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Grimma Altenhain guckt in die Röhre
Region Grimma Altenhain guckt in die Röhre
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11:59 03.07.2018
Überbleibsel: Ein Absperrgitter und ein aus der Erde ragende Kabel zeugen vom ehemaligen Standort, an dem der Antennenmast bis vor Kurzem noch stand. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen/Altenhain

 Einigen Fernsehguckern in Altenhain bei Trebsen hat Primacom Berlin – ein Anbieter von Kabelfernsehen – von jetzt auf gleich den Kabelanschluss gekündigt. „Leider haben wir zukünftig nicht mehr die Möglichkeit, Sie mit unseren Angeboten zu versorgen, da die möglichen Versorgungswege für unsere Firma wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind“, heißt es in der Begründung, die am 4. Mai 2018 formuliert und am 8. Mai den Verbrauchern per Post zugestellt wurde. Und, so steht darin weiter geschrieben, „wir bedauern daher sehr, Ihren Kabelanschlussvertrag außerordentlich rückwirkend zum 30. April 2018 kündigen zu müssen. Die Versorgung wird spätestens am 9. Mai 2018 eingestellt.“

Mysteriöse Antwort beim Kundenservice

Daraufhin rief Matthias Kneschke – einer der etwa 70 betroffenen Nutzer – den Kundenservice an und bekam „eine mysteriöse Antwort“. Demnach würde für seinen Anschluss gar keine Kündigung vorliegen, er könne „ganz beruhigt“ sein. Irrtum, denn am 15. Mai, also eine ganze Woche später als in der Kündigung vorhergesagt, schauten er und andere Fernsehgucker dann doch in die Röhre, der Fernsehempfang war deaktiviert worden.

Kabelfernsehen funktionierte seit 1994

„Solange ich in Altenhain wohne, ich bin 1994 zugezogen, habe ich das Angebot Kabelfernsehen nutzen können. Die Anlage dazu steht aber schon seit tiefen DDR-Zeiten am Ortseingang, wenn man von Seelingstädt kommt. Damals wurde der Gittermast mit Antennenanlage gesetzt, die Einwohner haben dafür eine Antennengemeinschaft gegründet, selbst die Kabelgräben geschachtet und wurden von anderen Ortschaften beneidet, weil in den Altenhainer Wohnzimmern damals schon in recht guter Qualität Westfernsehen flimmerte“, weiß Kneschke vom Hörensagen anderer Dorfbewohner. Im Zuge der Wende habe es einen anderen Anbieter beziehungsweise Betreiber gegeben, der über die Jahre immer mal gewechselt habe.

Keine Erklärung zur Kündigung

Das aktuelle Kündigungsschreiben ist von der Firma Pyur verfasst worden, die zum Unternehmen Primacom gehört. Dort war auf telefonische LVZ-Nachfrage eine Mitarbeiterin im Kundenservice nicht bereit, sich in dieser Sache zu äußern. Sie verwies an die Geschäftsleitung, die bitteschön schriftlich anzufragen sei. Doch darauf gab es bislang keine Reaktion.

Antennenmast wurde schon zurückgebaut

Für Kneschke und die anderen Betroffenen spiele das schlussendlich auch keine Rolle mehr, da es ein Zurück ohnehin nicht geben würde, nachdem zu beobachten war, dass inzwischen der Antennenmast samt technischer Einrichtungen komplett zurückgebaut wurde. „Nicht nur ich habe nun auf Satellitenschüssel umgerüstet. Damit ist das Problem zwar gelöst. Aber ärgerlich ist, wie solche Unternehmen mit ihren Kunden umgehen, wenn deren Interessen Priorität haben“, sagt Kneschke. Aberwitzig sei, dass ein weiterer Betroffener die bereits abgebuchten monatlichen Gebühren über die Bank zurückholen ließ. Daraufhin habe ihm Pyur angedroht, den Service des (bereits abgeschalteten) Kabelfernsehens zu versagen.

Aber damit nicht genug. Eine andere Person in unmittelbarer Nachbarschaft von Kneschke war bislang kein Nutzer des jetzt gekündigten Kabelfernsehens und vertraute stattdessen einer eigenen Schüssel. Ihr ist von der gleichen Firma Pyur mit einem Anschreiben vom 7. Mai 2018 (liegt der LVZ vor) ein Angebot zum Anschluss an ein Netz für Kabelfernsehen gemacht worden. Die vorgefertigten Vertragsunterlagen möge sie bis zum 4. Juni 2018 an die Firma Aprostyle Ag, Einsteinstraße 6 in Dresden senden. Für Kneschke ein „Unding“ und eine „absolute Frechheit“.

Von Frank Schmidt

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