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Grimma Amerikanische Biker-Lady hat einen Traum fürs Schloss Mutzschen
Region Grimma Amerikanische Biker-Lady hat einen Traum fürs Schloss Mutzschen
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13:56 19.05.2015
Das interessiert viele: Deborah Hey (l.) stellt ihren Traum vom Motorrad-Motel auf Schloss Mutzschen vor. Fotos: Frank Schmidt Quelle: Frank Schmidt fuer LVZ

. Doch statt einem Prinz kam eine Biker-Lady aus Amerika namens Deborah Hey. Sie möchte in das denkmalgeschützte Schloss von 1703 investieren und ein Motorrad-Motel daraus machen.

"This is my Dream", begrüßte die 51-Jährige von Übersee ihre neugierigen Gäste, um allen diesen, ihren Traum vorzustellen. Darunter zahlreiche Motorradfahrer aus nah und fern, die den Schlossvorplatz mit ihren heißen Öfen zuparkten. Allen voran die Grimmaer Biker der "Kartoffelkäferbande".

Zu den Organisatoren dieser Informationsveranstaltung, die mit Roster, Steak, Kaffee, Kuchen und Bier auf der Rückseite des Schlosses fürs leibliche Wohl der Besucher sorgten, gehörte freilich die jetzige Schlossbesitzerin - die Stadt Grimma. Und bevor Deborah Hey sich und ihre Pläne zu präsentieren begann, versuchte Oberbürgermeister Matthias Berger die Besucher, vor allem aber die Mutzschener für das neue Projekt zu gewinnen. "Natürlich hat diese Idee, hier ein Motorrad-Motel zu etablieren, nur eine realistische Chance, wenn sie von den Mutzschenern selbst mitgetragen wird." Dann gab Deborah Hey richtig Gas, um ihre Vision zu erklären. Getragen werde die von ihrer persönlichen Leidenschaft, selbst Motorrad zu fahren sowie von den jahrzehntelangen Erfahrungen, die ihre Familie im Motorradgeschäft machen konnte. Doch skizziert wurde der Traum von ihren Söhnen. "Sie haben ein dreistöckiges Gebäude mit Brücke davor und einen See ganz in der Nähe gemalt", verriet Deborah Hey. "Mit diesem Bild im Kopf habe ich im Internet deutschlandweit sowie auch in Tschechien gesucht - und Mutzschen gefunden."

Während sich Investorin und Stadtverwaltung durchweg optimistisch zeigten, hallten auch Bedenken durch die schon entkernten Schlossmauern. "Es gab ja viele sogenannte Investoren, die hier was daraus machen wollten", sagte Daniela März, die von 1992 bis 2000, und damit bis zur Schließung der ehemaligen Jugendherberge in der Küche tätig war. "Mir fällt es daher schwer, daran zu glauben, dass hier etwas werden soll", trat sie auf die Euphoriebremse. Gudrun Bereiter als einstige Stadträtin von Mutzschen ist dagegen voller Optimismus. "Wir haben jahrelang um eine Lösung gekämpft. Jetzt soll dieses Projekt auch eine Chance bekommen. Ja, ich glaube an den Erfolg." "Ich würde es mir sehnlichst wünschen, dass hier etwas passiert", positioniert sich Karlheinz Schumann, ebenfalls langjähriger Stadtrat in Mutzschen. "Hoffentlich kommt nicht noch jemand, der irgendwelche Einwände hat. Seien es die eigenen Bürger oder Entscheidungsträger in der Politik."

Kaum einer dürfte das Schloss in seinem jetzigen Zustand besser kennen, als Ortsvorsteher Carsten Graf, der in der Stadtverwaltung für die Wirtschaftsentwicklung zuständig ist. Und in dieser Funktion auch hatte er in den letzten zwei Jahren 82 Schlossbegehungen mit möglichen Interessenten gemacht. "Ich denke, in den letzten Jahren haben wir auch mit Berechtigung sehr oft an eine Lösung geglaubt. Was jetzt wieder richtig Mut macht, sind die Anstrengungen, mit denen Deborah Hey die Planung seit Monaten sehr intensiv betreibt, so dass wir sicher sind, mit ihr einen ehrlichen Partner zu haben, der sein Herz an Mutzschen verloren hat, was für so ein Projekt ganz wichtig ist", sagte Graf. Und dann skizziert er seinen Traum. "Dass Mutzschen eines Tages mal in einem Atemzug mit der Route 66 genannt wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.04.2015
Frank Schmidt

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