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13:49 19.05.2015

Bis dahin erwartet der Landkreis bis zu 1200 Asylbewerber mehr. Auch deshalb, sagt Landrat Gerhard Gey (CDU) mit Blick auf die Entscheidung des Espenhainer Gemeinderates, stehe die Kreisverwaltung unter gehörigem Druck, wenn es um die Unterbringung von Asylbewerbern gehe. Der Gemeinderat Espenhain hatte kürzlich die Nutzung des ehemaligen Beruflichen Gymnasiums im Espenhainer Gewerbegebiet zur Unterbringung von Asylbewerbern abgelehnt (die LVZ berichtete).

Es lägen verschiedene Prognosen vor, was die Zahl der Asylbewerber anbelangt, die in diesem Jahr auf den Landkreis zukommen, so Voigt weiter. Gab es zu Beginn des Jahres exakt 1004 Flüchtlinge, so besagten Prognosen mittlerweile, dass es am Ende des Jahres 800 Asylbewerber mehr sein könnten. Dabei handle es sich um die Zahlen des zuständigen Bundesamtes, die aber der Freistaat Sachsen wie andere Bundesländer auch mit einer gewissen Vorsicht genieße. "Es könnten deshalb auch 1200 neue Asylbewerber werden", so Voigt, mit der Konsequenz, dass dann 2200 Flüchtlinge beherbergt werden müssten. Sollten von denen dann weiterhin nahezu 60 Prozent dezentral und damit in Wohnungen unterkommen können, sei das eine hervorragende Zahl - nicht zuletzt im Hinblick auf die Situation vor zwei Jahren. Voigt: "Damals lebten 29 Prozent der Asylbewerber in Wohnungen."

Landrat Gey macht klar, dass der Druck auf den Landkreis jedenfalls enorm sei. Natürlich werde es eine Anhörung geben, in deren Rahmen die Argumente des Espenhainer Gemeinderates berücksichtigt würden. "Und erst danach entscheiden wir." Diese Entscheidung könne er auch nicht vorwegnehmen, obwohl es keine Zweifel gebe, dass im Landkreis nach Elbisbach, Bahren, Hopfgarten und Thräna dringend eine weitere zentrale Unterkunft für Asylbewerber benötigt werde. In Espenhain ist die Unterbringung von 110 Asylbewerbern vorgesehen. Insgesamt würde 200 bis 300 weitere Plätze in zentralen Unterkünften gebraucht.

Was die ehemalige Schule in Espenhain anbelange, so liege dafür ein Lärmschutzgutachten vor, das besage, dass es für Bewohner der Ex-Bildungseinrichtung keinerlei Beeinträchtigungen gebe. Der Bebauungsplan für das Gebiet lasse soziale Einrichtungen zu, sagt der Landrat. In der Nähe gebe es eine Bushaltestelle, und von dort aus seien Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und auch Ärzte erreichbar.

"Viele Leute reden über eine Willkommenskultur", so Gey. Die Unterbringung von Flüchtlingen sei aber dann, wenn es konkret werde, weder in Wohngebieten, noch in Innenstädten, aber auch nicht im ländlichen Raum oder in Gewerbegebieten erwünscht. Da stelle sich schon die Frage, "wo wir die Menschen überhaupt noch unterbringen können".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.04.2015
Nikos Natsidis

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