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Grimma Alter Motor der Bockwindmühle Kühnitzsch blubbert wieder
Region Grimma Alter Motor der Bockwindmühle Kühnitzsch blubbert wieder
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16:11 27.11.2009
Günter Hübner mit dem wiedererweckten Hatz Motor in der Kühnitzscher Mühle. Quelle: Andreas Röse
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Falkenhain/Kühnitzsch

Jetzt blubbert der alte Hatz-Motor wieder, dem die Herstellerfirma den Namen gab. Morgen um 9.30 Uhr wird der Veteran, Baujahr 1936, ganz offiziell wieder angeworfen. Gemeinsam mit fleißigen Helfern aus dem Verein, aber auch mit anderen guten Geistern machte sich Günter Hübner daran, dem wassergekühlten Zweitakter ein zweites Leben zu schenken. Die zwölf PS des Dieselmotors halfen dem letzten Müllermeister Alfred Hirsch bis 1955, den Schrotgang zu betreiben. Der Oldie, der immerhin 680 Kilo wiegt, hatte seine letzten 55 Jahre dort verbracht, wo er auch in seinen aktiven Zeiten stand: Zu ebener Erde in einem Kämmerchen am Bock. Das Mühlenhaus musste seinerzeit so gedreht werden, dass der Riemen über eine Transmission den Schrotgang aktivieren konnte. Das klappt momentan noch nicht. Den Diesel aber können die Kühnitzscher wieder starten. Bevor er angedreht wird und wieder losblubbern kann, wird der Motor etwa zehn Minuten lang vorgeglüht.„Der Zweitakter war wegen seiner Wasserkühlung ganz schön zerfroren“, bekannte Hübner, dass die Zeit nicht spurlos an dem Technik-Veteranen vorübergegangen ist. Schon der Abbau bereitete den Aktiven allerhand Kopfzerbrechen. Als besonders harte Nuss erwies es sich, das Schwungrad abzumontieren, das immerhin einen Durchmessser von mehr als einen Meter aufbietet. Das Vorhaben scheiterte und den Vereinsmitgliedern blieb nichts anderes übrig, als die Technik im Ganzen durch einen Mauerdurchbruch ins Freie zu hieven.Rund 150 Stunden hat allein Günter Hübner für die Wiederbelebung des Oldies aufgebracht. Was musste bei einem so alten Modell nicht alles geklärt, an Ersatzteilen bestellt oder neu produziert werden. Die Ventilfedern zum Beispiel fertigte der 68-Jährige eigenhändig aus einem alten Sägeblatt. Unbrauchbar geworden war auch das Ventilleder. Hier sprang der Körlitzer Sattler Thilo Wenzel uneigennützig ein. Große Unterstützung kam auch aus Wurzen von den Schlossermeistern Ralf und Manfred Junge, die dem hochbetagten Zweitakter gegen einen kleinen Obolus wieder Atem einhauchten.Morgen wird an der Kühnitzscher Mühle mit Glühwein angestoßen. Die Vereinsmitglieder hoffen, dass an ihrem Erfolg viele Oldie-Liebhaber Anteil nehmen. Die Lanz-Freunde sind schon mal schriftlich eingeladen... Ingrid Leps

Ingrid Leps

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