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Ammelshain drängt auf Ortsumgehung

Ammelshain drängt auf Ortsumgehung

Erst die Teilumgehung für Ammelshain, dann ein neues Gesteinsabbaugebiet auf den Fluren von Seelingstädt und Altenhain! So will es der Ortschaftsrat von Ammelshain.

Naunhof/Ammelshain. Auf seiner Sitzung vorgestern Abend empfahl er dem Stadtrat, sich ebenso zu positionieren.

Das Schotter- und Splittwerk Altenhain (Susa) will südlich seines Steinbruchs Klengelsberg die Lagerstätte "Altes Tausend" erschließen. Die gewonnenen Rohstoffe würden im jetzigen Betrieb aufbereitet und dann über Ammelshain abgefahren, wo sich schon seit langem Anwohner über den Lärm beklagen. Mit dem neuen Steinbruch würden die Belastungen bis 2053 andauern, denn die Susa möchte im "Alten Tausend" 40 Jahre lang Gestein abbauen.

Das Thema ist nicht neu. Bereits 2005 und 2009 hatte die Naunhofer Stadtverwaltung Stellungnahmen zum Vorhaben der Susa abgegeben. Das Sächsische Oberbergamt Freiberg sandte ihr die Planunterlagen jetzt erneut mit der Bitte um eine Äußerung zu, ohne die vorher von Naunhof erhobenen Anregungen in sie einzuarbeiten. Deshalb sollen die Wünsche nun, unterstützt vom Ortschaftsrat, gegenüber der Bergbehörde erneuert werden.

Oben an steht die Forderung nach einer Teilortsumgehung, um den Schwerlastverkehr aus Ammelshain zu verbannen. Die Grenzen der Zumutbarkeit für die Anwohner der Altenhainer und der Polenzer Straße seien überschritten.

Gefühlte Ewigkeiten wird über die Umgehungsstraße schon debattiert. Als neueste Information konnte Bauamtsleiter Thomas Hertel den Ortschaftsräten verkünden, dass das Landratsamt bei der Bahn einen Bahnübergang für die neue Straße beantragt hat. Bislang sollte die notwendige Schienenquerung per Brücke erfolgen, weil der Neubau ebenerdiger Bahnkreuzungen nicht mehr erlaubt ist. Doch eine Brücke wäre sehr teuer angesichts der drei Züge, die dort pro Woche verkehren.

Erst wenn geklärt ist, dass ein Bahnübergang angelegt werden kann, wird laut Hertel das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung eingeleitet. Dann muss die genaue Streckenführung geklärt werden, was möglicherweise noch einmal viel Zeit in Anspruch nimmt. Jürgen Streller von der Wählervereinigung Ammelshain (WVA) regte an, dass sich dann Anwohner zusammenschließen, um mit Nachdruck einen Lärmschutz zwischen der neuen Straße und ihren Häusern zu erzwingen.

Mit einem anderen Gedanken stieß der Abgeordnete auf keinen fruchtbaren Boden. Er stellte den Antrag, alles zu versuchen, dass die Susa für ihren neuen Steinbruch eine private Auf- und Abfahrt an der Autobahn 14 in Richtung Leipzig erhält. "Dann wäre schon die Hälfte des Schwerlastverkehrs aus Ammelshain raus", argumentierte er. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) machte ihm jedoch keine Hoffnung. In seiner Zeit als Gemeindeoberhaupt von Engelsdorf habe er ähnliches in Kleinpösna versucht. "Das schien auch dort eine pragmatische Lösung zu sein, aber wir scheiterten kläglich", sagte er. Und Ortsvorsteher Lutz Kadyk (WVA) ergänzte: "Selbst wenn es eine private Autobahnauffahrt geben würde, kann niemand die Lastwagenfahrer zwingen, sie zu benutzen, wenn sie die Maut umgehen wollen." So lehnte der Ortschaftsrat mehrheitlich Strellers Antrag ab.

Ob sich mit der Stellungnahme zum Abbaugebiet "Altes Tausend" dessen Erschließung aufhalten oder der Bau der Umgehung befördern lässt, ist mehr als fraglich. Hertel: "Es wäre töricht anzunehmen, dass das Planfeststellungsverfahren wegen unserer Anregungen aufgehalten würde." Frank Pfeifer

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Pfeifer, Frank

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