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Grimma Altenhainer Schotterwerk will Grube am Klengelsberg erweitern
Region Grimma Altenhainer Schotterwerk will Grube am Klengelsberg erweitern
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00:22 17.04.2018
Auf die Stelle, an der er gern tiefer graben würde, zeigt der stellvertretende Susa-Geschäftsführer Manfred Maucher. Dort ist sein Unternehmen auf Andesit gestoßen.
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Trebsen/Altenhain

Mehr Gestein als bisher genehmigt möchte die Schotter- und Splittwerk Altenhain GmbH (Susa) am Klengelsberg abbauen. Während die Stadtverwaltung und der Ortschaftsrat Seelingstädt darin kein Problem sehen, überwiegt direkt am Steinbruch die Skepsis. Die Altenhainer Ortsvertretung lehnte das Vorhaben ab und stellte einige Forderungen auf. Der Stadtrat gab nun seine Zustimmung – unter Auflagen.

Seit 23 Jahren wird am Klengelsberg Quarzporphyr gewonnen. Mit fortschreitendem Abbau wurde im Süden der Grube ein feinkristallines Gestein freigelegt, das sich als Andesit herausstellte. Dieses Material eignet sich besonders für den Bau von Verkehrswegen, die einer hohen Beanspruchung ausgesetzt sind, zum Beispiel für Autobahnen und Rollbahnen. Um die Lagerstätte bestmöglich nutzen zu können, beantragte die Susa deren Ausweitung.

An der Stelle, an der das Andesit gefunden wurde, möchte der Betrieb gerne 20 Meter tiefer als genehmigt in die Erde graben. Dabei müsste die Böschung nach Osten verrückt werden, und zwar um 2,5 Hektar über das bewilligte Bergwerk hinaus, wobei die zusätzlich in Anspruch genommenen Flächen laut Bauamtsleiterin Marika Haupt Eigentum der Susa sind. Die Sohle des Rohstoffs liege vollständig innerhalb der Grenzen des Bergwerks.

Für die Altenhainer Ortsvorsteherin Katrin Kamm stellen sich jedoch Fragen. Nach ihren Worten sollen laut Antrag von der Erweiterungsfläche 67 500 Kubikmeter Abraum als Füllmaterial verkauft werden. Ein Vertreter der Firma habe im Ortschaftsrat allerdings gesagt, es würde nur ein Teil davon veräußert. Das sei ein Widerspruch. Zudem sei offen, ob es überhaupt erlaubt sei, Abraum zu verkaufen. „Es geht mir hier ums Prinzip. Wenn ich die Genehmigung für den Abbau von Gestein habe, kann ich nicht einfach etwas anderes verkaufen. Von jedem Bürger verlangen wir, sich an Auflagen zu halten“, sagt Kamm. Bauamtsleiterin Haupt hält dagegen: „Es ist doch gut, wenn der Abraum abgefahren wird, Halden wollen wir doch auch nicht.“

Laut Kamm muss davon ausgegangen werden, dass mit einer Vertiefung des Steinbruchs das Waldsterben am und um den Steinbruch Klengelsberg anhält oder dass es sich sogar ausweitet, weil der Grundwasserspeigel sinkt. Die Abgeordnete Birgit Bendix-Bade (Gemeinsame Zukunft Trebsen/Altenhain/Neichen/Seelingstädt) kontert: „Das wird die Wasserbehörde schon prüfen.“

Der Altenhainer Steffen Slowik (CDU) befindet es für richtig, dass die Stadt dem Vorhaben zustimmt. Allerdings solle sie dem Bergbauamt Freiberg als prüfender Behörde fünf Anregungen mit auf den Weg geben, um auf die Probleme vor Ort aufmerksam zu machen.

Soweit bisherige landschaftsgestalterische Maßnahmen als Ausgleich für den Eingriff in der Natur noch nicht vollständig umgesetzt worden sind, so Slowik, sollen diese vor der Genehmigung erfolgen. Der Abraum solle so abgefahren werden, dass zusätzlich zum genehmigten Transportaufkommen keine Sonderfahrten entstehen und die Anwohner somit nicht über Gebühr belastet werden. Das Landratsamt möge prüfen, ob sich das Grundwasser absenkt. Zu klären sei, ob Flächen innerhalb der Grenzen des Bergwerks nicht Grundeigentum der Susa sind. Und das Unternehmen dürfe nicht den angestrebten neuen Steinbruch Altes Tausend aufschließen, solange noch am Klengelsberg abgebaut wird.

Über diese Auflagen hatte nun der Stadtrat auf seiner Sitzung zu befinden. Bürgermeister Stefan Müller (CDU): „Ich gehe davon aus, dass man diese Hinweise sowieso im Genehmigungsverfahren beachtet.“ Am Ende gab das Parlament seine breite Zustimmung.

Gegenüber der LVZ betonte der stellvertretende Susa-Geschäftsführer Manfred Maucher, er wolle das Alte Tausend erst ausbeuten, wenn der Abbau am Klengelsberg abgeschlossen ist, wobei es eine kurzzeitige Überlappung geben werde. Genaue Daten könne er aber nicht nennen, die Zeitschiene hänge davon ab, wie viel Gestein sich verkaufen lässt. Bis 2035 gilt die Genehmigung für die Grube Klengelsberg, aus der, falls der jetzige Antrag genehmigt werden sollte, 7,2 Millionen Tonnen Gestein mehr herausgeholt werden könnten.

Für die 2014 gebaute Rampe zur Bahnverladung, die im vergangenen Jahr probeweise lief, erfolgte laut Maucher im April die Endabnahme. „Der Vollbetrieb läuft jetzt langsam an, damit wir künftig pro Woche ein bis zwei Züge beladen können, was zu einer massiven Entlastung der Straße führen wird“, sagt er.

Von Frank Pfeifer

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