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Grimma Andrea Türpe-Gil: Wir stehen in einer Umbruchphase zur digitalisierten Technik
Region Grimma Andrea Türpe-Gil: Wir stehen in einer Umbruchphase zur digitalisierten Technik
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18:12 27.02.2017
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Grimma/Döben

Die Kanal-Türpe Döben GmbH & Co. KG setzt eigenen Angaben zufolge im Jahr 4,6 bis 5 Millionen Euro mit über 50 Mitarbeitern deutschlandweit um. Das Familienunternehmen ist unter anderem ein wichtiger Partner der Leipziger Automobilindustrie. Mineralölkonzerne nehmen das breite Spektrum des Unternehmens in Anspruch, wenn es zum Beispiel um die Entsorgung von ölhaltigen Sonderabfällen, Tankreinigungsarbeiten oder die Entsorgung, Prüfung und Sanierung von Abscheideranlagen geht. Seit 1990 ist das Familienunternehmen am Standort in Döben ansässig. In Döbeln wird jetzt am 31. März eine chemisch-physikalische Anlage (CP-Anlage) zur Behandlung und Verwertung von Öl-Wassergemischen eingeweiht. Diese 1,5 Millionen teure Investition betreibt die Tochterfirma, die Kanal-Türpe Umwelt GmbH & Co. KG. Eine CP-Anlage befand sich bereits seit 1996 am Standort Döben. „Hier wäre die Beseitigung des Abwassers zu aufwendig geworden. Aus diesem Grunde mussten wir nach einem Alternativstandort suchen“, erklärt die Geschäftsführerin Andrea Türpe-Gil (54), die erst im vergangenen Jahr den Franzosen Christian Gil (55) heiratete, der ab 1. April in beiden Firmen Prokurist ist. Die Tochter, Jessica (28), ist als Personalmanagerin und ihr Mann Wolfgang Kolb als Technischer Leiter tätig.

Drei Mitarbeiter betreiben die chemisch-physikalische Abfallbehandlungsanlage, die voll automatisiert ist, in Döbeln. „Wir suchen noch einen Abwassertechniker zur Unterstützung von unserem technischen Leiter Andreas Anger, der Umwelt- und Verfahrenstechniker ist“, wirbt die 54-Jährige. Auf hoch qualifiziertes Personal legt das Familienunternehmen von Anbeginn großen Wert. „Die meisten unserer Mitarbeiter kommen aus artfremden Berufen und wurden erst über jahrelange Zusatzausbildungen zu Profis“, weiß sie aus Erfahrung. Aus diesem Grund ist sie seit diesem Jahr Prüferin bei der IHK. „Gegenwärtig erfolgt die Ausbildung zur Fachkraft für Rohr- Kanal- und Industrieservice noch in Gelsenkirchen. Wir wollen erreichen, dass dies auch in Leipzig möglich wird“, erklärt die Chefin, die wieder zwei Auszubildende eingestellt hat und gegenwärtig einen Lehrling sucht. Bundesweit erfolgt die Meisterausbildung in Leipzig. Im letzten Jahr wurde auch ein BA-Student eingestellt, der in Riesa Umwelt- und Verfahrenstechnik studiert und gleichzeitig in Döben und Döbeln praktische Erfahrungen sammelt.

„Unsere Branche wurde in den letzten 20 Jahren revolutioniert. Viele Arbeitsprozesse werden von Robotern ausgeführt. Dazu ist Fachpersonal notwendig“, so Andrea Türpe-Gil. „Auch stehen wir in der Umbruchphase zur digitalisierten Technik“, weiß sie. So habe man bereits damit begonnen, den Fahrzeugeinsatz zu digitalisieren. „Die Bundesregierung plant, den Mittelstand bei der Digitalisierung zu unterstützen. Wir bewarben uns für ein Pilotprojekt“, erklärt sie. Gegenwärtig ist sie auch auf der Suche nach einem Standort in Leipzig. „Wir wollen unseren Service für unsere Kunden weiter verbessern. Deshalb suchen wir ein Gelände mit Fahrzeughalle, auf dem wir einen Teil unserer 25 Spezialfahrzeuge abstellen und ein Büro einrichten können“, erklärt sie. Zu den Visionen der Geschäftsführerin gehört auch, dass künftig kein Abfall mehr vom Hof geht. Dabei spielt sie auf das Abfallprodukt aus der CP-Anlage in Döbeln an. „Derzeit wird dieses deponiert oder verbrannt. In Zusammenarbeit mit der Universität Cottbus sind wir dabei, zu erforschen, dass es künftig als Nebenprodukt genutzt werden könnte“, wirbt sie. Denn in der Anlage, die Ende März in Döbeln offiziell eröffnet wird, werden pro Jahr 20 000 Kubikmeter Abfälle unter anderem aus Tankstellen und der Industrie entsorgt. Aus diesen Öl-Wasser-Gemischen sowie Emulsionen werden durch physikalisch-chemische Prozesse wieder Wasser, Öl und ein „Presskuchen“ gewonnen.

Von Cornelia Braun

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