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Altes Seminar in Grimma erstrahlt in neuem Glanz

Nach vier Jahren Bauzeit Altes Seminar in Grimma erstrahlt in neuem Glanz

Das Alte Seminar wurde nach vier Jahren Bauzeit eingeweiht. Es kostete 4,7 Millionen Euro. Gefördert durch das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie aus Mitteln des Freistaates Sachsen zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser, minimiert sich der städtische Eigenanteil auf 1,5 Millionen Euro. Am 14. September findet ein Tag der offenen Tür statt.

Musikalische Begrüßung: Corinna Schulz empfängt im Musikzimmer die neugierigen Besucher mit Klängen am Klavier.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Wer das Alte Seminar noch in seinem maroden Zustand kennt, brauchte sehr viel Fantasie, um sich das vorstellen zu können, was wir heute vorfinden“, sagte Wolf-Dieter Goecke zur Einweihung des alten, jedoch komplett sanierten Gebäudes. Als Schulleiter des Gymnasiums St. Augustin hatte er besonderen Grund zur Freude, denn in dem ehemaligen barocken Stadtpalais mit Mauern aus dem 16. Jahrhundert sind vier neue Klassenräume für Kunst und Musik eingerichtet worden.

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Grimma weihte nach vier Jahren Bauzeit das Alte Seminar ein. Der Schulleiter des Gymnasiums St. Augustin, Wolf-Dieter Goecke, hatte besonderen Grund zur Freude, denn in dem ehemaligen barocken Stadtpalais mit Mauern aus dem 16. Jahrhundert sind vier neue Klassenräume für Kunst und Musik eingerichtet worden.

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„Wir sind von diesem Bau restlos begeistert und wissen sehr zu schätzen, was für unsere Schule in einem beachtlichen Zentrum der Bildungslandschaft und für die Stadt Grimma geschaffen wurde“, lief Goecke mit seiner Lobeshymne zur Höchstform auf. Nicht minder stolz waren die Neuntklässler Claudius Feindt und Maximilian Krüger. „Wir haben die Ehre, die geladenen Gäste der Einweihungszeremonie durch das neue Schulhaus zu führen“, klopften sie sich auf die Brust. Und so präsentierten sie neben den neuen Klassenräumen auch einen Kursraum und im Dachgeschoss das Archiv der Fürstenschülerstiftung samt Bibliothek. Redselig, wie die beiden Teenager waren, ließen sie ebenso wissen, dass sich in dem Gebäude auch eine Textilmanufaktur befand. Und wer hätte das gewusst: Der Trebsener Pfarrer Johann August Köhler eröffnete im Jahre 1838 in dem später verwaisten Stadtpalais das erste Lehrerseminar im Leipziger Raum. Damit verfügte Sachsen über sechs solcher Ausbildungsstätten. Immerhin wurden in Grimma knapp 70 Jahre lang Lehrer ausgebildet, bevor darin auch Wohnungen entstanden.

Doch dann brach eine Zeit an, die dem Alten Seminar nachhaltig schaden sollte. Etwa 20 Jahre Leerstand hinterließen ihre Spuren. Es regnete durch ein kaputtes Dach permanent rein. Die Folgen: Mit dem Öffnen der Decken und Fußböden offenbarte sich, dass der Hausschwamm wie ein Krebsgeschwür durch das gesamte Gebäude zog. Insbesondere das Hochwasser im August 2002 habe die Schimmelbildung begünstigt.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir mit den Stadträten oben in der Aula zusammensaßen und uns trotzdem einig waren: Egal was es kostet, wir bauen das Ding“, plauderte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) öffentlich aus dem Nähkästchen. Letztendlich wurde dafür im Jahre 2010 der Bauantrag eingereicht. Daraufhin wurde das Alte Seminar über vier Jahre hinweg zur größten städtischen Baustelle. „Damit haben wir uns auf einen sehr langen Weg begeben, der von vielen Besonderheiten gezeichnet war“, sagte Berger und erinnerte besonders an die Juniflut von 2013. „Die schwappte uns mitten in den Sanierungsarbeiten ins Haus.“ Weitere Widrigkeiten ließen die Kosten steigen, jedoch nicht ins Unermessliche, so dass unter dem Strich etwa 4,7 Millionen Euro stehen. Gefördert durch das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie Mitteln des Freistaates Sachsen zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser, minimiert sich der städtische Eigenanteil auf etwa 1,5 Millionen Euro.

Am 14. September können sich Interessierte das Objekt von 16 bis 19 Uhr beim Tag der offenen Tür während des Stiftungsfestes des Augustiner-Vereins ansehen.

Von Frank Schmidt

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