Verrückt wird es erst, wenn die japanische Dozentin Emi Suzuki hinunter an die Mulde bittet. Dann heißt es: Gedichte schreiben beziehungsweise auf Japanisch: Haiku.

Die 70 jungen Musiker lieben Colditz, schätzen die Jugendherberge, das Frühstück auf der Terrasse, das Eis auf dem Markt. Der 14-jährige Johann Heller (Fagott und Blockflöte) ist schon zum vierten Mal da, fühlt sich wie zu Hause und erscheint zur Probe gleich in Strümpfen. „Beim Konzert hab’ ich natürlich Schuhe an“, verspricht er. Dann wird der halb so alte Namensvetter Johann Leischnig auch an der Trommel sitzen und nicht liegen, wie in der Endphase der Probe, als er hinter seinem Instrument beinahe zu Verschwinden drohte.

Von Haig Latchinian

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