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Grimma 750-Jahr-Feier Borsdorf-Panitzsch: Spurensuche bei Ebay
Region Grimma 750-Jahr-Feier Borsdorf-Panitzsch: Spurensuche bei Ebay
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00:21 11.09.2017
Haben die Borsdorf-Panitzscher Gastronomiegeschichte aufgearbeitet: Peter Reinicke (r.) und Gerhard Otto. Quelle: Roger Dietze
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Borsdorf/Panitzsch

Der offizielle Startschuss für die 750-Jahr-Feier von Borsdorf und Panitzsch ist gefallen. Dass im Rahmen der Jubiläums-Party das eine oder andere Schlückchen zur Brust genommen wird, ist ebenso wahrscheinlich wie legitim. Dokumente, die zeigen, dass auch die Borsdorfer Altvorderen das gesellige Beisammensitzen zu schätzen wussten, hat Heimatforscher Gerhard Otto in jahrelangen Recherchen in vier Ordnern zusammengetragen, die in eine Gaststätten-Ausstellung mündeten.

Aus Panitzsch half ihm Peter Reinicke dabei. „Ich weiß, welche Leute ich in Panitzsch diesbezüglich ansprechen musste, und ich habe dies gern getan, weil diese Informationen verloren gehen, wenn die Alten keine Gelegenheit dazu haben, ihre Erinnerungen preiszugeben“, so der 58-jährige gebürtige Panitzscher, der mit Gerhard Otto die Leidenschaft für den Besuch von Flohmärkten teilt.

Otto hat in der Vergangenheit auch schon so manch betagtes gastronomisches Utensil aufgetrieben, zuletzt ist er zudem gezielt im Online-Auktionshaus Ebay auf erfolgreiche Suche gegangen. Ausgewählte Stücke wird das Duo Reinicke-Otto beim Parthenfest präsentieren, bei dem vom 8. bis 10. September auf der ehemaligen Panitzscher Trabrennbahn erstmals auch die neue Ausstellung zur Borsdorfer Gastronomie-Geschichte komplett zu sehen sein wird. Eine Geschichte, die nicht zuletzt eine des Niedergangs ist. „1883 gab es in Borsdorf drei Gaststätten für knapp 600 Einwohner, heute sind es zwei für 3800“, weiß Gerhard Otto.

Und in Panitzsch, ergänzt Heimatforscher-Novize Peter Reinicke, habe es in Hochzeiten fünf gastronomische Einrichtungen gegeben, unter diesen auch „Die Börse“. Mit dem in Karlsruhe lebenden Sohn des letzten Wirtes hat Reinicke Kontakt aufgenommen, um an historische Dokumente zu gelangen. „In diesem konkreten wie in so manch anderem Fall muss man dranbleiben und bisweilen sehr hartnäckig sein“, so der 58-Jährige. Hartnäckigkeit hat auch Gerhard Otto in punkto Aufarbeitung der Borsdorfer Gastronomiegeschichte ausgezeichnet. „Das Thema schwirrt bereits seit mehreren Jahren in meinem Kopf herum, das Ortsjubiläum erschien mir Anlass wie passender Rahmen, um Nägel mit Köpfen zu machen“, so der 60-Jährige, der verspricht, im Rahmen der neuen Schau einen Ortsplan zu jeder Gaststätte mitliefern zu wollen. „Rund 70 Prozent der Gebäude stehen noch“, so Otto, der seiner umfangreichen Sammlung den Stellenwert einer Chronik beimisst.

Bei seinen Panitzscher Recherchen konnte Peter Reinicke auf eine umfangreiche Fotosammlung seines Vaters zurückgreifen, zu dem Gerhard Otto ein enges Verhältnis pflegte. Aus der Bereitschaft, von Panitzscher Seite aus unterstützend an der Gastronomie-Ausstellung mitzuwirken, hat sich für den Wahl-Tauchaer eine regelrechte Leidenschaft für die Heimatgeschichte entwickelt. „Ich bin mittlerweile Feuer und Flamme für die Sache, woran Gerhard Otto keinen unerheblichen Anteil hat.“

Von Roger Dietze

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