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Altenhainer Ausstellung zeigt groteske Abbildung des Lebens

Altenhainer Ausstellung zeigt groteske Abbildung des Lebens

Wäre sie dem Wunsch ihrer Eltern nachgekommen, dann hätte Natalia Simonenko einen "richtigen" Beruf erlernt. Doch die gebürtige St. Petersburgerin ging ihren eigenen Weg und wurde das, was sie unbedingt werden wollte: Künstlerin.

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Zirkus als ein Schwerpunkt der Ausstellung: Natalia Simonenko mit ihren Bildern "Weißer Clown" und "Goldener Clown".

Quelle: Roger Dietze

Trebsen/Altenhain. Einen Auszug aus ihrem künstlerischen Schaffen präsentiert die 43-jährige Wahl-Stuttgarterin, die nach wie vor enge Verbindungen zu ihrer russischen Heimat hält, noch bis zum 20. Oktober auf Schloss Altenhain.

Schwerpunkte der Schau stellen neben der Stillleben- und Landschaftsmalerei Porträts aus der Zirkuswelt dar. Eine Welt, die ihr, wie die Künstlerin bekennt, als Kind eine überaus fremde gewesen sei. "Ich glaubte, dass der Zirkus eine einfache, abgeschmackte und grausame Kunstform sei, bei der Tiere gequält werden, wenig lustige Clowns ihr Publikum zum Lachen zu bringen versuchen und sich Artisten in vulgären Kostümen verrenken", so Simonenko. Mit zunehmendem Alter indes habe sie aber verstanden, dass es sich beim Zirkus um eine groteske Abbildung unseres Lebens handele.

"Malerisch, naiv und charmant erzählt der Zirkus von der Komik und Tragik unseres Lebens", so die Künstlerin, deren Bilder in zahlreichen Besuchen des St. Petersburger Zirkus', des französischen Cirque du Soleil sowie des Varietés entstanden. Eingeflossen seien diese Eindrücke unter anderem in das auch in Altenhain zu sehende Bild "Zirkusmädchen", dessen Entstehen zudem von den Liedern des russisch-französischen Chansoniers Alexander Wertinskii inspiriert worden sei. "Nach seiner, der Oktoberrevolution folgenden Emigration nach Paris schrieb er sehr viele Lieder über die Welt des Varietés und des Kabaretts, die voll von Herzlichkeit, Sanftheit, Liebe und Traurigkeit sowie der Frage nach dem Sinn des Lebens, aber stets auch verbunden mit einem Schuss Humor sind."

Natalia Simonenko wiederum, dies bescheinigen ihr zumindest Kunstkritiker, besitze mit ihrem Wissen um die malerische Wirkung, die entsprechende darstellerische Kraft sowie die handwerkliche Souveränität, die Voraussetzungen, um diese facettenreiche Welt künstlerisch einzufangen. Ihr dabei von hohem Nutzen sei ihre Affinität zu unterschiedlichen Arten von Kunst außer der Malerei: zum Tanz, zur Musik und zum Theater. Im Ergebnis würden ihre Bilder über "die Oberflächlichkeit des Schönen" hinausreichen und den Betrachter respektive die Betrachterin berühren.

Gleichwohl sei es, wie Kerstin Herrlich im Rahmen der Vernissage am vergangenen Sonntag darlegte, insbesondere in Leipzig kein einfaches Unterfangen, Natalia Simonenkos Kunst in Galerien zu platzieren. "Leipzig ist sehr stark von der Leipziger Schule geprägt, entsprechend schwer tut man sich, anders geartete Kunst wie im Falle Natalia Simonenkos klassischer Malerei zu präsentieren." Die Ausstellung ist jeweils sonntags zwischen 14 und 18 Uhr während der Öffnungszeiten des Cafés oder nach vorheriger Anmeldung unter Telefon 034383/62 99 93 geöffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.09.2013

Dietze, Roger

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