Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Ab Montag lenkt Rottstädt Naunhofer Verwaltung
Region Grimma Ab Montag lenkt Rottstädt Naunhofer Verwaltung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 16.11.2012

Der 47-Jährige war mit neun Stimmen zum neuen Amtsverweser der Stadt Naunhof gewählt worden (LVZ berichtete) und soll bereits am 19. November seinen Dienst antreten.

Nach dem Rückzug von Bürgermeister Uwe Herrmann zu Jahresbeginn, der von der Kommunalaufsicht abgesagten Bürgermeisterneuwahl im September und dem Ausscheiden des Amtsverwesers Jörg-Dietmar Funke Ende Oktober war die Stadt zum Handeln gezwungen. Da erst am 3. Februar der nächste Wahltermin fürs Bürgermeisteramt angesetzt ist, musste noch einmal ein Amtsverweser gewählt werden, der bis zum Frühjahr den Platz an der Spitze der Verwaltung übernimmt.

Sieben Bewerbungen für das Amt waren bei der Kommune eingegangen, ein Kandidat musste wegen Überschreitung des zulässigen Alters ausgeschlossen werden. Die übrigen Bewerber durften sich vor der öffentlichen Sitzung dem Stadtrat präsentieren – nichtöffentlich. Und auch das erst nach seiner Intervention, wie Patric Blum erklärt (siehe nebenstehenden Kasten).

Rottstädt wurde den Gästen im bis auf den letzten Platz gefüllten Sitzungssaal des Rathauses vom derzeitigen Verhinderungsstellvertreter Uwe Kulisch als Verwaltungsfachwirt mit Wohnort Döbeln vorgestellt. Er setzte sich mit neun Stimmen durch. Wie berichtet arbeitet er derzeit noch im Ordnungsamt von Arneburg-Goldbeck (Sachsen-Anhalt). Mit der Verbandsgemeinde sei geklärt, dass er ab Montag in Naunhof als Amtsverweser tätig wird, erklärte er auf LVZ-Anfrage.

Zwei Stimmen erhielt der Trebsener Rechtsanwalt Patric Blum (49), drei gingen an den Naunhofer Michael Wollfs (62), der bei der internen Ausscheidung der CDU-Bürgermeisterkandidaten gegen Herrmann Kinne verloren hatte. Ohne Stimme blieben der Naunhofer Rechtsanwalt Carlo Wenzel (35), der in Machern lebende ehemalige Oberbürgermeister von Weißwasser Hartwig Rauh (54) sowie der Espenhainer Diplomökonom Dirk Scholz.

Vor der Wahl hatte Kulisch das Verfahren erläutert und Kritik an der LVZ-Berichterstattung geübt. Es gebe keine Geheimnistuerei, man sei nur dem Wunsch eines Kandidaten nach Verschwiegenheit gefolgt und habe dann aus Fairnessgründen gar keinen Namen genannt. Er habe auch nicht Funke aus dem Amt gedrängt – was allerdings auch nicht berichtet wurde. „Ich mache das für null Komma null Euro", so Kulisch, das müsse auch geachtet werden.

Ratsfrau Gabriele Wegel (CDU) appellierte vor der Wahl, der Stadtrat möge daran denken, dass man sich zur Entschärfung der Spannungen darauf verständigt habe, keinen Kandidaten zum Amtsverweser zu wählen, der das Amt als Profilierungsplattform für die Bürgermeisterwahl nutzen würde. Nur zwei jedoch hätten eine Bürgermeisterkandidatur ausgeschlossen, nur die beiden seien daher für sie wählbar. Silvio Mahla (Unabhängige Wählervereinigung) konterte, er denke nicht an morgen und die Bürgermeisterwahl sondern nur an heute. Er möchte frei entscheiden dürfen. Es sei zwingend erforderlich, Nägel mit Köpfen zu machen. Nach LVZ-Informationen spielte der Wegel-Appell bei der geheimen Wahl keine Rolle.

Patric Blum: Vorgehen bedenklichNaunhof

(hei). Die zweite Amtsverweserwahl in Naunhof ging nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Es sei bedenklich, dass ohne seine Intervention nur drei von sechs Kandidaten die Chance zur Vorstellung bekommen hätten, erklärte Patric Blum. Er habe eine von Uwe Kulisch am 12. November abgeschickte Mail bekommen, in der es sinngemäß geheißen habe: „Drei Personen kommen in die engere Wahl. Sie leider nicht. Aber auf dem Stimmzettel stehen alle sechs Kandidaten." Kommunalrechtlich bedenkenlos wäre es gewesen, so Blum, allen Kandidaten nach Ablauf der Bewerbungsfrist mitzuteilen, dass sie nur dann in die engere Wahl kommen, wenn sie sich mit einer Veröffentlichung ihrer persönlichen Daten auf der Homepage der Stadt und in der Presse einverstanden erklären sowie zur Vorstellung in öffentlicher Sitzung bereit sind. Wie berichtet blieben die Kandidaten bis zur Wahl ein Geheimnis. „Ich bin ein guter Verlierer und wünsche dem in der Region völlig unbekannten Amtsverweser alles Gute!", so Blum.

Heinrich Lillie

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – verkauft. Tadeusz Cymerman verlässt das Amtsgericht Leipzig als neuer Eigentümer des Behördencenters Grimma in der Leipziger Straße.

14.11.2012

Als er vor einigen Jahren in die Branche eintrat, war Glas für ihn Neuland. Vier Jahre nach der Übernahme der Flachglas Sachsen in Grimma hat Stefan Witte Umsatz und Mitarbeiterzahl etwa verdoppelt.

13.11.2012

Grimma/Großbardau. Das Evangelische Schulzentrum stockt den Hort auf und schafft neue Klassenräume für die Schülerinnen und Schüler in der Grundschule und den weiterführenden Schulen.

07.11.2012