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Grimma Albrechtshainer Orgel soll saniert werden
Region Grimma Albrechtshainer Orgel soll saniert werden
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13:03 21.01.2019
Setzen sich die Restaurierung der Albrechtshainer Orgel zum Ziel: Kantor Konstantin Heydenreich, Pfarrer Christoph Steinert und Wolfgang Fichte (v.l.) vom Kirchenvorstand. Quelle: Frank Schmidt
Naunhof/Albrechtshain

 „Wenn hier nicht bald etwas unternommen wird, lässt sich dieses Instrument nicht mehr benutzen“, urteilt Kantor Konstantin Heydenreich über die Orgel in der Albrechtshainer Kirche. In diesem und im nächsten Jahr will die Kirchgemeinde das historische Instrument sanieren lassen, dafür fehlt ihr aber noch Geld, weshalb sie auf Spenden hofft.

Gebaut hatte das Schmuckstück Christian David Beyer 1847 in Großzschocher. 1960 wurde es das letzte Mal in Schuss gebracht. Dabei erhielt es laut Heydenreich ein sehr hohes Register. „Das entsprach dem damaligen Zeitgeschmack, passt aber nicht zu der frühromantischen Orgel, die ansonsten einen sehr ruhigen, warmen Klang hat“, erklärt der 29-Jährige.

Umfangreiche Restaurierung der Orgel

Fast 60 Jahre sind vergangen, in denen nur kleinere Notreparaturen erfolgten. „Irgendwann geht diese Flickschusterei nicht mehr“, urteilt der Kantor. „Beim Spiel zeigt die Orgel Hänger. Einiges klappert und quietscht, weil die Mechanik ausgeleiert ist. Mehrere Pfeifen funktionieren nicht mehr. Das Gehäuse ist vom Holzwurm befallen und im Inneren verschmutzt.“

Es steht also eine grundlegende Überarbeitung an. Das hohe Register soll entfernt und durch ein niedrigeres ersetzt werden, das dem Original entspricht. „Wir werden die Manuale und Pedale auf Vordermann bringen wie auch die Register leichtgängig machen“, zählt Wolfgang Fichte (67) vom Kirchenvorstand weiter auf. „Die Pfeifen werden ausgebaut und gereinigt. Gesäubert wird auch die Balganlage. Die Mechanik, also die Verbindungselemente zwischen den Tasten und Ventilen an den Pfeifen, nehmen wir uns vor und ersetzen, falls nötig, einige Teile.“

Ursprüngliche Farbgebung der Orgel entdeckt

Für die Instandsetzung des Gehäuses hat Restaurator Uwe Marx aus Grimma schon Untersuchungen angestellt. „Der Orgelprospekt besteht aus Weichholz. Um störende Elemente, wie zum Beispiel Äste, zu verdecken, wurde eine Holzimitation aufgemalt. Zierelemente waren in Blattgold abgesetzt“, erläutert der 54-Jährige.

Diese Optik ist allerdings nicht mehr zu sehen, denn laut Marx wurde der Prospekt später mit einer neuen Holzimitation überdeckt, die auf Gold verzichtete. „Aus Meiner Sicht und aus Sicht der Denkmalpflege sollte die Erstfassung wiederhergestellt werden“, sagt der Restaurator. Zuvor müssten jedoch die vom Holzwurm befallenen Bereiche, Abplatzungen und Risse behandelt, mitunter auch Teile ersetzt werden.

Albrechtshainer brauchen Spender

Bei der Restaurierung kommt der Kirchgemeinde zu Gute, dass im Dresdener Archiv der sächsischen Landeskirche Zeichnungen der Orgel aus deren Entstehungszeit lagern. „Wir haben sie dort entdeckt, sie enthalten sämtliche Maße des Instruments und der einzelnen Pfeifen“, informiert Pfarrer Christoph Steinert.

Die Gesamtkosten werden nach seinen Worten rund 40 000 Euro betragen. „Für unsere kleine Kirchgemeinde ist das eine große Summe“, sagt der 55-Jährige. Zwar habe sie einiges angespart, und es würden auch Fördermittel von der Landeskirche erwartet, aber es bräuchte auch Spenden in Höhe von 5000 Euro. Die Sammlung vor und während der jüngsten Feiertage erbrachte bereits rund 2200 Euro.

Sanierung soll dieses Jahr beginnen

Noch bedarf es einiger Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises und der Landeskirche. „Deshalb lässt sich zurzeit kein genauer Termin für den Baubeginn nennen“, erklärt Steinert. Er geht aber fest davon aus, die Restaurierung dieses und nächstes Jahr durchziehen zu können.

Die aus dem Mittelalter stammende Kirche war in den 1990er-Jahren außen einer Frischekur unterzogen worden. 2013 wurden die zwei letzten der drei neuen Glocken geweiht. 2017 folgte die Innensanierung. Der neue Putz erhielt die Farbe, die auf Theodor Quentin zurückgeht, einen Stararchitekten sakraler Bauten in Sachsen und Thüringen. Restauriert wurde der größte Schatz des Gotteshauses, ein um 1510 entstandener hölzerner Schnitzaltar. Und die Installation elektrischer Heizkörper unter den Bänken machte es möglich, die Kirche fortan auch im Winter zu nutzen.

Spender wenden sich ans Pfarramt Beucha, Kirchberg 11, Telefon 034292/6 82 21, E-Mail kg.beucha_albrechtshain@evlks.de, oder an Pfarrer Christoph Steinert, Telefon 034292/6 65 41.

Von Frank Pfeifer

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