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Grimma Ab Juni freie Fahrt auf der Naunhofer Osttangente
Region Grimma Ab Juni freie Fahrt auf der Naunhofer Osttangente
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16:59 25.04.2017
Gearbeitet wird gegenwärtig noch am Gehweg, der die Osttangente auf der Seite der künftigen Wohnbebauung begleiten wird. Quelle: Foto:
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Naunhof

Über eine neue Flaniermeile verfügt die Stadt Naunhof. Zumindest haben die Einwohner ihre Osttangente dazu gemacht. Scheint ein wenig die Sonne und bläst kein allzu starker Wind, zieht es sie in Scharen hinaus auf die in Bau befindliche Teilortsumgehung, um dieses Fleckchen Erde aus einer ungewohnten Perspektive kennenzulernen. Doch der unbekümmerte Spaziergang auf dem breiten Asphaltband wird nicht ewig möglich sein. In ein paar Wochen sollen dort die Autos rollen – viel früher als ursprünglich gedacht.

„Ende der ersten Maiwoche können wir voraussichtlich den Straßenbau beenden“, kündigt Naunhofs Bauamtsleiter Thomas Hertel an. Für den Verkehr ließe sich die Trasse dann allerdings noch nicht freigeben. Erst im März war begonnen worden, ein Regenrückhaltebecken anzulegen, das wahrscheinlich kurz vor Pfingsten fertig wird. „Dann sind noch einige Schilder anzustellen und Markierungen anzubringen. Außerdem müssen die Behörden alles abnehmen“, so Hertel. „Ins Auge haben wir gefasst, die Straße spätestens im Juni zu eröffnen.“

Ursprünglich lag der Fertigstellungstermin im November dieses Jahres. Weil der Freistaat aber eine Straßensanierung in Ammelshain verschob, für die der Autobahnzubringer als Umleitungsstrecke genutzt werden sollte, ergab sich eine Baulücke, um die Osttangente an eben diesen Autobahnzubringer anbinden zu können. Damit mussten einige Arbeiten an der Teilortsumgehung nicht über den Winter unterbrochen werden – es sei denn, das Wetter verhinderte sie. Und so ist manches geschafft, was jetzt erst hätte in Angriff genommen werden können.

Eine Straße zieht sich vom Autobahnzubringer zur Wurzener Straße, begleitet von einem Fuß- und Radweg, der noch asphaltiert werden muss. Zum künftigen Wohngebiet „Grünstadt Naunhof“ wurden für den Lärmschutz Erdwälle aufgeschüttet, die noch fertig zu gestalten und zu begrünen sind. Am Regenrückhaltebecken ist die Technik zu komplettieren, mit der Niederschlagswasser vom Straßenkanal ins Becken gepumpt wird. „Hätten wir auf die Pumpen verzichtet, dann hätten wir das gesamte Gelände für das Wohngebiet aufschütten müssen, was viel teurer geworden wäre“, erläutert Hertel. „Vom Becken hat das Wasser dann einen natürlichen Ablauf über den Betonwerksgraben in die Parthe.“

So soll die Grünstadt Naunhof zwischen Grillensee (oben) und Osttangente (unten) einmal aussehen. Der rechte Bereich wird zuerst bebaut. Rechts unten die neue Kindertagesstätte an der Melanchthonstraße. Quelle: LBU

Interesse an der Teilortsumgehung hat nicht nur die Stadt, die damit den Verkehr ein Stückweit aus ihrem Zentrum verbannen will, sondern vor allem die Leipziger Beton-Union (LBU). Ihr gehört das Areal, von der Osttangente aus möchte sie die künftige Grünstadt erschließen. Weil das Unternehmen aber keine Fördermittel akquirieren kann, trat die Kommune als Bauherr auf.

Sie hat vom Freistaat 800 000 Euro als Beihilfen erhalten. Ihr Eigenanteil war stetig gewachsen und lag zuletzt bei rund 2 675 000 Euro. Die Summe durchläuft jedoch nur die kommunalen Haushaltsbücher, denn die LBU bezahlt sie. Obendrein schenkt sie der Stadt hinterher das Straßengrundstück.

Das Unternehmen will die Grünstadt in drei Abschnitten erschließen. Der erste erstreckt sich vom Ende der Melanchthonstraße bis zur Straße Zum Grillensee, also parallel zur Wurzener Straße. „Es handelt sich fast um ein Drittel des gesamten Wohngebiets“, erläutert LBU-Geschäftsführer Karl-Heinz Schenk. „Die Ausschreibung für den Straßenbau ist gerade zu Ende gegangen. Wir wollen loslegen, wenn die Osttangente freigegeben wird.“

Ein Blick auf den zentralen Park der Grünstadt, die ihrem Namen gerecht werden soll. Dieser Bereich wird nach dem ersten Bauabschnitt in Angriff genommen. Quelle: LBU

Vorgesehen sind in dem Areal Einfamilien- und Doppelhäuser, auch Mehrfamilienhäuser können errichtet werden. Schenk: „Bei uns gehen sehr viele Nachfragen ein, deutlich mehr als erwartet.“ Voraussichtlich im Herbst könne auf den ersten Grundstücken begonnen werden, Gebäude zu errichten. Später folgen die anderen beiden Bauabschnitte, die unter anderem einen großen Park mit Teich beinhalten.

Über einen Erbbaupachtvertrag vermachte die LBU der Stadt außerdem ein Grundstück an der Melanchthonstraße, auf das die Kommune eine Kindertagesstätte am Rande der Grünstadt setzen will. Der erste Spatenstich für das 1,93 Millionen Euro teure Gebäude soll ebenfalls dieses Jahr erfolgen. Über das Investkraftpaket „Brücken in die Zukunft“ erhält Naunhof einen Zuschuss von Bund und Freistaat über 515 872 Euro.

Von Frank Pfeifer

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