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Albrechtshain: Lärm der Autobahn kann krank machen

Albrechtshain: Lärm der Autobahn kann krank machen

Eine bessere Abschottung gegen den Krach von der Autobahn 14 wird es in Albrechtshain vorerst nicht geben. Der Stadtrat entschied auf seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich, keinen Lärmaktionsplan aufzustellen.

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Laute Nachbarschaft: Die Grundstücke am Albrechtshainer Dreiflügelweg reichen bis fast an die Autobahn 14 heran, die hier über eine Brücke verläuft. Obwohl die Fernstraße mit einer Lärmschutzwand versehen wurde, kann der Krach an dieser Stelle auf Dauer krank machen.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof/Albrechtshain. Zuvor hatte sich der Ortschaftsrat Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain einem richtungsweisenden Votum entzogen, indem sich alle Abgeordneten der Stimme enthielten.

Inzwischen ist klar: Es gibt zwei Gebiete, in denen der Lärm so stark ist, dass er krank machen kann. Dabei handelt es sich um die Gaststätte, den Zeltplatz und den Kletterwald am Albrechtshainer See sowie um acht Bungalows im Wochenendhausgebiet Dreiflügelweg. Laut einer Berechnung sollen ganztägig drei Grundstücke und nachts acht Grundstücke einer Lärmbelastung ausgesetzt sein, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Geht es um die reine Geräuschbelästigung, vergrößert sich der Radius. Dann sind, so ist in dem Papier zu lesen, ganztägig 115 und nachts 42 Grundstücke betroffen.

Subjektiv empfinden freilich weit mehr Menschen die Autobahn 14 als laut - nicht nur in Albrechtshain. So meldete beispielsweise Stadtrat Sylvio Mahla von der Unabhängigen Wählervereinigung "Bauchschmerzen" beim Thema an. "Wenn ich durch Ammelshain wandere, denke ich manchmal, hier möchte ich wirklich nicht wohnen", sagte er. Seiner Meinung nach müsste das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Lärmbelastung entlang der Autobahn mit Messgeräten messen.

Genau dies ist nämlich nicht geschehen. Für die Bewertungen an der A 14 und A 38 im Bereich der Naunhofer Ortsteile wurde nur die Zahl der Fahrzeuge pro Tag registriert und daraus der Lärm berechnet. "Das schreibt das Gesetz so vor", erläuterte Bauamtsleiter Thomas Hertel. "Selbst wenn eine Messung einen höheren Lärmwert ergeben würde als die Berechnung, würde sie nicht anerkannt, weil zum Beispiel die gerade vorherrschende Windrichtung eine enorme Auswirkung hat."

Sollte die Stadt einen Lärmaktionsplan aufstellen wollen, so würde sie die Planung laut Hertel viel Geld kosten. Die Aussicht aber, dass damit etwas gegen den Krach unternommen werde, wäre eher gering. Beim Ausbau der A 14 sei zwischen Autobahn und Albrechtshain eine Lärmschutzwand errichtet worden. Das damalige Autobahnamt Sachsen, das ins Lasuv integriert worden ist, habe seinerzeit befunden, dass diese Wand ausreichend sei. Somit werde auch jetzt kein besserer Schutz durchsetzbar sein.

Selbst wenn es nun keine weitere Planungen zum Lärmschutz geben wird, sieht Ortschaftsrat Jan-Walter Heikes von der Wählervereinigung Erdmannshain noch Klärungsbedarf. Er möchte vom Lasuv die Zahlen der Verkehrszählung haben. Außerdem müsse in der Landesbehörde angefragt werden, wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, die im landschaftspflegerischen Begleitplan beim Ausbau der A 14 und Bau der A 38 gefordert worden waren. Denn vieles davon sei noch nicht geschehen. Hertel will die Fragen an das Lasuv weitergeben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Pfeifer, Frank

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