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Grimma Airlebnis über Nerchau
Region Grimma Airlebnis über Nerchau
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20:03 07.10.2015
Nichts als heiße Luft: 17 Crews machten ihre Ballons zur Fahrt übers Muldenland reisegfertig Quelle: Frank Schmidt
Strahlender Sonnenschein

Besser hätte das Wetter zu den zweiten Airlebnistagen in Nerchau nicht sein können und 10 000 Zuschauer folgten der Einladung von Sachsen Ballooning, die das Event gemeinsam mit der Stadt Grimma auf die Beine gestellt hatten.

Ballonfahrer unterscheiden sich von anderen Luftverkehrsteilnehmern dadurch, dass sie eben fahren und nicht fliegen sowie in meteorologischen Aspekten. Und so war es nur folgerichtig, dass Pilot André Scheinpflug von Sachsen-Ballooning vor dem Eröffnungsstart der 17 angereisten Balloncrews, die Wetterwarte zu Rate zog. Da zu viel böiger Bodenwind wehte, verzögerte sich der Start. Erst 17.40 Uhr begaben sich etwa 40 Gäste in zwölf Ballone. In den Korb des Piloten André Scheinpflug kletterten insgesamt zehn Mitreisende. Doch bevor es für eine Stunde auf Reise ging, musste die 260 Kilogramm schwere Hülle ausgepackt und ausgebreitet werden. Anschließend wurde sie mit kalter Luft befüllt. Nachdem in die Ballonhülle durch zwei Ventilatoren genug kalte Luft geblasen wurde, startete Scheinpflug die Propangasbrenner. Langsam füllte sich die Hülle und der Heißluftballon richtete sich auf. Dabei schaukelte der Korb und der Pilot hatte alle Hände voll zu tun, dass er aufgrund des Bodenwindes den richtigen Augenblick abpasste, um in die Lüfte zu steigen. Nach dem ruckartigen Start gewann der Heißluftballon durch das Anfeuern des Brenners rasch an Höhe. André Scheinpflug ließ es bei einer Reisehöhe zwischen 200 und 600 Metern, um nicht den Raum Leipzig zu überfahren. Vielmehr ging es mit dem Ostwind in Richtung Naunhof. "Der sanfte Flug über die Dörfer, Wälder und Felder hat etwas Befreiendes", sagte Frank Katzer, der die Ballonfahrt zum 60. Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Auch seiner Frau Christine (60) stand die Freude im Gesicht geschrieben. "Es ist unser vierter Anlauf, in einen Ballon zu steigen, da bisher das Wetter nicht stimmte beziehungsweise einmal der Pilot erkrankt war", sagte sie. Scheinpflug ließ immer wieder heiße Luft in die Hülle, um an Höhe zu gewinnen. Es ging mit einer Geschwindigkeit von 29 Stundenkilometern über Seelingstädt, die Autobahnabfahrt Naunhof, weiter nach Großpösna bis André Scheinpflug zur Landung auf einem Rapsfeld in der Nähe der Umgehungsstraße Großpösna ansetzte. Da der Pilot per Funk während der Fahrt ständigen Kontakt mit einem Verfolger, seinem Sohn Patrick, gehalten hatte, war dieser auch gleich an Ort und Stelle. Nach der Landung musste die Ballonhülle Stück für Stück zusammengefaltet und der Korb verstaut werden.

Doch damit war das Erlebnis noch nicht zu Ende. Die Taufe fehlte noch. Für die Täuflinge gab es ein Glas Sekt, das nicht nur zur Beruhigung der Nerven nach der nicht ganz sanften Landung, sondern auch zum Ablöschen der leicht angebrannten Haare diente. Eine Taufurkunde mit einem Adelstitel gab es obendrauf. So wurden Frank und Christine Katzer zum Prinzen und zur Prinzessin. Auch die anderen Piloten brachten sicher ihre Gäste auf den Boden. Zur Pilotencrew gehörte eine Frau, Karin Müller (40), die einen Friseursalon in Schleußig führt und seit acht Jahren einen Pilotenschein besitzt. "Ich war schon das letzte Jahr mit dabei. Hier sind die Bedingungen optimal", sagte sie. Diese Meinung vertrat auch Matthias Schwarz (49), der aus Steinbach (Thüringen) angereist war. "Es ist immer wieder ein Abenteuer, alles von oben zu sehen", sagte er. Auf dem Boden waren dagegen die Nerchauer Sigrid (61) und Stefan Koppatz (62) geblieben. "Es ist ein tolles Event. Wir würden uns freuen, wenn es nächstes Jahr wieder stattfindet", sagten beide. Die Hauptorganisatorin des Events, Alina Tauchnitz-Scheinpflug von Sachsen-Ballooning, freute sich gestern über die für sie überwältigende Resonanz auf den Muldenwiesen. "Wir kommen im nächsten Jahr wieder, wenn wir erneut so gut von der Stadt und vor allem der Nerchau-Mutzschener Agrar und Service GmbH unterstützt werden", meinte sie.

Weitere Bilder unter lvz.de/grimma

Cornelia Braun

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