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Alte Grimmaer Spitzenfabrik fällt als Veranstaltungsort aus

Sicherheitsrisiko Alte Grimmaer Spitzenfabrik fällt als Veranstaltungsort aus

"Waterkant" ist der Arbeitstitel für das in der alten Grimmaer Spitzenfabrik am Dornaer Weg entstehen sollende "Dorf der Jugend". Er beschreibt nicht nur die Lage an der Mulde, sondern auch die Hoffnung, dass immer neue Ideen wie Wellen das Projekt in die Zukunft tragen. Im Moment allerdings steht es auf dem Trockenen. Es gibt noch keine Nutzungsgenehmigung.

Weiter im Dornröschenschlaf: In der Alten Spitzenfabrik gibt es in den nächsten Monaten keine Veranstaltungen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Seit 2014 bemüht sich Sozialarbeiter Tobias Burdukat, Grimmaer Stadtrat und bei der Diakonie Leipziger Land zuständig für die Offene Jugendarbeit, zusammen vornehmlich mit Jugendlichen aus dem Jugendhaus "Come In" um eine Wiederbelebung der Ruine. Seine Vision: ein sich selbst tragendes, energieautarkes Zentrum mit Werkstätten, Galerien, Proberäumen, Skatehalle, Kletterarealen, Hostel, Tagungszentrum und vielem anderen mehr, wo Jugendliche ihre eigenen Ideen entwickeln und umsetzen. "Denn man muss ihnen etwas bieten und sie einbinden, damit sie hier im ländlichen Raum bleiben", sagt er. Bisher gab es Workshops, Flohmärkte, Arbeitseinsätze. Eine Rampe zur ehemaligen Produktionshalle wurde aufgeschüttet, damit hier Konzerte stattfinden können, aus alten Reifen sprießt zaghaft Grün, Graffitis bringen etwas Farbe auf altersgraue Mauern. Aber sie können das Grundproblem nicht übertünchen: Die Sicherheit ist in den Industriegebäuden von 1906, insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen, nicht gewährleistet. Als im Rahmen des Crossover-Festivals im Juni im Teletubbyland in der Spitzenfabrik die Aftershowparty stattfinden sollte, wurde das Ordnungsamt der Stadt auf den Mangel aufmerksam - die Party fiel aus. Burdukat hat durchaus Verständnis für das Vorgehen des Amtes - "die haben ihre Richtlinien" - und suchte nach einer Lösung. Mit Erfolg.

"Wir haben uns mit dem Bauordnungsamt des Landratsamtes auf einen guten Deal geeinigt", lobt er dessen Hilfsbereitschaft. "Wir werden für Teilbereiche wie Hof, Veranstaltungshalle und gegebenenfalls das Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes eine Sondernutzungsgenehmigung beantragen und hoffen, spätestens Ende Frühjahr 2016 wieder in das Objekt hinein zu können." Die sei allerdings daran gebunden, einen Bauantrag für das gesamte Areal nachzureichen. Burdukat hat - nachdem es im Juli eine Begehung mit Bauordnungsamt und Denkmalschutz gegeben hat, "damit wir wissen, worauf wir achten müssen" - zusammen mit seinen Mistreitern inzwischen ein Grobkonzept aufgestellt, welche Räume öffentlich zugänglich, vermietet werden oder flexibel nutzbar sein sollen. "Das ist die Basis für den Bauantrag, aber auch schon für die Sondernutzung, denn wir wollen ja nicht etwas installieren, was wir später wieder wegreißen müssen", sagt Burdukat. Bei einigen Dingen wird dies allerdings nicht zu vermeiden sein. So muss der aufgrund des kaputten Glasdaches ohnehin noch nicht nutzbare Teil der ehemaligen Produktionshalle durch eine Brandschutzmauer - 30 Meter lang, fünf Meter hoch - abgeteilt werden. Auf der verbleibenden Hälfte könnten dann beispielsweise Konzerte stattfinden. "Denn wir brauchen solche Veranstaltungen, die Geld einspielen, um unser Vorhaben finanzieren zu können", verdeutlicht der Sozialarbeiter und ist dankbar, dass die für den 29. August und 25. September geplanten Konzerte mit jeweils extra Bauantrag durchgeführt werden durften.

Die Bauanträge sind nicht Burdukats einzige Baustelle. Parallel sucht die Gruppe nach einer Organisationsstruktur, ein so genanntes Donnerstagsplenum agiert gegenwärtig als Kopf. Zudem läuft zum Jahresende der noch auf Burdukat als Privatperson bezogene Pachtvertrag aus, in den dann der Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit einsteigen soll. "Allerdings auch erst mal nur auf drei Jahre befristet. Denn wir wissen ja nicht, ob der Bauantrag auch genehmigt wird", sagt Burdukat und verweist auf "etliche Gutachten", die dafür beigebracht werden müssen, unter anderem von der Landestalsperrenverwaltung.

Die Zeit, die auf dem Weg über die bürokratischen Hürden verstreicht, bereitet dem Sozialarbeiter durchaus Sorge. Denn sie berge die Gefahr, dass die jetzt involvierten Jugendlichen aus dem Projekt herauswachsen. Deshalb will er sie auch in diese Phase einbinden: Zurzeit plant er gemeinsam mit der Bauaufsicht einen Workshop, bei dem die Jugendlichen über die Baurichtlinien aufgeklärt und mit dem Amt ins Gespräch kommen sollen.

Kontakt: info@dorfderjugend.de

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