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Grimma Absage an die Partnerstadt: Colditzer reisen nicht zu den Ruhr Games 2017
Region Grimma Absage an die Partnerstadt: Colditzer reisen nicht zu den Ruhr Games 2017
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00:19 16.06.2017
Quelle: Nathalie Helene Rippich
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Colditz

Sport, Kultur und Europa – vom 15. bis 18. Juni wird der Ruhrpott zum Hexenkessel. Bei den Ruhr Games 2017 verschmelzen olympische Disziplinen mit Actionsport und Street-Art. Mehrere Tausend junge Sportler aus ganz Europa treten in Dortmund, Hagen sowie Hamm gegeneinander und vor allem miteinander an. Zuschauer dürfen sich auf spannende Wettkämpfe freuen. Kanu-Polo, Judo, Skateboard, Basketball, MTB Slopestyle, Leichtathletik, Parkour, BMX Spineramp – alles ist dabei, nur Colditz nicht.

Im Herbst lud Ulrike Drossel, Bürgermeisterin von Holzwickede bei Dortmund, ausdrücklich auch Vertreter aus der Partnerstadt Colditz zu den Ruhr Games ein. Der Colditzer Manfred Heinz (FDP), der damals aus Anlass der 25-jährigen Städtepartnerschaft in Holzwickede weilte, nahm das Schriftstück entgegen und überreichte es zeitnah Ortschef Matthias Schmiedel (parteilos).

Mit Befremden und Unverständnis habe er dieser Tage zur Kenntnis nehmen müssen, dass kein Colditzer an die Ruhr reist, so Ratsherr Heinz. Als Mitglied des Partnerschaftsvereins bezeichnete er dies als vertane Chance, junge Leute aus Ost und West zusammen zu bringen. „Vor allem wären uns bis auf die Anreise keinerlei Kosten entstanden.“

Auch Bürgermeister Schmiedel bedauert, dass letztlich keiner fährt: „Eigentlich wollten unsere Volleyballer zu den Spielen reisen, doch daraus wird nun nichts.“ Über Ronny Kriz suchte das Rathaus damals nach geeigneten Sportlern. Der Mann vom Bildungs- und Sozialwerk Muldental (BSW) vermittelte daraufhin den Kontakt zu Dirk Junghans und seinen Volleyballern. „Ja, wir wollten fahren, da ich erkrankt bin, mussten wir aber absagen“, so Junghans. Am 19. Mai teilte er das auch der Holzwickeder Bürgermeisterin schriftlich mit. Die Stadtverwaltung Colditz erfuhr nach eigener Darstellung jedoch erst knapp zwei Wochen später von der Absage. Es tue ihr sehr leid, dass eine Teilnahme der Schüler nun doch nicht möglich sei, mailte Angélique Hoppe nach Holzwickede: „Wir hätten es sehr gern gesehen, dass sich Jugendliche unserer Partnerstädte treffen.“ Der Gesundheitszustand des Betreuers erlaube es jedoch nicht, die Schüler zu begleiten. In der Kürze der Zeit habe sich kein Ersatz finden lassen. Dennoch wünsche sie den Ruhr Games einen guten Verlauf, schrieb Hoppe.

Er wisse um die vorbildliche Arbeit des Volleyballverantwortlichen – diesem sei auch kein Vorwurf zu machen, krank könne jeder werden, so Stadtrat Heinz. Er empfinde die Absage dennoch als Armutszeugnis: „Die Einladung von Holzwickede richtete sich ohnehin nicht ausdrücklich an die Volleyballer, sondern an die Stadtverwaltung mit ihrem Bürgermeister. Wir haben doch so viele Sportler. Meinetwegen auch über 18-Jährige. Es muss einfach möglich sein, einen Fahrer zu finden. Oder einen Lehrer als Begleitung.“

Auf LVZ-Nachfrage hob Schulleiter Andreas Horn am Montag die Hände: „Der Termin ist denkbar ungünstig. Die Schüler aus unseren Abschlussklassen bekommen am Freitag ihre Zeugnisse. Im Moment ist Prüfungszeit, es laufen Versetzungs- und Zensurenkonferenzen – da brauche ich wirklich jeden Lehrer.“ Vor allem seien auch noch einige Kollegen krank. Zudem müsse in dieser Woche das Theaterstück in der Aula abgesichert werden. Die Volleyballer seien wirklich ständig unterwegs, nun klappe es einmal nicht, das müsse auch mal gehen.

So steigen die diesjährigen Ruhr Games zwar mit Top Acts wie den Sportfreunden Stiller, Staubkind, Simon Gosejohann, Clueso, Lena und Kelvin Jones, aber ohne die Colditzer.

Von Haig Latchinian

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