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550 Teilnehmer bei Mulde-Regatta

550 Teilnehmer bei Mulde-Regatta

21 Kilometer auf der Mulde von Grimma bis Wurzen. Acht Stunden paddeln. Solange, wie andere in der Luft von Europa bis Amerika brauchen.Ich steige bei Männern in karierten Röcken zu, bei Muldentaler Schotten.

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Die Mannschaft: Die Besatzung des schottischen Schlauchbootes.

Quelle: Klaus Peschel

Grimma/Wurzen. haben? Mit Männern im Hawaiihemd? An Bord des (T)raumschiffs Surprise mit Pharao, Krankenschwester und Riesenbaby? Oder unter lauter Kittelschürzen-Putzfrauen, von denen eine dringend einen Mann sucht?

Ich steige bei Männern in karierten Röcken zu, bei Muldentaler Schotten. Die fünf- und achtjährigen Connor-Graham, Malcolm-William und Niklas sind zwar eher noch Wurzelzwerge, dafür wagte sich „Commander" Rocco Merker bereits in Ungeheuer Nessys Abgründe und werfen Kai „Alf" Hofmann sowie Mike Annanias demnächst bei den Trebsener Highland Games mit Baumstämmen. Wer wenn nicht sie sollten mich sicher nach Wurzen schippern? Kurz nach Grimma eine Gartenlaube hoch oben, spektakulär, mitten im Wald, auf gemauerten Säulen. Und dort: eine Nische aus Bruchsteinen. Stand da bis vor kurzem noch eine griechische Statue drin?

Kurz vor Dorna heißt es Augen zu und durch. Die furchtlosen Schotten trotzen der Staubwolke, die vom Felde herüber weht. Von weitem sieht der Bahrener Zahnarzt Joachim Gräfe mit weißem Kittel und Marinemütze wie ein Geist aus. Der kultige Gottschalk-Cousin rudert uns entgegen und warnt vor Krokodilen. Die Siedlergemeinschaft Loreley kann er nicht gemeint haben. Die Familien Schatte, Hennig, Altstädt und Bernsdorf schnappen nicht zu. Im Gegenteil: Sie sorgen fürs leibliche Wohl der 550 Paddler. Gratis! Mit Fettbemmen und Schluckis, die sie auf dem zum Tablett umfunktionierten Ruderblatt servieren.

Am Golzerner Wehr stehen die Nerchauer Feuerwehrmänner Sven und Steve Kullig in Wathosen bis zum Bauch im Wasser. Sie helfen uns an Land, beim Tragen des Schlauchbootes packt auch Kamerad Patrick Hirsch mit an. Ist er es? Er ist es: Radsport-Olympiasieger Jens Lehmann trägt sein Boot ums Wehr. Und da: Eine Banane auf zwei Beinen kommt aus den Büschen. Dennis Zimmermann meldet sich nach dem Austreten zurück auf seinem (T)raumschiff Surprise. Nach dem Einsetzen sitzen wir auf. Wir müssen uns krumm machen. Ein Witzbold stichelt: „Habt Ihr eigentlich was unter Euren Schottenröcken?" Commander Rocco hinter vorgehaltener Hand: „So ein Kilt besteht aus bis zu acht Metern Stoff. Unter dem Gala-Schottenrock trage ich nichts, aber ..." – „Das reicht", stoppt ihn Alf, es seien Kinder an Bord. „Wir lagen vor Madagaskar" schmettert am Neichener Ufer das „Bluter-Duo", die genesenen Herzpatienten Bernd Fichtner und Michael Ptak. Auf Höhe der Ruinen der ehemaligen Papierfabrik in Trebsen entdecken wir Sprossen wie am Swimmingpool: „Hier stieg der einstige Werkdirektor immer ins Schaumbad", scherzen die Schotten und gehen am Trebsener Schloss an Land.

„Ihr seid drei Wochen zu früh", empfängt man uns und spielt auf das bevorstehende Highlight Highland Games an. Bei Nitzschka trotzen wir der Regenhusche mit praktischer Plane und dem Strudel mit genialem Plan. Unser kleiner Steuermann Malcolm liefert sich ein Wortgefecht mit der Gallionsfigur des Nachbarbootes, die das Feuer per Spritzpistole eröffnet: „Hier wird nicht geschossen, sonst wirft mein Vater mit Baumstämmen." Der hat gesessen.

In Pausitz grasen Pferde am Wildwest-Ufer und winken wie in Texas Cowboys aus Unterständen. Von der Loreley bei Ölschütz grüßt ein Ehepaar. Ein Paddler ruft: „Wer ist Lore und wer Ley?" Kurz vor Wurzen passiert uns Kührens elefantastischer Panzerkreuzer mit Hammer und Sichel und Radioempfang. Die russischen Soldaten Ingo Noack und Tobias Scheeler im Waffenrock verbrüdern sich mit uns „Schottenröcken". Am Zielort wird „Kalinka" angestimmt und unser Schotte Alf erkundigt sich bei den Russen nach den Bundesliga-Ergebnissen. – „Die dürfen doch kein Westradio hören", wird er zurück gepfiffen.

Haig Latchinian

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