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Grimma Ammelshainer Feuerwehr löscht seit 70 Jahren Brände – jetzt wird gefeiert
Region Grimma Ammelshainer Feuerwehr löscht seit 70 Jahren Brände – jetzt wird gefeiert
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00:18 11.06.2017
Die Feuerwehr von Ammelshain wirbt mit einem Einsatzfahrzeug aus Stroh für ihr Jubiläum. Quelle: Frank Schmidt
Naunhof/Ammelshain

Seit einigen Tagen kündet am Ortseingang von Ammelshain ein etwas anderes Einsatzfahrzeug vom 70-jährigen Jubiläum der Ortsfeuerwehr, welches am kommenden Wochenende ganz groß gefeierte werden wird. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, wie Wehrleiter Reinhard Süßkind in Vorbereitung der Feierlichkeiten zu berichten weiß und auch erklärt. „Es gehört zur guten Tradition, und zwar schon zu DDR-Zeiten, dass runde Geburtstage der Feuerwehr im Dorf gebührend gefeiert werden. Und bisher gab es dafür von der Stadt Naunhof, zu der ja Ammelshain gehört, eine finanzielle Unterstützung. Dieses Jahr aber steht der Haushalt noch nicht, und da sieht es mit Zuschüssen schlecht aus. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Jubiläum gemeinsam mit dem Verein Dorfleben e.V. zu organisieren, der sowieso alljährlich im Juni das Dorffest auf die Beine stellt. Warum also sollten wir das nicht gemeinsam machen, was letztendlich auf breite Zustimmung stieß“, freut es den seit 2006 amtierenden und heute 59-jährigen Wehrleiter. Schließlich verfüge man damit über ein größeres Budget und mehr tatkräftige Helfer. Außerdem würden alle ortsansässigen Vereine mit an einem Strang ziehen. Jeder der Vereine habe eine organisatorische Aufgabe übernommen. Vom Grill über Getränke bis hin zur Bewirtung im Festzelt. Letzteres wird übrigens auf dem Sportplatz neben der Autobahn A14 stehen und den Mittelpunkt der Feierlichkeiten markieren. Einzig mit dem Festumzug am Sonntag um 15 Uhr, der auf einer Länge von etwa 1800 Metern durch die Neubauernstraße, den Brandiser Weg und über die Hauptstraße führt, grüßt das Fest die Ammelshainer und ihre Gäste, die sich als Zaungäste am Spektakel erfreuen dürfen. Wer und was im Festumzug zu sehen sein wird, kommentiert Süßkind höchstpersönlich über eine Lautsprecheranlage am Gerätehaus. Soll heißen, dort, also in der Hauptstraße, dürften wohl die besten Zuschauerplätze zu finden sein.

Mit im Festumzug laufen beziehungsweise fahren freilich auch die etwa 35 Kameraden der Ammelshainer Wehr. Darunter der mit erst 17 Jahren jüngste Kamerad, Christian Gerken. Aber auch der 84-jährige Günter Wache als noch einziges lebendes Gründungsmitglied der Ammelshainer Wehr. Sein Feuereifer war innerhalb der Familie nicht unter Kontrolle zu bringen und konnte auf seinen Enkelsohn Daniel Wache übergreifen. Der heute 31-Jährige hat das Einmaleins des Löschens, Retten und Helfens in der Jugendfeuerwehr des Ortes gelernt und hält sogar als stellvertretender Wehrleiter im Kader der aktiven Kameraden fest zur Stange.

Stellt man der Ammelshainer Feuerwehr drei Wünsche frei, dann wäre die Wehrleitung schon mit der Erfüllung eines einzigen Wunsches sehr zufrieden. „Mehr Nachwuchs, denn leider haben wir zurzeit keine Jugendfeuerwehr“, bedauern Süßkind und Wache gleichermaßen. Insofern dürfte das Feuerwehrfest auch eine gute Werbung in eigener Sache werden.

Von Frank Schmidt

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