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Grimma Ärger am Gleis: Beucha und Naunhof kritisieren Bahn-Pläne
Region Grimma Ärger am Gleis: Beucha und Naunhof kritisieren Bahn-Pläne
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05:00 18.02.2010
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Auf einer Beratung in Naunhof sei kürzlich über Details der Planungen informiert worden, berichtet das Brandiser Stadtoberhaupt Andreas Dietze. „Mit großer Verwunderung mussten wir dort zur Kenntnis nehmen, dass die Bahn weltfremde Lösungen verfolgt.“ Zugreisende, die bisher über die Gleise gehen konnten, soll es in Zukunft nicht mehr geben. „Die Bahn stellt sich allen Ernstes vor, dass die Leute beim Umsteigen bis vor zum Bahnübergang tippeln und auf der anderen Seite der Gleise wieder zurück. Das ist dermaßen kundenunfreundlich, dass wir uns mit allen Mitteln gegen diese Variante wehren.“ Immerhin gehe es in Beucha nicht nur um ein paar Hanseln, die das betreffe. Offenbar habe die Bahn völlig aus den Augen verloren, dass hier täglich etwa 60 Personenzüge halten und 400 bis 500 Pendler umsteigen. Für diese Beförderungskapazität sei die beabsichtigte Infrastruktur einfach unzureichend. Auch Busanschlusszeiten könnten so nicht eingehalten werden, kritisiert Dietze.

Ähnlich hanebüchene Vorstellungen gebe es auch für den Bahnhof Naunhof. Auch hier bildet sich die Bahn ein, dass die Leute erst den Bahnübergang in der Grimmaer Straße überqueren sollen, um auf den neuen gegenüberliegenden Bahnsteig zu gelangen. „Sowohl wir als Stadt Brandis, die Stadt Naunhof als auch Vertreter des Landkreises und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig haben gegen diese Pläne massiv protestiert“, so der Brandiser Stadtchef. Sowohl für Beucha als auch Naunhof werde ein kurzer Übergang für die Bahnreisenden gefordert. „Ob das eine kleine Fußgängerbrücke ist oder ein Tunnel – das ist uns eigentlich egal. Fakt ist, solange dieser Überweg nicht gewährleistet ist, werden wir den Bauarbeiten zur Umsetzung des elektronischen Stellwerkes als Kommunen nicht zustimmen.“ Da seien sich Brandis und Naunhof einig. Eine weitere Änderung, die mit der Umstellung einher geht, dürfte die Beuchaer indes freuen: Das Signal am Bahnhof Beucha wird so versetzt, dass sich die Schranken künftig nicht mehr bei jedem Zug schließen müssen. Wartezeiten sorgen hier immer wieder für Unmut. „Die Schranke“, erzählt Dietze, „ist im Laufe des Tages eigentlich mehr geschlossen als geöffnet.“ In diesem Punkt sei die Bahn entsprechenden Forderungen der Kommune nachgekommen. Umfangreiche Bauarbeiten stehen an den Übergängen in der Beuchaer August-Bebel-Straße und der Kleinsteinberger Straße ins Haus. „Die Bahn wird beide Übergänge ausbauen.“ Im Bereich der August-Bebel-Straße müsse mehr Platz für die Begegnung von Lastkraftwagen geschaffen werden. Hier werde der Kurvenradius erweitert. Die Straße, die die Kommune erst vor zehn Jahren ausgebaut hat, werde dafür im Bereich vor dem Übergang wieder aufgerissen. Die Stadt soll sich an den Kosten beteiligen. „Hier versuchen wir derzeit, eine für uns annehmbare Lösung zu erreichen.“

Simone Prenzel

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