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Grimma A14-Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden
Region Grimma A14-Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden
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18:58 18.01.2019
Die Autobahnbrücke der A 14 bei Grimma wurde 1970 für den Verkehr freigegeben. Die Deges plant, einen Ersatzneubau zu errichten und die alte Talbrücke abzureißen. Quelle: LVZ
Muldental/Grimma

Reparieren hilft nichts mehr: Die Autobahnbrücke der A 14 bei Grimma muss komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Pendlern auf der wichtigen Sachsen-Verbindung zwischen Leipzig und Dresden dürften damit während der Bauzeit erhebliche Beeinträchtigungen ins Haus stehen.

Vorbereitungen auf ein Mammutprojekt laufen

Noch ist allerdings weder von einem Baustart geschweige denn einem geplanten Termin für die Inbetriebnahme des neuen Mulde-Übergangs die Rede. Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (Deges) ist vorerst mit weiteren vorbereitenden Schritten für das Mammutprojekt beschäftigt. Dazu gehört als wichtigste Voraussetzung, dass überhaupt eines Tages Bagger rollen dürfen, die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens. Dieses wurde jetzt für den Ersatzneubau beantragt.

Brücke überspannt das Tal auf 350 Metern

Die Muldebrücke zwischen den Anschlussstellen Grimma und Mutzschen war 1970 im Zuge des Baus der Autobahnverbindung zwischen Leipzig und Dresden errichtet worden. Auf 350 Metern Länge überspannt sie das Fluss-Tal. Um die Befahrbarkeit zu gewährleisten, fanden in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. So erhielt die Brücke im Jahr 2010 zusätzliche Stahlträger, um die Lasten besser zu verteilen.

Verbindungsstraßen zwischen Grimma und Trebsen erfahren Änderung

Die Planung der Deges beinhaltet nunmehr den Ersatzneubau der A14-Brücke. Aber auch andere, unter der gewaltigen Konstruktion verlaufende Verbindungen sind betroffen. So seien Änderungen der Staatsstraße S 11 von Grimma nach Nerchau sowie der Gemeindeverbindungsstraße Bahren-Trebsen in diesem Bereich nötig, teilte die Landesdirektion mit. Auch der Muldental-Radweg am östlichen Muldeufer müsse neu angelegt werden.

Grundstücke rund um Bahren und Wednig werden beansprucht

Für das Bauvorhaben einschließlich der landschaftspflegerischen Maßnahmen werden Grundstücke in den Gemarkungen Bahren und Schmorditz (Stadt Grimma) sowie Wednig (Stadt Trebsen) beansprucht. Aufforstungsflächen werden ebenfalls benannt. Diese sollen sich in Golzern (Stadt Grimma) sowie in der Gemeinde Wermsdorf (Landkreis Nordsachsen) befinden.

Eingriff in Naturschutzgebiete in der Prüfung

Da die Maßnahme im Naturschutzgebiet „Döbener Wald“ und in Natura-2000-Gebieten – dem Flora-Fauna-Habitat „Vereinigte Mulde und Muldeauen“ und dem nach EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützten SPA-Gebiet „Vereinigte Mulde“ – liegt, sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig. Der Vorhabenträger habe alle Unterlagen, die die Umweltauswirkungen beleuchten, inzwischen vorgelegt, so die Behörde weiter.

Die Öffentlichkeit kann sich ab 21. Januar einen Einblick in die Planunterlagen verschaffen. Bis 20. Februar liegen diese dann in der Stadtverwaltung Grimma aus. Auf der Internetseite der Landesdirektion wird das Projekt in diesem Zeitraum ebenfalls vorgestellt.

Von Simone Prenzel

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