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Grimma Alt und verschlissen: Altenhainer Sporthalle wird endlich saniert
Region Grimma Alt und verschlissen: Altenhainer Sporthalle wird endlich saniert
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14:35 06.03.2018
Die im Dezember 1962 eröffnete ehemalige Schulsporthalle in Altenhain wird seit einigen Jahren nur noch von örtlichen Vereinen genutzt. Da die neue Sporthalle an der Oberschule Trebsen aus allen Nähten platzt, wird derzeit über eine Sanierung der Altenhainer Sportstätte nachgedacht. Stadtrat Volker Killisch von der Freien Wählervereinigung Altenhain weiß um die Mängel in dem Gebäude. Foto: Thomas Kube Quelle: Thomas Kube
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Trebsen/Altenhain

Was lange währt, wird endlich gut. Auf dieses Sprichwort setzen die Altenhainer, die sich eine Sanierung ihrer Turnhalle wünschen. Nach sechsjährigen Diskussionen hat jetzt der bürokratische Hürdenlauf begonnen.

Verlagert wurde das Rennen aber, um im Bild zu bleiben, von der Ebene der Landes- auf jene der Europameisterschaft. Denn das zunächst kleine Projekt entwickelte sich mit der Zeit zur grundlegenden Instandsetzung, über die Brüssel befinden wird. „Ursprünglich sollte nur der Fußboden erneuert werden. Doch dann kam eins ums andere hinzu“, erklärt Bauamtsleiterin Marika Haupt.

Veraltete Technik von 1962

Volker Killisch von der Sportgemeinschaft Blau-Weiß Altenhain führt durchs Innere der 1962 errichteten Halle. Das Parkett ist hin. Mehrfach wurde es abgeschliffen und lackiert, doch schon wieder zieren es unzählige Schrammen. Von den Schwingungen, die ein Sportfußboden aufnehmen sollte, ganz zu schweigen. Hier hilft nur die Radikalkur.

Mit diesem Eimer wird das Wasser aus einem leckenden Heizkörperanschluss aufgefangen. Quelle: Thomas Kube

Sie macht jedoch nur Sinn, wenn kein Eimer mehr an einem Heizkörper hängt, der heruntertropfendes Wasser auffängt. Also müssen die Rippen mitsamt der Rohre, die seit 55 Jahren ihren Dienst tun und schon mehrfach geflickt wurden, ebenfalls raus. Wenn schon moderne Installationen, dann müssen aber auch die Hallenwände gedämmt werden.

Bei solchen Eingriffen wäre es unverantwortlich, die alten Alu-Kabel für die Beleuchtung liegen zu lassen, zumal die Bälle ohnehin permanent gegen die Leuchtstoffröhren prallen. Also kommt eine neue Decke mit eingelassenen LED-Lampen rein. Außerdem sind Brandschutzauflagen zu beachten, und der Haupteingang erhält eine behindertengerechte Rollstuhlrampe.

Alte Leuchtstoffröhren ragen in den Halleninnenraum hinein. Aus heutiger Sicht gefährlich, weil sie zersplittern können, wenn Bälle gegen sie fliegen. Quelle: Thomas Kube

Zur jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses drehte sich die Frage darum, wie das Gebäude künftig auf Temperatur gebracht wird. Christine Schneider vom gleichnamigen Colditzer Planungsbüro stellte zwei Varianten vor. Günstiger wäre es, weiterhin den Flüssiggaskessel im benachbarten Kindergarten zu nutzen, mit dem die Halle verbunden ist. Dieser sei allerdings nach 20 Jahren reparaturanfällig und müsse in absehbarer Zeit ausgetauscht werden. Die Alternative wäre, für die Turnhalle eine eigene Versorgung zu schaffen, wie sie sich die Sportler wünschen. Dazu würde über eine Bohrung Erdwärme angezapft – schon mehrere Altenhainer nutzen diese Art der Energiegewinnung. Für die Abgeordneten die deutlich attraktivere Lösung, weshalb sie sich für sie aussprachen.

Alles zusammen kostet die Sanierung 800 000 Euro, rechnet Haupt vor. Da die Stadt auf eine 80-prozentige Förderung über das europäische Leader-Programm hofft, müsste sie 160 000 Euro aus der eigenen Tasche nehmen. Aber nur theoretisch, praktisch wird’s mehr. Zwei Anbauten wären kaum förderfähig und müssten wohl größtenteils von der Kommune bezahlt werden: ein kleiner für die Wärmepumpe und ein größerer für den Geräteraum, den die Sportler wollen.

Die Halle von vorn. Rollstuhlfahrer kommen wegen der Stufen nicht selbstständig hinein. Deshalb soll für sie eine Rampe angebaut werden. Quelle: Thomas Kube

Neubau wäre genauso teuer

Marika Haupt hält die Sanierung dennoch für geboten – ein Neubau wäre mindestens genauso teuer und sei mit vielen Risiken verbunden. „Wir müssten klären, was mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach wird, die vermietet ist. Außerdem wären die Abstandsflächen zu angrenzenden Grundstücken neu zu regeln. Nicht zuletzt müssten die Sportler viel länger aufs Trainieren verzichten, wenn eine neue Halle nach dem Abriss der alten errichtet wird“, erläutert sie. Bis Sommer nächsten Jahres hofft sie alle bürokratischen Hürden genommen zu haben.

Nur eine wird ihr am vollkommenen Sieg fehlen, denn sie lässt sich nicht überwinden. Detlef Hörig, Leiter der städtischen Oberschule, hatte gehofft, die Altenhainer Halle für den Schulsport mitnutzen zu können, weil die Trebsener zu klein für den Bedarf ist. „Wir müssen unsere schon doppelt belegen und haben in höheren Klassen den Unterricht von drei auf zwei Wochenstunden verkürzt. Das ist kein Zustand“, sagt er.

Doch mit der Sanierung der Altenhainer Halle, die bis zum Aus der dortigen Bildungsstätte ebenfalls dem Schulsport diente, kommt diese Nutzungsart endgültig nicht mehr in Frage. In ihr wird nur noch Vereinssport möglich sein, denn für den Schulsport setzen die Amtsstuben die Latte der Vorschriften viel höher.

Von Frank Pfeifer

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