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Angela Rößner seit einem Jahr Bauamtsleiterin von Colditz

Vorgestellt Angela Rößner seit einem Jahr Bauamtsleiterin von Colditz

Nach einem Jahr hat sie sich eingefuchst. In den Stadtratssitzungen wirkt sie durch ihre unaufgeregte sachliche Art kompetent; die Abgeordneten zeigen ihr gegenüber Respekt. Angela Rößner ist seit dem 1. September vergangenen Jahres die neue Bauamtsleiterin von Colditz und weiß genau, was sie will.

Die Neue in der Colditzer Stadtverwaltung: Bauamtsleiterin Angela Rößner.

Quelle: Thomas Kube

Colditz. Nach einem Jahr hat sie sich eingefuchst. In den Stadtratssitzungen wirkt sie durch ihre unaufgeregte sachliche Art kompetent; die Abgeordneten zeigen ihr gegenüber Respekt. Angela Rößner ist seit dem 1. September vergangenen Jahres die neue Bauamtsleiterin von Colditz und weiß genau, was sie will.

„Ich habe den Anspruch, die Beseitigung der Hochwasserschäden bis Ende Dezember zum Großteil abzuschließen“, sagt die 45-Jährige. „Das betrifft die Instandsetzung von Wirtschaftswegen und Gewässern sowie den Straßenbau, zum Beispiel in der Badergasse.“ Nur drei Großvorhaben seien nicht in diesem Jahr zu schaffen: die Sanierung der Furtwegbrücke, die Instandsetzung des Tiergartenbachs und der Wiederaufbau der Sportstätte Sermuth. „Bis Mitte 2019 wird uns das Thema Hochwasserschadensbeseitigung also mindestens noch beschäftigen. Das ist aber auch kein Wunder bei der immensen Schadenssumme von über zehn Millionen Euro“, erklärt Rößner.

Als ihren zweiten Schwerpunkt sieht sie die Stadtsanierung an, hier liegt ihr Augenmerk vor allem auf der Bildungs- und Begegnungsstätte BBS sowie der Modernisierung des Rathauses. „Als Drittes beschäftigt mich sehr die Unterhaltung der vorhandenen Infrastruktur“, zählt sie auf. „100 Straßenkilometer sind sehr viel für eine Kleinstadt. Wir haben fast 2000 Laternen, außerdem viele Buswartehäuschen, Bänke, Bäume. All das muss in Schuss bleiben. Das bindet sehr viel Arbeitspensum.“

Draußen in Hausdorf steht das Colditzer Bauamt, wo Angela Rößner im Team aus sechs Mitarbeiterinnen die Fäden in der Hand hält. Außerdem hat sie das Sagen über den 16-köpfigen Bauhof. „Wir haben eine angenehme konstruktive Arbeitsatmosphäre. Ich kann delegieren, und das klappt“, betont die Leiterin, die weiß: „Natürlich kann man immer etwas optimieren. Es wird sich aus der laufenden Arbeit des doppischen Haushaltes heraus zeigen, was sich besser machen lässt.“

Erfahrungen im Praktischen und Koordinieren bringt sie für den Job mit. Ausbilden ließ sie sich zunächst zur Baufacharbeiterin mit Abitur. „Ich lege Wert darauf, dass ich Maurer bin“, sagt sie schmunzelnd. Später schloss sie in Cottbus ein fünfjähriges Studium als Diplom-Bauingenieur ab. Sie arbeitete zunächst als Bauleiterin in der Dyckerhoff & Wiedmann AG in Chemnitz, danach in der Verwaltung des Regierungspräsidiums Chemnitz. Bevor sie nach Colditz kam, war sie Sachgebietsleiterin Hoch- und Tiefbau in der Rochlitzer Stadtverwaltung.

Ihr privater Lebensmittelpunkt bleibt weiterhin im benachbarten Kreis Mittelsachsen. Mit ihrem Partner und zwei fast erwachsenen Töchtern, die das Rochlitzer Gymnasium besuchen, wohnt sie in Zettlitz. „Für die Familie bleibt jetzt weniger Zeit“, gesteht sie. „Der Garten sieht miserabel aus, zumal ich keinen grünen Daumen habe, den ich gern hätte. Sport würde ich auch gerne mehr machen.“

Aber der Job fordert sie ganz. Sie mag nicht den frühen Start in den Tag, bleibt dafür abends lieber länger im Büro. „Colditz ist eine Wahnsinnsherausforderung, und das ist gut so“, schätzt sie ein. Sie wünscht sich die Stadt als ein gestärktes Grundzentrum mit Grund- und Oberschule, einem gesunden Mix an Einzelhandel und mit einer guten Anbindung an Leipzig.

„Dafür müssen wir das Integrierte Stadtentwicklungszentrum fortschreiben und einen Flächennutzungsplan erstellen“, kommt sie auf ihren Aufgabenbereich zurück, über den sie viel lieber redet als über sich selbst. Und sie sagt entschlossen: „An diesem großen Ziel sollten alle mitwirken.“

Von Frank Pfeifer

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