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Ärger nach Triathlon: Jedermänner fühlen sich um Wettkampf betrogen

Grimma Ärger nach Triathlon: Jedermänner fühlen sich um Wettkampf betrogen

Der 13. Muldental-Triathlon hat ein heftiges Nachspiel: „Jedermänner“ gehen auf die Barrikaden, kritisieren den Veranstalter und verlangen die Startgebühren zurück. Grund sind massenhafte Disqualifikationen, die im Widerspruch zur Ausschreibung stünden. Der Veranstalter wiederum macht einen Kampfrichter für das Desaster verantwortlich.

In der Wechselzone: Nach der Radstrecke schlüpfen diese Triathletinnen in ihre Sportschuhe, um die letzten fünf Kilometer zu laufen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Der Muldental-Triathlon muss um sein Image fürchten: „Jedermänner“ gehen auf die Barrikaden, kritisieren den Veranstalter scharf und verlangen die Startgebühren zurück. Einer der Freizeitsportler ist Mike Elsner. Er hatte sich an der Staffel beteiligt und wandte sich am Montag schriftlich an die Ausrichter: „In der Ausschreibung steht, dass am Markt aus dem Rennen genommen wird, wer nach einer Stunde die dritte Radrunde noch nicht begonnen hat. Ich kam als Radfahrer nach 50 Minuten (14 Uhr) an den Markt, dann war oben am Schwanenteich die Leipziger Straße gesperrt (14.02 Uhr). Damit haben Sie gegen Ihre eigene Ausschreibung verstoßen.“

Hans-Peter Bischoff von der Agentur Sports Live, der gemeinsam mit dem Verein Muldental-Triathlon als Veranstalter auftritt, entschuldigte sich am Montag bei allen Betroffenen für den „desaströsen“ Verlauf: „Wir als Organisatoren sind genauso tief traurig über die Entscheidung eines einzelnen Kampfrichters, der die Radstrecke der Jedermänner eigenmächtig und ohne Rücksprache mit uns um 13. 57 Uhr gesperrt hatte.“

Wie berichtet, befürchtete der Technische Delegierte, dass die Schnellsten der im Anschluss gestarteten Deutschen Meisterschaften der Elite mit den Langsamsten der Jedermänner ins Gehege kommen könnten. Der Kampfrichter, dessen Name der LVZ vorliegt und der nicht zum Organisationsteam gehört, habe seinerseits schwere Vorwürfe gegenüber dem Veranstalter erhoben, das Wort Dilettanten sei gefallen, berichten Zeugen.

Das kann Matthias Vogel, sportlicher Leiter des Muldental-Triathlons, nicht nachvollziehen: „Der Start der Deutschen Meisterschaft (DM) der Männer erfolgte um 14.21 Uhr. Das heißt, dass alle Teilnehmer, die sich auf der Radstrecke befunden hatten, noch 24 Minuten Zeit bis zum folgenden Start hatten. Dazu kommt, dass die DM-Starter erst um 14.32 Uhr auf das Rad gestiegen sind. 35 (!) Minuten waren noch Zeit, bis es überhaupt zu einer möglichen Überrundung hätte kommen können.“ Der Abbruch sei ein Schlag ins Gesicht der Veranstalter, der Aktiven und nicht zuletzt der 250 Helfer, so Vogel.

Jan Sägert, Sprecher der Deutschen Triathlon Union (DTU), verteidigt die Entscheidung seines Kampfrichters: „Die Strecke muss komplett frei sein, bevor der Startschuss für die 1. Bundesliga fallen kann. Das Zeitfenster des Veranstalters war zu knapp, wir hatten ihn im Vorfeld auch darauf hingewiesen. Letztlich geht es um die Gesundheit aller Beteiligten.“

Jedermann Mike Elsner sieht das Übel ebenfalls im Zeitplan: „Sie geben den Hobbyathleten nur eine Stunde bis zum Start der Profis“, schreibt er dem Veranstalter und fährt fort: „Hätten Sie das Jedermann-Rennen ans Ende gelegt, wäre der Zeitdruck für Sportler und Veranstalter nicht vorhanden.“ Hans-Peter Bischoff: „Es war uns vorgeschrieben, das Jedermann-Rennen vor der 1. Bundesliga zu platzieren. Hinzu kommt, dass wir andernfalls eine Stunde Leerlauf gehabt hätten.“ Ja, der Zeitplan sei mit heißer Nadel gestrickt, räumt er ein, schon allein, um die Helfer nicht uferlos zu beanspruchen: „Aber wir haben Erfahrung. Und es hätte auch diesmal funktioniert. Vor allem verständigten wir uns mit der DTU darauf, das Finale zehn Minuten später zu starten.“ LVZ-Informationen zufolge waren bei den Jedermännern diesmal mehr Neueinsteiger als in den Vorjahren am Start, was eine größere Streuung der Leistung zur Folge hatte. Außerdem führte die Mulde nach dem Regen der vergangenen Tage mehr Wasser als sonst, wodurch die Aktiven wegen der starken Strömung bis zu fünf Minuten mehr Zeit brauchten. „Alles richtig“, sagt Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger: „Aber es kann doch nicht sein, dass man über 100 Breitensportler unverschuldet disqualifiziert, die ein ganzes Jahr hart auf diesen Höhepunkt hingearbeitet haben. Am Ende wurden sie wie die Deppen von der Strecke gejagt, um Platz für die wahren Champions zu schaffen. Das war erniedrigend und hat verdammt wehgetan“, so Berger, der ebenfalls vor der Zeit rausgewunken wurde.

Mike Elsner ist untröstlich. Er verlangt die Startgebühr in Höhe von 55 Euro zurück. Matthias Vogel: „Natürlich werden wir uns bei jedem Betroffenen persönlich melden, noch einmal Stellung beziehen und uns erklären. Wir bitten nur, uns dafür etwas Zeit zu geben. Unabhängig davon werden wir eine offizielle Beschwerde bei der DTU einreichen.“

Von Haig Latchinian

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