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Grimma 5000 Euro Strafe für Schiffsmüller in Höfgen
Region Grimma 5000 Euro Strafe für Schiffsmüller in Höfgen
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14:17 19.05.2015
Sind die Hände gebunden: Mario Sörnitz kämpft um eine Genehmigung für den Hochwasserschutz am Schiffshotel. Quelle: Birgit Schöppenthau

Die Intervention des Bauaufsichtsamtes gegen die Bauarbeiten und ein Zwangsgeld gegen die Hotelbetreiber Mario und Thomas Sörnitz in Höhe von 5000 Euro lösten eine heftige Debatte unter den Abgeordneten aus. "Das ist eine Unverschämtheit", sagte Wolfgang Bludau von den Linken.

Den monatelangen Kampf um den Beginn des Wiederaufbaus schilderte Hotelbetreiber Mario Sörnitz in wenigen Sätzen. "Wir haben auf die Zusage des Freistaates vertraut, wonach ein nachhaltiger Wiederaufbau gefördert werden sollte", so der Unternehmer. Aber der Antrag auf Unterstützung beim Bau einer Hochwasserschutzmauer sei abgelehnt worden. Danach hätten sie entschieden, die Investition selbst zu stemmen. "Ohne Hochwasserschutz macht der Hotelbetrieb keinen Sinn", sagte Sörnitz, der bereits zum zweiten Mal mit seinem Bruder einen Millionenschaden verkraften muss. "Wir waren etwas blauäugig", räumte der Unternehmer ein. Der enge Zeitrahmen für eine Betriebsunterbrechung habe sie jedoch zu einem vorzeitigen Baustart gedrängt. Ende März laufe die von der Versicherung gewährte Betriebsunterbrechung aus. "Wir haben 30 Leute in der Belegschaft, wir müssen wieder an den Start", beschrieb der Hotelchef die schwierige Situation. Er hoffe, dass eine teilweise Baugenehmigung erteilt werde, um den Hotelbetrieb wieder aufnehmen zu können. "Die Hochwasserschutzmauer können wir momentan nicht weiterbauen", sagte Sörnitz.

Mit Protest reagierten die Stadträte auf die Vorgängen in der Schiffsmühle. "Das ist ein Lehrbeispiel für Bürokratie, wie sie mutiges Unternehmertum behindert", sagte Hubertus von Below, Mitglied in der Fraktionsgemeinschaft SPD und Alternative für Deutschland (AfD). Das Parlament war sich einig, alles zu unternehmen, um den Hotelbetrieb zu unterstützen. "Wir brauchen dringend diese gastronomischen Strukturen", so Hans-Jörg Dossin, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Grimma. Zwischen den touristischen Zentren herrsche ein harter Wettbewerb, den das Muldental nicht verlieren dürfe. Auf Anregung der Stadträte wandte sich Berger gestern an Landrat Gerhard Gey (CDU) mit der Bitte, "sich persönlich für die schnellstmögliche Erteilung der erforderlichen Genehmigung durch das Bauaufsichtsamt stark zu machen".

Wie lange die Unternehmer den Baustopps noch dulden müssen, dazu wollte sich die Behörde gestern nicht äußern. "Für die Erteilung einer Baugenehmigung muss Planreife vorhanden sein", sagte Karin Wagner, Chefin im Bauaufsichtsamt. Sie machte darauf aufmerksam, dass es sich um ein Projekt im Außenbereich und im Landschaftsschutz- gebiet handele. 35 bis 40 Träger öffentlicher Belange müssten im Bedarfsfall gehört werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.03.2014
Schöppenthau, Birgit

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