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An schwarz-rot-roter Fraktion in Colditz scheiden sich die Geister

Stadtrat Colditz An schwarz-rot-roter Fraktion in Colditz scheiden sich die Geister

Seit 2014 gibt es im Colditzer Stadtrat die Fraktion Pro Colditz. Das Besondere: Zusammengetan haben sich dabei jeweils ein Vertreter von CDU, SPD und Linken. Schwarz-rot-rot sicher kein Modell für Berlin. Und doch lobt das Trio die faire, innerfraktionelle Zusammenarbeit. Die Konkurrenten sehen die Fraktion mitunter kritisch.

Stadtpolitik in Colditz: Seit über zwei Jahren arbeiten in der Fraktion Pro Colditz drei Volksvertreter zusammen, wie sie nach Parteibuch nicht unterschiedlicher sein können. Eines verbindet sie: die Suche nach den besten Lösungen für die Stadt.

Quelle: Thomas Kube

Colditz. Groko, Ampel, r2g, Jamaika, Kenia beziehungsweise Afghanistan – zu möglichen und unmöglichen Koalitionen gibt’s in Bund und Land unterschiedlichste Farbenspiele. Vor der im September anstehenden Bundestagswahl will sich kaum einer auf etwaige Konstellationen festlegen. Unterdessen arbeitet im Colditzer Stadtrat seit 2014 die dreiköpfige Fraktion Pro Colditz, deren Zusammensetzung wenn schon nicht einmalig so doch äußerst gewöhnungsbedürftig erscheint: Cornelia Hippe-Kasten vertritt die CDU, Gottfried Schröpfer die SPD und Michael Völkl die Linken. Schwarz-rot-rot, eine Option für Berlin?

Svend-Gunnar Kirmes, CDU-Landtagsabgeordneter fürs südliche Muldental, zu dem auch Colditz gehört, relativiert: „Auf kommunaler Ebene, wo es um ganz konkrete Lösungen für die Bürger vor Ort geht, kann ich mir auch in dieser Zusammensetzung eine vernünftige Politik vorstellen. Umso höher es geht, etwa auf Kreis- oder Landesebene, desto allgemeinverbindlicher, abstrakter und damit unwahrscheinlicher wird es – das ist eine ganz andere Blickrichtung.“ Auch seine Landtagskollegin Kerstin Köditz von den Linken sieht das ähnlich, kann sich schwarz-rot-rot nur in Ausnahmefällen in Gemeinden vorstellen: „Aber es ist oftmals die Konsequenz aus übermächtigen Bürgermeisterfraktionen, die meiner Meinung nach der Verwaltung zu unkritisch begegnen.“

Gottfried Schröpfer (SPD), Fraktionsvorsitzender von Pro Colditz, lobt das Miteinander im Trio: „Wir treffen uns vor den Ratssitzungen und diskutieren die Vorlagen. Sind wir einheitlicher Meinung, etwa über den Nicht-Verkauf der Colditzer Wohnungsbaugesellschaft, stimmen wir als Fraktion, gibt es unterschiedliche Sichtweisen, hebt jeder für sich und seine Partei die Hand. Da lassen wir uns die nötige Luft zum Atmen.“ Nein, einen Fraktionszwang gebe es nicht, alles laufe geräuschlos ab. Das kann auch CDU-Kollegin Cornelia Hippe-Kasten bestätigen: „Wir sitzen oft zwischen den Streithähnen, sehen unsere Rolle auch als verbindendes Glied, als diejenigen, die den Wind aus den Segeln nehmen und für Ruhe sorgen.“ Michael Völkl von den Linken sieht für sich gar keine Alternative: „Wir wollten keine Einzelkämpfer sein, haben uns ganz bewusst zusammen getan, auch, um in die damals noch existierenden Ausschüsse gewählt zu werden.“ Jan Gumpert (Für unsere Heimat) zollt den drei politischen Konkurrenten seinen Respekt. Auch für Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) sei das Dreierbündnis ein Beweis dafür, dass man trotz unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung durchaus vernünftige Sachpolitik machen könne. „Natürlich gibt es zum Teil erhebliche inhaltliche Differenzen innerhalb der Fraktion, wie ganz aktuell rund um Investitionen in den Sermuther Sportplatz.“

Stadtrat Manfred Heinz von der FDP reibt sich die Augen: „Ja, die Kollegen geben sich sicher Mühe. Aber ehrlich gesagt kann ich bis heute nicht nachvollziehen, wie ein Linker mit einem CDU-ler in einer Fraktion sitzen kann. Um nicht Einzelkämpfer sein zu müssen, hätten sie sich auch anderen Fraktionen anschließen können.“ Sonja Schilde (Bürgerinitiative Colditz, BIC) bezeichnet die Fraktion Pro Colditz als „aus der Not heraus geboren“. Sie spiele im Stadtrat eine eher untergeordnete Rolle: „Man sollte sie nicht überbewerten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sie wegen eigener Interessen für Fußball und Schloss ohnehin eher zur Bürgermeisterfraktion tendiert.“

Von Haig Latchinian

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