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850 Exponate: Museum holt Ostwald-Schatz nach Großbothen

Tschira-Stiftung 850 Exponate: Museum holt Ostwald-Schatz nach Großbothen

Der Leiter der Malerfachschule in Lahr, Ralf Dyck, machte der Tschira-Stiftung eine Schenkung. Er packte 20 Kisten mit Material über den Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald. Bücher, die der Chemiker und Farbforscher selbst geschrieben hatte oder die über ihn geschrieben wurden, sammelte er mehr als 25 Jahre. Mehrfach besuchte er den Ostwaldpark in Großbothen.

Bücher, Zeichnungen, Dosen und vieles mehr gehören zur Schenkung von Ralf Dyck, die die Museologin Aline Pfannenschmidt inventarisiert.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Ihr Glück konnten die Museologinnen Katy Reimelt und Aline Pfannenschmidt nicht fassen. Eine umfangreiche Schenkung eines Privatsammlers erhielt jetzt das Wilhelm-Ostwald-Museum, ein Einrichtung der Gerda und Klaus Tschira Stiftung in Großbothen. Beide Geschichtsexpertinnen ließen es sich nicht nehmen, persönlich die Schenkung aus Heiligenzell (Friesenheim) aus dem Schwarzwald abzuholen. Der 62-jährige Ralf Dyck hatte über 25 Jahre lang Bücher und Objekte gesammelt, die im Zusammenhang mit Wilhelm Ostwald stehen. Denn er ist geschichtsinteressiert und war von 1983 bis Oktober 2008 Lehrer an der Malerfachschule Wilhelm Ostwald in Berlin. Später wurde er Leiter der Badischen Malerfachschule in Lahr. „Zu Beginn meines Sammelns im Jahr 1990 wurde in einem Antiquariatskatalog ein „Farbnormenatlas“ angeboten. Er sollte etwa ein Monatsgehalt kosten. Das war mir damals zu viel“, erzählte der Hobbysammler. Dieser Atlas wurde in den folgenden Jahren nicht wieder angeboten. So machte er sich schwere Vorwürfe, warum er damals nicht zugegriffen hatte. Doch der Zufall wollte es, dass aus einem Nachlass in Altenburg 2013 ein Farbnormenatlas sehr preisgünstig angeboten wurde. „Die Verkäuferin konnte natürlich nicht ahnen, wie viel er mir Wert gewesen wäre. Allerdings konnte sie mir auf Nachfrage auch die ehemalige Nutzung nicht beschreiben“, erinnerte sich Ralf Dyck. Eines seiner ersten Bücher war „Wilhelm Ostwald – Mein Vater“. 1989 besuchte er das erste Mal den Landsitz „Energie“ in Großbothen mit dem Wilhelm-Ostwald-Archiv. Die Enkelin des Chemikers, Nobelpreisträgers und Farbforscher, Gretel Bauer, lernte er 1993 bei einem erneuten Besuch des Wilhelm-Ostwald-Parks in Großbothen kennen. „Das war für ihn eine solche intensive Begegnung, dass sie ihn nicht mehr losgelassen hatte. So habe er angefangen, in Antiquariaten zu stöbern und nach Büchern von Wilhelm Ostwald Ausschau zu halten. Als Ebay kam, explodierte seine Sammlung. Da entdeckte er eine Firma , die Farbkreide nach dem Farbsystem von Ostwald produzierte. Sogar Zigarrenbanderolen mit dem Profil von Ostwald lassen sich finden. So hat Ralf Dyck in den über 25 Jahren über 850 Bücher und Zeitschriften sowie weitere Objekte gesammelt. In 20 Umzugskartons verstaute er jetzt das kostbare Gut und schenkte es der Tschira-Stiftung. „Darunter sind viele wertvolle Stücke, die einmalig sind“, freute sich Katy Reimelt. Ralf Dyck ist sich auch bewusst, dass seine Sammlung einmalig ist. Spätestens wusste er dies, als eine japanische Professorin, Fumiko Goto, die in Berlin studierte, wegen seiner Sammlung extra nach Heiligenzell kam. „Es war ein außergewöhnliches und bereicherndes Zusammentreffen. Ich erfuhr, dass ich Stücke wie den Rosenkatalog in meiner Sammlung hatte, die es in ganz Deutschland kein zweites Mal zugänglich gibt“, erinnerte er sich. Deshalb wollte er auch die Sammlung in guten Händen wissen. Gegenwärtig sind die Museologinnen dabei, die Schenkung zu inventarisieren. Spätestens zum Tag des offenen Denkmals, am 11. September, können Interessierte Einsicht in die Hobbysammlung nehmen.

Von Cornelia Braun

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