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Grimma Abriss der Kasernen beginnt
Region Grimma Abriss der Kasernen beginnt
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16:13 15.04.2010
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Im morgendlichen Nieselregen steht Jörg Röglin ehrliche Freude ins Gesicht geschrieben. „Es gibt schlechte Tage im Leben eines Oberbürgermeisters und solche, da werden Kindheitsträume wahr." Gestern war so ein Tag, denn das Stadtoberhaupt durfte – unter fachkundiger Anleitung – sozusagen den ersten offiziellen Baggerbiss an einem der vier zum Abriss bestimmten Gebäude auf dem Kasernengelände vollziehen. Im Vorfeld des Stadtratsbeschlusses, der den Auftrag für die Abriss- und Revitalisierungsarbeiten an das Unternehmen Kafril vergab, hatte Röglin von einem „Schandfleck in Wurzen" gesprochen, der nun beseitigt werde.

Dieter Kloppe, der Bauleiter, kennt das Kasernenareal schon seit geraumer Zeit. „Wir haben hier schon in den 90er Jahren etliche Gebäude abgerissen", sagt der Kafril-Mann und weist auf Brachflächen, auf denen sich schon erste Birken angesiedelt haben. „Die vier Häuser sind die letzten. Dann sind alle Baulichkeiten beseitigt." Der Backsteinkomplex, etwas weiter Richtung Juelstraße gelegen, sei dem drohenden Abriss dagegen noch mal entgangen. „Das wurde alles in letzter Minute verkauft", weiß Kloppe.

Mit den Häusern, die der S 11 am nächsten liegen, werde sein Team aus vier Mann anfangen. „Für den Ziegelbau brauchen wir vielleicht anderthalb Wochen." Beim Nachbargebäude könnte es länger dauern. „Da ist nämlich ordentlich Stahlbeton verbaut", meint der Bauleiter mit Kennerblick. Im Anschluss werde sich der Trupp die beiden übrigen Bauten vorknöpfen. Bis Ende Juli könnten die Abrissarbeiten abgeschlossen sein. Natürlich beschränke sich der Job nicht bloß aufs Abreißen von Mauern. „Wir entsorgen ja auch fachgerecht." Holz werde geschreddert und verbrannt, Ziegel und Stahlbetontrümmer erst sortiert und anschließend auf entsprechende Deponien verbracht.

Vor der eigentlichen Revitalisierung müssten noch etliche befestigte Flächen – wie etwa Reste des Exerzierplatzes – zurückgebaut werden. „Dann erst wird Rasen gesät und neue Bepflanzung eingebracht", erklärt Kloppe. Das alles werde Ende Oktober fertig sein.

Aber bis dahin ist erst einmal Marc Trommer am Zuge. Der 24-Jährige fährt den Abrissbagger und säubert gerade das Kettenlaufwerk des 30-Tonners vom allgegenwärtigen Schlamm. Probleme erwarte er eigentlich nicht. „Nur beim Keller muss man aufpassen, sonst sackt der Bagger schnell mal weg. Das wäre nicht so gut", schmunzelt Trommer. Gleich im Anschluss zeigt er dann, wie man das gelbe Ungetüm scheinbar spielerisch bewegen und dabei – Stück für Stück – Teile aus Dach und Fassade brechen kann. Das wird es dem Oberbürgermeister bei seinem Einsatz kurz darauf enorm erleichtern, ein paar Brocken von der Konstruktion herabzureißen.

Markus Tiedke

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