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Grimma Agil und erfolgreich: Heimatverein Erdmannshain wird 25
Region Grimma Agil und erfolgreich: Heimatverein Erdmannshain wird 25
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06:00 27.05.2016
Der Holzbackofen, an dem Wolfram Just steht, wird zu jedem Fest eingeheizt. Auch am Sonnabend gibt es das beliebte frische Brot. Quelle: Thomas Kube
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Naunhof/Erdmannshain

Er gilt als einer der agilsten Heimatvereine im Muldental, jener von Erdmannshain. Seine Museumsscheune kennen längst nicht mehr nur die Bewohner des Ortes, sondern auch Besucher von weither. Hinter dem Erfolg steckt ein Vierteljahrhundert unermüdliche Arbeit. Und das soll am Sonnabend gefeiert werden.

10 Uhr beginnt die Feierstunde in der Museumsscheune, zu der als Ehrengäste Landrat Henry Graichen (CDU) und Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) erwartet werden. „In diesem Rahmen wollen wir auf dem Spielplatz am Rehwinkel eine Winterlinde setzen“ kündigt Wolfram Just an. Der langjährige Vorsitzende, der im vergangenen Jahr das Zepter an seinen Sohn Geralf abgegeben hat, hofft auf viele Gäste des Kulturprogramms, das am Nachmittag beginnt und so lange andauern soll, bis alle müde sind.

Am Sonntag wird es einen Spaziergang durchs Dorf geben, auf dem er allerlei Wissenswertes aus der Historie berichten will. Dieses Angebot richtet er nicht nur an die Alteingesessenen, sondern auch an die vielen Neubürger, die seit der Wende nach Erdmannshain gezogen sind. Sie sollen ihr Umfeld, aber auch den Heimatverein besser kennenlernen.

Damals, vor 25 Jahren, als Erdmannshain noch vor allem landwirtschaftlich geprägt war, lebten sie noch nicht im Ort. Sieben engagierte Einwohner schlossen sich zum Heimatverein zusammen, weil solche Organisationen nun möglich waren. „Hervorgegangen sind wir aus einer Gruppe, die zu DDR-Zeiten unter dem Dach der Nationalen Front den Konsum baute, die Friedhofsmauer in Stand setzte und auch an anderen Stellen versuchte, das Dorf zu verschönern“, sagt Just. „Nun wollten wir zusätzlich den Heimatgedanken einfließen lassen.“

Zunächst kamen die Mitglieder zu Beratungen in ihren privaten Lauben zusammen, später konnten sie kurzzeitig die Mühle nutzen, heute eine Gaststätte. Bürgermeister Uwe Herrmann bot ihnen dann ein Haus eines verlassenen Bauernguts an, bis heute der Vereinssitz. „Mit großer Unterstützung der Stadt haben wir es saniert“, so Just.

Nach und nach machten die Heimatfreunde – auch mit Hilfe von Nichtmitgliedern – das Grundstück zu einem Schmuckstück. Sie rissen alte Schuppen weg, pflasterten den Hof, der ein Schlammloch war, kultivierten den Garten und bauten schließlich, als sie 2009 Fördermittel aus der Ländlichen Neuordnung erhielten, die Scheune aus, das jetzige Herzstück. „Damit hatten wir erreicht, was wir uns in unserem Statut vorgenommen hatten: eine Art Museum zur Widerspiegelung der Dorfentwicklung, der Landwirtschaft und des örtlichen Handwerks“, erklärt Wolfram Just.

Noch heute gilt der 81-Jährige vielen als das Gesicht des Vereins, dessen Geschicke er von Anfang an geleitet hatte. Er ist zu sehen an den offenen Sonntagen der Museumsscheune, zu den Veranstaltungen, deren Saison vom Maibaumsetzen über Ernte-, Drachen- und Kürbisfest bis zum Weihnachtsmarkt reicht; er führt zweimal monatlich durch die Erdmannshainer Kirche, macht mit bei Baumpflanzaktionen und Umwelttagen, und er sitzt im Bus, wenn der Heimatverein mit Interessenten aus anderen Ortsteilen viermal jährlich zu Exkursionen aufbricht.

„Unsere Zusammenarbeit mit der Sachsen-Klinik und der Kirchgemeinde ist bestens“, betont Just. Besonders hebt er Jürgen Rückert hervor, der die Dorfchronik erstellte und fortführt. Und er verweist auf die spontanen Aktionen für den guten Zweck. So sammelte der Verein 2002 nach der Flut Kleidung für Trebsener und Wurzener, nach dem Hochwasser von 2013 spielte er 800 Euro über ein Benefizkonzert für die Grimmaer Kindertagesstätte „Am Schwanenteich“ ein, und als im Tiergehege Dornreichenbach Erdhörnchen vergiftet worden waren, erbrachte ein Benefiz-Fußballspiel 200 Euro für die Einrichtung.

Wolfram Just liegt nun viel daran, dass die Arbeit des 47 Mitglieder zählenden Vereins in jüngere Hände übertragen wird, was beim Vorsitz schon geschehen ist. Ihm wäre es lieb, wenn sich neu Hinzugezogene in die Arbeit einbringen. Damit auch deren Kinder sich mit den Traditionen des Ortes vertraut machen können.

Von Frank Pfeifer

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