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Grimma Abwicklung von Apparatebau: Tillich telefoniert mit Aquina
Region Grimma Abwicklung von Apparatebau: Tillich telefoniert mit Aquina
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13:59 19.05.2015
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Wie Sprecherin Andrea Valendiek weiter sagte, begrüße Tillich, dass es gelungen sei, Investoren ins Boot zu holen, die eine Liquidation des Standortes verhindern könnten. In einem Brief an Vorstandsvorsitzenden Victor Aquina bittet Tillich, dem Vorschlag der Stadt Grimma Gehör zu schenken und ihn auf seine Tragfähigkeit zu prüfen. In der kommenden Woche werde es ein Telefonat zwischen Tillich und Aquina geben.

Nach dem anfänglichen Schock wächst die Wut der Mitarbeiter über das Vorgehen des Mutterkonzerns. Auf einem Transparent an der Werkhalle im TLG-Gewerbegebietes verkünden sie, dass sie um die Tradition des Apparatebaus kämpfen wollen. Geschäftsführer Andreas Barg übergab gestern eine Erklärung, in der fast die gesamte Belegschaft die Konzernspitze aufforderte, an der eigenen Firmenphilosophie festzuhalten. Die Unterzeichner beriefen sich auf Unternehmenswerte von Hertel, die vorgeben würden, dass der Mensch im Vordergrund stehe. "Ihre Entscheidung, die MAG ohne Vorwarnung zu schließen, kann demnach nicht akzeptiert werden," hieß es in der Erklärung. Weiter bitten die Mitarbeiter, die Entscheidung rückgängig zu machen und sich Verhandlungen zur Weiterführung der MAG nicht zu verschließen.

Derzeit ist offen, ob ein ursprünglich für Montag avisierter Termin zwischen Vertretern des Konzerns, potenziellen Investoren und Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) in Berlin stattfinden wird. Wie berichtet, sollten dabei Details zur Fortführung des Unternehmens besprochen werden. Berger war es gelungen, Firmen und Investoren für einen Einstieg in das weltweit anerkannte Unternehmen zu begeistern. Mit Edgar Most, ehemaliger Direktor der Deutschen Bank, konnte ein gut vernetzen Finanzexperten für das Konsortium gewonnen werden. "Momentan ist schwer einzuschätzen, ob unser Engagement von Erfolg gekrönt sein wird", sagte Berger. Auf allen Ebenen werde Druck gemacht, um mit den Entscheidern des niederländischen Industriekonzerns ins Gespräch zu kommen. Der von Hertel beschrittene Weg zur Liquidation des Apparatebaus könne nicht akzeptiert werden. "Das ist gegenüber den Mitarbeitern sozial unverantwortlich", so Berger weiter. Auch der Stadtrat forderte das Management zum Umdenken auf. Durch die Schließung des Apparatebaus sei eine Vielzahl von Kooperationspartnern in ihrer Existenz bedroht. "Die Fortführung des Traditionsbetriebes muss oberstes Ziel sein, gegebenenfalls mit neuem Eigentümer", sagte Hans-Jörg Dossin, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Grimma.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.11.2014
Schöppenthau, Birgit

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