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Abriss der ehemaligen Papierfabrik Golzern verzögert sich

Verträglichkeitsuntersuchung Abriss der ehemaligen Papierfabrik Golzern verzögert sich

Der Abriss der ehemaligen Papierfabrik Golzern ist eigentlich besiegelt. Das zu nah am Wasser gelegene Gebäude wurde bei den Fluten 2002 und 2013 geschädigt und soll weichen. Die Landesdirektion besteht allerdings auf einer Verträglichkeitsuntersuchung – dafür muss Grimma zahlen.

Zu nahe am Wasser gebaut: Die ehemalige Papierfabrik in Golzern wird als Gefahr im Hochwasserfall gesehen und soll abgerissen werden.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma/Golzern. Die Zukunft der Papierfabrik Golzern ist mit beiden Fluten von 2002 und 2013 gleich doppelt infrage gestellt worden. Inzwischen wird nur noch von der ehemaligen Papierfabrik beziehungsweise von den Gebäuden der ehemaligen Papierfabrik in Golzern gesprochen. Das Unternehmen hatte die Mulde, sprich den Kanal endgültig voll, und sich ins Industriegebiet Mutzschen zurückgezogen, wo für etwa sechs Millionen Euro ein komplett neuer Betriebsstandort aus dem Boden gestampft wurde.

Damit schien für Grimma der Weg frei, der Mulde im Fall einer neuerlichen Flut mehr Raum zu geben, indem die 1862 gebaute Fabrik abgerissen werden soll. Das Landesamt für Denkmalschutz gab Ende 2014 grünes Licht und ließ – sehr zur Erleichterung der Stadt Grimma wissen –, dass der Abriss „nicht genehmigungsfähig“ sei. Und auch das Unternehmen ebnete mit einem Eigentumsverzicht den Weg. Doch mehr als drei Jahre nach der Juniflut 2013 hat sich augenscheinlich nichts getan. Obwohl es zu diesem Vorhaben von der Landesdirektion Sachsen zunächst keine Bedenken gab. Denn die Papierfabrik wirke bei Hochwasser wie ein Art Staumauer, wodurch die Überschwemmungslage der Mulde verschärft werde. Einhergehend mit Gefahr für Hab und Gut sowie für Leib und Leben für Bürger der Stadt Grimma.

Indes hat sich eine Bürgerinitiative formiert, die den im Grunde eingetüteten Abriss der Immobilie noch verhindern will. Schließlich sei die Fabrik ja schon „als Wasserbauwerk mit unterirdischen Wasserumleitungen und Flutungsräumen konzipiert“ worden, argumentierte Dorothea von Below von der Bürgerinitiative. Deren Vision ist es gewesen, das Industriedenkmal in den oberen und flutsicheren Räumen als Messe- und Tagungszentrum zu nutzen und die unteren flutgefährdeten Räume temporär für Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur zu nutzen.

Während es um dieses Vorhaben inzwischen ruhiger geworden ist, forciert die Stadtverwaltung die Bemühungen zum Abriss der ehemaligen Papierfabrik. Zwar liege eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung vor, doch diese ist mit Auflagen verbunden und berührt den Bereich des Naturschutzes. Die Landesdirektion Sachsen verlangt noch eine sogenannte FFH/SPA Verträglichkeitsuntersuchung. (FFH steht für Fauna-Flora-Habitat als Richtlinie für den Erhalt der biologischen Vielfalt der Natur und SPA ist eine Richtlinie für Vogel- und Artenschutzgebiete.) Und so habe eine Vorprüfung ergeben, dass dies nicht erforderlich sei. Die Landesdirektion Sachsen jedoch sah das anders und besteht darauf. Zudem machte die Behörde der Stadt Grimma klar, dass ein Widerspruch oder gar eine mögliche Klage das Abrissvorhaben „möglicherweise erheblich weiter verzögern“ würde.

Deshalb hat der Verwaltungsausschuss jetzt beschlossen, ein Büro für Landschaftsarchitektur damit zu beauftragen, die geforderte Verträglichkeitsuntersuchung durchzuführen. Dafür muss die Stadt Grimma etwa 9 500 Euro in die Hand nehmen.

Von Frank Schmidt

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